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Aufbau feiert Handball-Fest trotz Niederlage im DHB-Pokal

Aufbau feiert Handball-Fest trotz Niederlage im DHB-Pokal

Das Märchen ist ausgeträumt: Die Handballerinnen von Aufbau Altenburg, einzig verbliebener Viertligist im Achtelfinale des DHB-Pokals, sind am Sonntag im Goldenen Pflug am Bundesligisten aus Koblenz mit 23:32 (9:15) gescheitert.

Altenburg.

 

 

 

 

Von Lutz Pfefferkorn

Das Ergebnis mit nur neun Toren Differenz hätten selbst die größten Optimisten kaum für möglich gehalten. Wohl erst recht nicht, als bekannt wurde, dass die Altenburgerinnen arge Besetzungsprobleme belasteten. So war schon lange klar, dass die Heldinnen des Thüringen-Pokalendspieles Ingrida Razeviciute, Lucie Dorotikova und Franziska Holz nicht spielen würden. Am Freitag musste dann zu allem Überfluss auch noch Torfrau Lisa Zimmermann aus gesundheitlichen Gründen absagen. Somit mussten andere in die Bresche springen und taten auch.

Allerdings nicht ohne eine gehörige Portion Aufregung vor der Bedeutung des Spieles, dem schier übermächtigen Gegner und der überwältigenden, ungewohnten Zuschauerkulisse. Und so flogen gleich in den ersten fünf Minuten drei Bälle ins Seitenaus. Ebenso viele landeten in den Händen der Gegnerinnen. Die nutzten dies und gingen schnell 3:0 in Führung. Dabei wäre sogar noch Schlimmeres möglich gewesen, hätte nicht Torfrau Franziska Keller gleich drei ganz dicke Chancen zunichte gemacht. Als Sarah Schaaf sich aus einen Gewühl heraus den Ball schnappte und den ersten Aufbau-Treffer erzielte (5.), war das Publikum da und sollte noch viel Sehenswertes geboten bekommen.

Vor allem die kämpferische Einstellung bei den Gastgeberinnen stimmte. So entwickelte sich eine richtig gute Pokalpartie - auch wenn bei Aufbau weiter unverkennbar die Nerven mitspielten. Das zeigten etwa einige ungenutzte Abschlüsse, bei denen man von den Außenpositionen scheiterte. Allerdings erlaubte das Schiedsrichtergespann aus Sachsen-Anhalt den Gästen immer wieder Bundesliga-Härte. Und so musste sich Aufbau seine Chancen mit viel Kraftaufwand selbst erarbeiten. Das tat die Zita-Sieben auch mit viel Einsatz. Erstaunlich aber war, wie gut die Abwehr stand, die nur bei abgefangenen Bällen und Kreisanspielen auf die beiden unglaublich sicheren Schützinnen Klingenberg und Kils das Nachsehen hatte. So war im Positionsangriff kaum was zu holen für die Gäste.

Zur Pause hatten diese dann dennoch sechs Tore vorgelegt, was schon einen Achtungserfolg für die Altenburgerinnen bedeutete. Und die zweite Spielhälfte sollte noch besser werden, weil jetzt das ganze Team auch noch die letzte respektvolle Zurückhaltung ablegte und mit dem ganzen Körper versuchte, die Gäste-Abwehr zu umgehen. Dass dies ausgerechnet Leichtgewicht Vivien Walzel am besten gelang, kam einem Wunder gleich. Die Spielführerin war sich für nichts zu schade, lief Konter, riss Lücken, passte zu ihren Mitspielerinnen und verwandelte selbst mit traumhafter Sicherheit.

Diese Einsatzbereitschaft steckte an. Erst recht, als das Schirigespann nach fast 40 Minuten kein Erbarmen kannte und Jana Foksova wegen ihrer dritten Hinausstellung die Rote Karte zeigte. Lucie Mrozkova schien nun die zweite Lunge zu bekommen und probierte immer wieder den Abwehrdurchbruch bei den Gästen - egal, wie viele Spielerinnen bei ihr an den Unterarmen hingen. Als in den letzten beiden Schlussminuten Franziska Keller mit zwei Paraden und Yvonne Dietrich und Sarah Schaaf mit ihren schönen Toren den Rückstand gar wieder in den einstelligen Bereich brachten, was für die zweite Halbzeit also lediglich einen fast sensationellen Drei-Tore-Rückstand bedeutete, war die Partie gelaufen und hatte zweifellos mit dem Koblenzer Team einen gerechten Sieger gefunden. Allerdings nötigte die Art des Aufbau-Auftrittes Respekt ab und sollte für das wichtige Heimspiel am Samstag gegen Oberliga-Spitzenreiter HC Salzland beste Voraussetzungen geschaffen haben.

 

Keller, Foksova (2), Dietrich (2), Friedrich, Walzel (9/3), Biele (1), Greiner (2), Große, Lingk, Schaaf (2), Konrad (1), Mrozkova (4).

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