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Aufbau-Handballer stehen vor schwerer Saison

Aufbau-Handballer stehen vor schwerer Saison

Schenkt man der Kompetenz von Fachleuten Gehör, dann ist das zweite Spieljahr nach einem Aufstieg stets das schwerere. Somit stehen die Handballer des SV Aufbau Altenburg in der in zwei Wochen beginnenden Meisterschaft in der höchsten Spielklasse Thüringens vor ihrer härtesten Probe.

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Aufbau-Trainer Lothar Doering freut sich über Steven Heuschkel (l.) und Patrick Jahn, die sein Team verstärken.

Quelle: Lutz Pfefferkorn

Um diese erfolgreich bestehen zu können, hat sich das Team von Trainer Lothar Doering mit zwei neuen Akteuren verstärkt. Während Patrick Jahn von Oberligist LSV Ziegelheim in die Skatstadt wechselte, kommt Steven Heuschkel von Thüringenliga-Absteiger Post SV Gera.

 

Der Experten-Meinung in punkto schwerster Saison zu widersprechen, fällt ziemlich schwer. Denn die Spielklasse ist durch das Aufrüsten der Mannschaften wahrlich attraktiver geworden. Hinzu kommt, dass mit dem HBV Jena und dem SV Könitz/Saalfeld zwei starke Aufsteiger das 14er-Feld bereichern. Angesichts dessen wundert es wenig, dass das Saisonziel der Skatstädter schlicht und einfach erneut Klassenerhalt heißt. Wobei die Doering-Sieben nach Aussage von Mannschaftskapitän Ronny Bärbig "schon schnellen und attraktiven Handball spielen will, der die Altenburger Fans begeistern und zum Wiederkommen animieren und vielleicht auch zu etwas mehr Identifikation mit dem Verein führen soll".

 

Hickhack um Abstiegsregelung

 

Bei der Zielstellung aller Vereine gibt es jedoch noch ein kleines Problem - im Thüringer Handball-Verband (THV) ein seit Jahren hausgemachtes. Denn niemand weiß, wie viele Mannschaften nach der Saison absteigen müssen. Geht es nach den Verantwortlichen, soll die höchste und attraktivste Spielklasse im Freistaat nach diesem Jahr nun endgültig reduziert werden. Als dies in der vergangenen Saison schon einmal geplant war, eskalierte im Februar bereits ein Streit zwischen Präsidium und der Liga über dieses Thema derart, dass es seitens der Mannschaften sowie in verschiedenen Fan-Foren so rumorte, dass THV-Präsident Ralf Illert einen Monat vor Schluss überraschend die Reißleine zog und den Plan verwarf. Schließlich hätte dieser fünf Absteiger gebracht. Dabei leistete sich der 60-Jährige allerdings einen gehörigen Fauxpas. Begründete der damals erst seit wenigen Monaten im Amt befindliche THV-Chef sein Zurückrudern mit dem Willen zu mehr Transparenz und Mitspracherecht der Vereine, trat er anschließend mit der Ankündigung, dass die Reduzierung für die nächste Saison bereits beschlossene Sache sei, wieder ins Fettnäpfchen. Zur Terminkonferenz vor gut einem Monat sprachen sich nun erneut alle Vereine gegen das Abspecken der Thüringenliga aus. Man darf also gespannt sein, wie sich diese Sache entwickelt.

 

Aufbau-Coach Doering interessiert der ganze Hickhack nur am Rande. Er will mit seiner Mannschaft so oder so die Klasse halten und sieht dafür beste Chancen. Vor allem weil seine Truppe als Team noch mehr zusammengewachsen scheint und ohne großartige Spielerwechsel auskam. So haben lediglich Urgestein Mike Dietze (Laufbahn beendet) und Daniel Bohnstedt (private Gründe) das Team verlassen. Dieses Duo wurde durch die Neuzugänge Patrick Jahn (LSV Ziegelheim) und Steven Heuschkel (Post SV Gera) mindestens adäquat ersetzt.

 

Auftakt gegen Staffel-Favoriten

 

Während Heuschkel bereits über gehörig Thüringenliga-Erfahrung verfügt und ihn der Abstieg der Post-Mannschaft zum Wechsel nach Altenburg bewegt hat, war es bei Jahn die Tatsache, dass er seit Jahren in Ziegelheim ein Reservisten-Dasein fristete. Beide hochgewachsenen Spieler dürften für deutlich mehr Power aus dem Rückraum sorgen und damit die Ausrechenbarkeit des Aufbau-Angriffes deutlich reduzieren.

 

Ob man in diese Saison genauso euphorisch starten kann wie in die abgelaufene, als man Ende Oktober bereits acht Punkte vorzuweisen hatte, bleibt abzuwarten. Die Auftaktgegner sind alles andere als zur Eingewöhnung geeignet. Denn der HSC Erfurt und Oberliga-Absteiger Apolda gehören zu den Staffel-Favoriten. Und in Mühlhausen oder Nordhausen zu gewinnen, ist seit jeher schwer. Also spricht vieles dafür, dass es auch passieren kann, dass man das Feld von hinten aufrollen muss. Doch egal wie es kommt, die Aufbau-Männer gehen ihre zweite Thüringenliga-Saison hochmotiviert an und mit der Unterstützung des Altenburger Publikums sollte man für alle Eventualitäten gerüstet sein.

Lutz Pfefferkorn

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