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Altenburg Auf neuen Wege in die Dorferneuerung – Lödla nimmt Projekt in die Hand
Region Altenburg Auf neuen Wege in die Dorferneuerung – Lödla nimmt Projekt in die Hand
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10:00 18.06.2016
So wie den Weg am Gerstenbach in Unterlödla stellt sich die scheidende Bürgermeisterin Sabine Franke einen großen Teil der Wege vor, die 23 Dörfer verbinden sollen. Quelle: Foto: Mario Jahn
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Lödla

Sabine Franke ist noch bis Ende Juni Bürgermeisterin in Lödla. Dann geht sie in den Ruhestand. Doch die aktuelle Vision der SPD-Politikerin geht weit über ihre Amtszeit hinaus. Im vergangenen halben Jahr hat sie eine Gemeinschaft aus sechs Gemeinden geschmiedet, die komplett oder ortsteilweise gemeinsam zum Schwerpunkt im Förderprogramm Dorferneuerung werden wollen. Gelingt ihr das, dann könnten Fördermittel für die kommenden zehn Jahre gesichert werden. Und das in den Gemeinden Lödla, Mehna, Monstab und Göhren, die sich mit all ihren Ortsteilen beteiligen, sowie in Molbis und Fichtenhainichen, die zu Rositz gehören, und den Starkenberger Ortsteilen Tegkwitz, Misselwitz, Breesen und Kreutzen.

Beteiligt sind insgesamt 23 Dörfer, durch die entweder der Gerstenbach oder der kleine Jordan fließt. Das ist letztlich auch der Kern von Frankes Idee, das gemeinsame verbindende Element. Entlang der Bachläufe möchte sie, unterstützt mit Geldern aus dem Dorferneuerungsprogramm, Möglichkeiten schaffen, dass Wanderer und Radfahrer die Idylle zur Erholung nutzen können. Bewusst vermeidet Franke in diesem Zusammenhang den Begriff Weg. Denn dabei denken viele als erstes an grundhaft ausgebaute Trassen. Doch das müsse nicht überall sein. „Wandern und Radfahren kann man auch auf unbefestigten Wegen, wenn sie gepflegt und freigeschnitten sind. Dafür brauchen wir aber die Landwirte. Die müssen mit ins Boot, wenn es gelingen soll“, erklärt die langjährige Bürgermeisterin.

Wie sie weiter erläutert, seien diese durchgehenden Wege aber nicht das einzige Element. Vielmehr seien diese „nur“ das Verbindungsglied zwischen den Orten, die dann in diesem Kontext weitere Projekte verwirklichen können. Das kann vom ländlichen Wegebau, über die Sanierung von öffentlichen Gebäuden bis hin zur Erneuerung der Straßenbeleuchtung gehen, nennt Franke einige Möglichkeiten. Selbst Privatleute bekämen für ihre Investitionen unter bestimmten Voraussetzungen Zugang zu den Fördergeldern aus dem Dorferneuerungsprogramm.

Ende 2015 fing Franke an, diese Idee hinter verschlossenen Türen zu entwickeln. Nun ist das Projekt soweit gediehen, dass erste Erfolge vermeldet werden können. Ende Mai wurde ein Geraer Planungsbüro von den Vertretern aus allen Gemeinden beauftragt, das Konzept für den Fördermittelgeber detailliert auszuarbeiten. Dem waren zahlreiche Beratungen zwischen den Gemeinden vorausgegangen. Woraufhin schon im Januar der Vorantrag beim zuständigen Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung (Alf) gestellt wurde. „Mittlerweile haben wir vom Alf auch schon die Genehmigung für den vorzeitigen Maßnahmebeginn erhalten“, informiert die scheidende Bürgermeisterin.

Hintergrund für das gemeinsame gemeindeübergreifende Projekt, bei dem Lödla nicht nur die Initiative ergriffen, sondern auch die Federführung übernommen hat, ist eine Änderungen der Voraussetzungen, um ins Förderprogramm aufgenommen zu werden. „Seit Oktober ist es so, dass praktisch eine einzelne Gemeinde kaum noch in die Dorferneuerung aufgenommen wird“, erläutert Franke. Sie hält die neuen Maßgaben aber durchaus für sinnvoll. So können größere Projekte angegangen werden beziehungsweise einzelne Projekte in verschiedenen Gemeinden miteinander verbunden und aufeinander abgestimmt werden.

Der Wechsel an der Gemeindespitze in Lödla wird voraussichtlich keinen negativen Einfluss auf das Projekt „Dorferneuerung am Gerstenbach“ – so der offizielle Name – haben. Frankes Nachfolger, Torsten Weiß (CDU), hat vor und nach seiner Wahl erklärt, daran genauso festzuhalten.

Von Jörg Reuter

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