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21:29 28.06.2013

Und die drohen ab nächstem Schuljahr sogar noch länger zu werden. Denn der Kreistag hat eine Kürzung des Stellenplans um 1,67 vollbeschäftigten Einheiten beschlossen. Und das auch noch bei den besonders gefragten Fächern Klavier, Gitarre und Violoncello.

Derzeit geben die 18 hauptamtlich angestellten Pädagogen, die 14,17 vollbeschäftigten Einheiten entsprechen, 425 Unterrichtsstunden pro Woche, so die Pressesprecherin des Landratsamtes, Jana Fuchs, auf OVZ-Anfrage. Insgesamt gibt es an beiden Schulteilen in Altenburg und Schmölln zusammen 945 Schüler.

Einen Großteil der Stunden, nämlich 261, übernehmen allerdings die 29 Honorarlehrkräfte, was 8,7 Vollbeschäftigten entspricht. Denn wie die Musikschule in einem internen Schreiben an das Landratsamt mitteilt, habe eine Mitte der 90er-Jahre eingesetzte Entwicklung dazu geführt, dass der Hauptteil der Lehrerschaft nicht mehr hauptamtlich tätig ist. Dies wird von der Schulleitung kritisch gesehen. Konkret heißt es: "Es ist aus sozialen Gründen und organisatorischen Erwägungen unverantwortlich, dass auf Dauer die hauptamtlichen Lehrkräfte durch Honorarkräfte ersetzt werden, um Lohnkosten zu sparen." Zudem stehe die erbrachte künstlerisch-pädagogische Arbeit in keinem Verhältnis zur derzeitigen Vergütung.

Aus diesem Grund hat die Musikschule darum gebeten, die Honorare, die am 1. April 2001 festgesetzt wurden, zu erhöhen. So sollen beispielsweise Lehrkräfte mit abgeschlossener pädagogisch-künstlerischer Ausbildung und mindestens drei Jahren Berufserfahrung 18 Euro statt bislang 13 Euro pro Unterrichtsstunde erhalten. Bei einer Berufserfahrung von mindestens sechs Jahren und besonderen pädagogischen Erfolgen sind 19 statt bislang 14 Euro vorgesehen. Wie aus dem Schreiben weiter hervorgeht, würden die 29 Honorarkräfte der Musikschule Altenburger Land fast ausnahmslos über einen Diplomabschluss an einer Musikhochschule und eine langjährige Berufserfahrung verfügen.

Doch entsprochen wurde diesem Wunsch bislang offenbar nicht. Im Gegenteil. Die Musikschule muss jetzt noch eine Stellenkürzung um 1,67 vollbeschäftigen Einheiten verkraften, die der Kreistag aus Kostengründen beschlossen hat. Denn auch der Landkreis muss sparen. Denn die lange praktizierte Drittelfinanzierung ist 2008 weggefallen. Wurde die Musikschule bis dato durch je ein Drittel Unterrichtsgebühren sowie Zuschüsse des Landkreises und das Land Thüringen finanziert, hat sich der Freistaat inzwischen ganz aus dieser Verantwortung zurückgezogen. Er gibt nur noch Geld für zweckgebundene Projekte frei. Der Großteil der Finanzierung wird deshalb zurzeit vom Landkreis getragen, die Schülergebühren machen etwa ein Viertel des Gesamtetats aus.

Und auch sie sind in den vergangenen Jahren angestiegen. Für wöchentlich 45 Minuten Unterricht fallen bei Kindern monatlich 44 Euro an, bis Ende 2011 waren es noch 40 Euro. Auch Erwachsene zahlen mit 71 Euro im Monat für die wöchentliche Unterrichtsstunde acht Euro mehr als noch 2011.

Trotz der Steigerungen bleibt die Musikschule beliebt: Ende April waren 148 Kinder auf der Warteliste eingetragen. 2009 lag die Zahl noch bei 95. Besonders begehrt ist nach wie vor der Unterricht für die Instrumente Gitarre, Klavier und Violine. So standen Ende April in Altenburg 13 Kinder auf der Warteliste für Gitarrenunterricht. Ebenso viele warteten in Schmölln. Allerdings war Klavier hier noch begehrter: 17 Kinder waren auf der Liste eingetragen.

Wie lange sie für einen Platz ausharren müssen, dazu kann Landratsamtssprecherin Jana Fuchs keine Auskunft geben. "In der Regel müssen die Schüler aus Kapazitätsgründen eine längere Wartezeit in Kauf nehmen", so Fuchs. Wer möglichst schnell damit beginnen möchte, ein Instrument zu lernen, sollte es mit Dudelsack, Fagott, Waldhorn oder Kontrabass probieren. Hier gibt es keine Warteliste.

Jenifer Hochhaus

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