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Aufbau-Frauen rutschen auf Abstiegsplatz

Aufbau-Frauen rutschen auf Abstiegsplatz

Die Oberliga-Handballerinnen des SV Aufbau Altenburg haben die Chance vertan, den Anschluss ans Mittelfeld herzustellen. Nach guten 40 Minuten gegen den direkten Tabellennachbarn SV Koweg Görlitz und 20 desolaten Minuten zum Ende der Partie verlor das Team von Trainer Volker Friedrich am Sonnabend vor heimischer Kulisse mit 19:26 (10:11).

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Mehrfach ruft Aufbau-Coach Volker Friedrich seine Spielerinnen zur Ordnung. Sie erhören ihn aber nicht.

Quelle: Mario Jahn

Da sowohl die SG Seehausen als auch der BSV Magdeburg-Olvenstedt ihre Spiele gewannen, rutschen die Skatstädterinnen zum ersten Mal in dieser Saison auf einen Abstiegsplatz ab.

 

Dabei begann die Partie vielversprechend. Die Aufbau-Frauen netzten schnell zum 2:0 ein und konnten dem Gegner über die Stationen 3:1, 5:3 bis hin zum ersten Ausgleich (5:5) absolut die Stirn bieten. In den weiteren 20 Minuten der ersten Halbzeit zeigte sich den knapp 200 Zuschauern im Goldenen Pflug eine ausgeglichene Partie, in der sich beide Mannschaften nichts schenkten. Zur Halbzeitpause hatten dann die Gäste etwas die Nase vorn und konnten sich mit einem Tor Vorsprung (10:11) in die Kabine verabschieden.

 

Der Zwischenstand ließ darauf hoffen, dass sich die Gastgeberinnen weiter ungebremst in die Partie werfen, um endlich die nächsten Pluspunkte auf ihrem Konto zu verbuchen. Genau mit diesem Willen starteten die Aufbau-Frauen in die zweite Hälfte. Postwendend erzielte Franziska Holz den Ausgleich zum 11:11. Wenige Minuten später war es wieder die 28-Jährige, die die 14:12-Führung für Aufbau markierte. Doch was dann geschah, entbehrte jeglicher Logik. Anstatt die Führung kontinuierlich auszubauen oder den Vorsprung wenigstens zu verwalten, verstrickten sich die Altenburgerinnen immer mehr in Einzelaktionen, die teilweise aus übermotivierten Handlungen entstanden und nicht zum erhofften Erfolg führten. Spielzüge wurden nicht mehr konsequent zu Ende gespielt, die Konzentration fiel rapide ab, wodurch die Fehlerquote wieder einmal stark anstieg.

 

Auch im Abwehrverband war keine klare Struktur mehr zu erkennen und bis auf Torhüterin Gina Wodrich (18 Paraden) fand keine Spielerin mehr zu Normalform. Dazu gesellte sich die Tatsache, dass Vize-Kapitän Franziska Holz ihrem Kampfeswillen und Einsatz wenig später Tribut zollen musste und von Krämpfen gebeutelt wurde. Zudem ereilten Allrounderin Stefanie Lingk immer mehr Probleme mit ihrem angeschlagenen Knie, sodass gleich zwei Leistungsträger für den Rest der Partie förmlich auf dem Zahnfleisch krochen.

 

Und genau diese Situation wussten die Gäste aus Sachsen bestens für sich zu nutzen. Aus dem 14:12 für Aufbau wurde binnen 15 Minuten das 14:20 für Görlitz. Mangels Alternativen auf der Bank und sechs vergebenen Siebenmetern sah sich die Friedrich-Truppe für die verbleibende Spielzeit nicht mehr in der Lage, sich noch einmal aufzubäumen und den Rückstand mit vereinten Kräften wettzumachen. Vielmehr versuchten es die Frauen nun mit der Brechstange. Da das Team auch konditionell immer weiter abbaute, ließen sich die Gäste in ihrem nun gewonnenen Selbstbewusstsein nicht mehr aus der Ruhe bringen und ergatterten sich mit dem 19:26-Erfolg beim SV Aufbau ihren vierten Sieg in Folge.

 

Altenburg dagegen stürzt mit der erneuten Niederlage auf Rang zehn der Oberliga und damit auf einen der drei Abstiegsplätze ab. Da die SG Seehausen (derzeit 11.) beim Tabellenletzten in Calbe gewann, ist der Drei-Punkte-Vorsprung auf den Aufsteiger auf einen winzigen Punkt zusammengeschmolzen. Zudem zog der BSV Magdeburg-Olvenstedt (derzeit 9.) durch seinen unerwarteten Sieg gegen den THC II an den Aufbau-Frauen vorbei und setzt sich mit einem Pluspunkt mehr vor die Skatstädterinnen. Damit steckt die Friedrich-Sieben nun nicht mehr nur ein bisschen im Abstiegskampf, sondern mittendrin.

 

Plötzlich fühlt man sich an die Saison 2010/2011 erinnert, als Aufbau ebenfalls gegen den Abwärtsstrudel ankämpfte und am Ende trotz einer höchst schwierigen Spielzeit das Ruder noch herumreißen und die Klasse halten konnte. Bleibt zu hoffen, dass sich die Geschichte in diesem Fall wiederholt. Im Abstiegskampf erprobt sind die Frauen des SV Aufbau jedenfalls.

 

Nach einem spielfreien Wochenende trifft das Team, das dann hoffentlich wieder mit Mannschaftskapitän Lucie Brunova auflaufen kann, am 1. Februar im Pokalwettbewerb auf den HBV Jena, bevor es am 2. Februar auf heimischem Parkett im Punktspielbetrieb gegen die SG HV Chemnitz geht.

 

Aufbau: Wodrich, Dietrich (4), Lange, Winkler (1), Biele (2), Mahnstein, Schmidt (1), Herziger (2), Lingk (2/1), Holz (5), Ebersbach (1).

Annekathrin Rudolph

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