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Altenburg Auf die nächsten 20 Jahre! – Gößnitzer Nörgelsäcke wollen weiter fleißig nörgeln
Region Altenburg Auf die nächsten 20 Jahre! – Gößnitzer Nörgelsäcke wollen weiter fleißig nörgeln
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07:00 28.09.2017
Immer gut gelaunt – die Gößnitzer Nörgelsäcke Norbert Schultz, Markus Tanger, Enrico Wirth, Steffi Dautert (Gründungsmitglied), Micha Kreft, Carsten Heyn (v.l.). Quelle: Mario Jahn
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Gössnitz

20 Jahre (rum)genörgelt, aber auch Spaß gemacht, eine Sache auf die Spitze getrieben oder sarkastisch auf den Punkt gebracht – welcher Politiker auf Kreis-, Landes- oder Bundesebene nun meint, das müsste reichen, der hat die Rechnung ohne die Nörgelsäcke gemacht. Die Gößnitzer Kabarettisten haben nach ihrer Geburtstagsfete die Weichen nun auf weitere 20 erfolgreiche Jahre gestellt. Mindestens.

Zuerst aber soll erst einmal das neue Herbst-/Winterprogramm wieder richtig einschlagen, mit möglichst vielen ausverkauften Veranstaltungen. Und dazu will nicht nur die hauseigene, neunköpfige Crew unter Leitung des 39-jährigen studierten Kommunkations- und Medienwissenschaftlers Markus Tanger beitragen, sondern auch eine illustre Gästeschar.

Los geht es schon am 28. September, 20 Uhr, mit dem Berliner Kabarettisten Frank Lüdecke und seinem Programm „Über die Verhältnisse“. Lüdecke gehört seit Jahren zur ersten Liga des deutschen Kabaretts, war künstlerischer Leiter der Distel und Hauptautor für Dieter Hallervorden. Er wurde für seine Programme unter anderem mit dem Deutschen Kabarettpreis, dem Deutschen Kleinkunstpreis und dem Bayrischen Kabarettpreis ausgezeichnet. Marco Tschirpke präsentiert am 6. Oktober in seinem Programm „Frühling, Sommer, Herbst und Günter“ Lapsuslieder. Der Dresdner Autor und Kabarettist Philipp Schaller steht für politisches Kabarett und gastiert am 20. Oktober mit „In vollen Hosen sitzt man weicher“. Mehrere hochkarätige Kleinkunstpreise kann die Ausnahmekünstlerin Anna Mateur schon ihr eigen nennen – sie bietet Musikkabarett der Extraklasse am 4. November. Und die Schauspielerin Franziska Troegner gibt am 14. Dezember in „Zwischen Frühstück, Gänsebraten und Gastritis“ Tipps zur Vermeidung weihnachtlicher Kollateralschäden.

Das Kabarett Nörgelsäcke selbst hat derzeit zwölf verschiedene Programme im Repertoire, die abwechselnd in Gößnitz gespielt werden. „Direkt eine Premiere gibt es im Herbst nicht. Da wir ja im Frühjahr ganz fleißig waren, und beispielsweise ,Rad ab oder was’, und ,Umsonst kostet extra!“ neu geschrieben haben“, erläutert Markus Tanger. Zumal solche Klassiker wie „Faxenklinik“ – steht seit immerhin sechs Jahren im Spielplan – noch immer laufen wie Bolle. Die Veranstaltung im November ist bereits ausverkauft. Es geht darin um den Ärztemangel in ländlichen Regionen, zum Beispiel in Gößnitz. Geschrieben hatten es die Nörgelsäcke als in ihrer Heimatstadt ein Arzt in den Ruhestand ging und erfolglos einen Nachfolger für seine Praxis suchte.

„Wir reagieren eben immer so schnell wie möglich auf aktuelle Dinge“, so Tanger. So beispielsweise auch zur großen Geburtstagsgala am Sonntagabend, als man eben mal im Handumdrehen in die vorbereiteten Ausschnitte aus laufenden Produktionen Reaktionen auf das Ergebnis der Bundestagswahl integrierte. Beispielsweise indem man im Fernsehprogramm des Abends noch Möglichkeiten der Umdeutung von Filmtiteln forstete. So musste der Bruce-Willis-Knaller „Stirb langsam 4.0“ für das aktuelle Abschneiden der SPD herhalten. Und Nörgelsäcke-Gründungsmitglied Steffi Dautert schlüpfte noch einmal in ihrer Parade-Parodie-Rolle in die Haut von Angela Merkel und meinte, dass sie als Wahlsiegerin ihren Wählern auch etwas zurückgeben will. Sei ihr doch im Wahlkampf so viel zugeflogen – Herzen und Tomaten. Also verteilte Dautert unter den Zuschauern im restlos ausverkauften Kabarett an der Dammstraße fleißig Ketchup.

Umrahmt wurde das Gala-Programm, zu dessen Gelingen auch die ehemalige Distel-Chefin Gisela Oechselhaeuser beitrug, musikalisch vom Erfurter Musikkabarett „Kalter Kaffee“ – in Gößnitz inzwischen überaus gern gesehene Gäste.

„Es war ein wirklich schöner Tag“, freute sich Markus Tanger, denn neben vielen Gratulanten, zu denen auch der Gößnitzer Bürgermeister Wolfgang Scholz gehörte, hatten sich zahlreiche ehemalige Mitstreiter im 1997 gegründeten Kabarett eingefunden.

Karten für alle Vorstellungen gibt es im Fotohaus Engemann in Gößnitz oder können telefonisch unter 034493 21645 reserviert werden.

Von Ellen Paul

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