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Altenburg Aufbruchstimmung und gute Zahlen
Region Altenburg Aufbruchstimmung und gute Zahlen
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19:34 16.02.2014

Eine Zwischenbilanz ergibt, dass diese Hilfe tatsächlich Früchte getragen hat.

Handlungszwänge sah die Landesregierung vor allem wegen zwei bedenklichen Tatsachen: erstens eine weit überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit, zweitens ein großer Bevölkerungsverlust. Durch die Initiative konnte beidem entgegengewirkt werden. Davon zumindest geht Reinhard Scholland aus, der zuständige Abteilungsleiter in der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG), der die Ergebnisse gemeinsam mit Landrätin Michaele Sojka (Linke) am Freitag vor der Presse vorstellte.

Der Freistaat unterstützte die Umsetzung von bislang 86 Maßnahmen durch Zuwendungen in Höhe von über 45 Millionen Euro. Zuletzt konnten damit das Dach der Schlosskirche in Altenburg saniert, das Lutherzentrum in der Brüderkirche gebaut oder innerstädtische Brachflächen in Meuselwitz hergerichtet werden.

Die Vielzahl der Projekte hätte günstigen Einfluss auf wichtige Parameter, schätzte Scholland ein. So sei beispielsweise die Arbeitslosenquote innerhalb der drei Jahre im Altenburger Land stärker zurückgegangen als in Thüringen. Daneben wären im Schnitt und im Verhältnis gesehen auch mehr Menschen in den Landkreis gezogen als in den Freistaat, und auch weniger weggezogen. Einen deutlich größeren Sprung als landesweit hätten auch die Übernachtungen im Hotelgewerbe gemacht.

All dies sei natürlich nicht ausschließlich der Wachstumsinitiative zu verdanken, schränkte der Fachmann ein. Sie habe allerdings einen Anteil daran. "Um eine strukturschwache Region in eine prosperierende zu verwandeln, ist aber mehr Zeit nötig", verwies Scholland auf die Tatsache, dass der Landkreis den meisten Thüringer Regionen weiter hinterherhinkt. Gleiche Lebensverhältnisse seien noch nicht gegeben. Er sei sich aber sicher, dass bei einer Fortsetzung der Wachstumsinitiative die Strukturschwäche behoben werde.

Ob es aber weitergeht, ist völlig offen. Zunächst müsse die Landtagswahl abgewartet werden und danach die Entscheidung, ob die neue Landesregierung ihr Füllhorn auch künftig über dem Landkreis ausschüttet.

Zu tun gäbe es genug. Ganz oben auf der Agenda steht weiterhin der Neubau der B 7 hin zur Autobahn A 72, die Chemnitz und Leipzig verbindet. Diese vor allem für Altenburg bedeutsame Straße war eigentlich eines der wichtigsten Ziele der Wachstumsinitiative von 2010 bis 2013 und soll nun erneut vorangetrieben werden, kündigte Scholland an. "Wir in Thüringen wollen, aber auch Sachsen muss mitziehen", verwies er auf ein bekanntes Problem. Weitere Vorhaben könnten die Ortsdurchfahrt Gößnitz, die Erschließung des Gewerbegebietes Altenburg/Windischleuba, der Neubau der Turnhalle Niederhain oder der Ausbau des Pleißeradweges sein.

Auf eine Fortsetzung der Förderung für ihren Kreis hofft auch die Landrätin. Sie teilte die Einschätzung von Scholland, dass das Altenburger Land aufgeholt habe und sogar eine Aufbruchstimmung erlebe. "Die Zahlen der LEG sind für mich eine Genugtuung." Dass dies noch nicht bei jedem angekommen sei, verstehe sie. Allerdings hätten sich die Chancen vor allem der jungen Leute verbessert und es sei bereits ein Bedarf an Fachkräften zu spüren, sagte die Linken-Politikerin. © Kommentar

Jens Rosenkranz

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