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"Aufgaben gemeinsam erfüllen" - Chef der Verwaltungsgemeinschaft Altenburger Land will Strukturen für die Zukunft schaffen

"Aufgaben gemeinsam erfüllen" - Chef der Verwaltungsgemeinschaft Altenburger Land will Strukturen für die Zukunft schaffen

Am 30. Juni läuft nach sechs Jahren regulär die erste Amtszeit des Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Altenburger Land, Sören Huppert, aus. Er wird noch einmal antreten und sich dem Votum der Gemeinschaftsversammlung stellen.

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Sören Huppert

Mehna. Geplant ist die Wahl des VG-Chefs bereits für Anfang 2013. Die OVZ sprach mit Huppert über das Amt, die VG und seine Pläne.

OVZ: Ist VG-Vorsitzender Ihr Traumjob?

Sören Huppert: Es ist ein schöner Job, den ich gern mache. Ich möchte nicht tauschen.

Deswegen stellen Sie sich noch einmal der Wahl?

Ja. Die Aufgabe in unserer VG ist interessant und anspruchsvoll. Es gibt hier acht Bürgermeister, mit acht unterschiedlichen Ansätzen, Denkweisen und Praktiken. Das alles unter einen Hut zu bekommen und so zu gestalten, dass alle gemeinsam für etwas kämpfen, wird auch in den nächsten Jahren spannend bleiben.

Was haben Sie sich konkret vorgenommen?

Ein Punkt, an dem ich gern weiterarbeiten würde, ist der Kindergarten. Der Kindergarten Lumpzig soll ja aufgenommen werden. Rolika bekommt sozusagen einen Bruder. Die Einrichtungen dann hinsichtlich der Konzeption, des Personals und der Gestaltung weiterzuentwickeln, das ist eine Aufgabe, die ich gern weiterführen würde.

Gibt es weitere wichtige Punkte?

Ja, das große Thema Gebietsreform. Auch wenn es von den Gemeinden nicht gern gehört wird, aber die wird sicher kommen. Ich denke spätestens 2018 bis 2020. Meine Befürchtung ist, dass dann das Gebiet der VG zerschlagen werden könnte und die Dörfer nach Schmölln, Meuselwitz und Altenburg eingemeindet werden. Ich möchte nun die Gemeinden davon überzeugen, sich so aufzustellen, dass sie eine Gebietsreform überleben. Nicht eigenständig, aber als zusammengehöriges Gebilde. Dafür müssen jetzt Strukturen geschaffen werden, die sich, wenn es so weit ist, nicht einfach zerschlagen lassen.

2020 ist noch ein Stück hin, ist jetzt schon Handlungsbedarf?

Es ist bereits fünf vor zwölf. Im Moment haben wir acht eigenständige Gemeinden, und jede werkelt für sich. Wir müssen in den nächsten Jahren so weit kommen, dass ein gewachsenes Gebilde entsteht, welches nicht aufgelöst werden kann, ohne dass dies den öffentlichen Interessen widerspricht. So etwas sollte aber langfristig vorbereitet werden. Natürlich setzt eine solche Entwicklung den entsprechenden politischen Willen voraus. Andernfalls kann die Verwaltung der VG nichts tun.

Ist damit Ihre Agenda komplett?

Nicht ganz. Was auch dazugehört, sind die Finanzen. Es ist doch so, Geld wird immer weniger, Personal aber nicht mehr. Und der demografische Wandel kommt auch noch dazu. Das heißt, wir können auf dem Stand von heute nicht bleiben. Wir müssen an unseren Aufgaben arbeiten, nicht nur qualitativ, auch quantitativ. An den Pflichtaufgaben und an den vielen freiwilligen Leistungen. Wir müssen prüfen, welche Aufgaben wir, Gemeinde und Verwaltung, erfüllen müssen und welche Aufgaben wir darüber hinaus noch erfüllen können.

Was heißt das konkret?

Aufgaben reduzieren oder gemeinsam erfüllen. Ich meine, der erste Schritt war das Schaffen der VG. Alleine konnte die Gemeinde die Verwaltung Anfang der 90er-Jahre nicht mehr stemmen, also machen sie diese zusammen. Dann konnte sich nicht mehr jede Kommune einen Kindergarten leisten, also machen wir ihn zusammen. Meiner Ansicht nach kann sich auch nicht jede Gemeinde, jeder kleine Ortsteil eine Begegnungsstätte, einen Sportplatz und einen Veranstaltungssaal leisten. Wenn man mal genau hinschaut, wie oft stehen die Säle denn leer? Wie oft werden die Sportplätze wirklich genutzt? Die Unterhaltskosten bleiben aber. Also müssen wir uns fragen, wie können wir eine bessere Auslastung und mehr Effektivität erreichen.

Läuft das darauf hinaus, Sportplätze oder Säle zu schließen?

Nein. Es soll darauf hinauslaufen, dass sich Gedanken gemacht werden müssen, ob es noch sinnvoll ist, in alle Anlagen und Einrichtungen weiter zu investieren oder ob das Geld nicht besser ausgegeben werden könnte. Zum Beispiel würde es doch ausreichen, wenn wir zwei, drei große Säle in der VG hätten oder sich in Zukunft mehrere Mannschaften eine Sportstätte teilen. Hier möchte ich, dass die Gemeinden ins Gespräch kommen und besser zusammenarbeiten. In Richtung Gebietsreform gedacht, wenn erst einmal so etwas gewachsen ist, lässt es sich später schlecht zerschlagen.

Stichwort weniger Geld und mehr Aufgaben. Sie haben auch eine Verantwortung nach innen, gegenüber den Mitarbeitern der Verwaltung.

Ein ganz heißes Thema. Die Zahl der Mitarbeiter ist, seit es die VG gibt, von über 20 Angestellten auf jetzt zwölf geschrumpft. Die Personalsituation ist immer so eine Geschichte, bei der die Wellen hochschlagen. Diese Debatte entspringt immer wieder. Ich werde auch nicht müde, gegenüber den Bürgermeistern die Meinung unseres Hauses vorzutragen, auch wenn das größtenteils auf Widerstand stößt.

Arbeitet Ihre Mannschaft am Limit?

Ja, auch wenn manche Bürgermeister immer wieder Luft vermuten. Etwa haben wir die Straßenausbaubeiträge aus eigener Kraft gestemmt, weil es kein Geld für eine weitere Stelle aus den Gemeinden gab. Frustrierend ist aber, wenn es dann von manchen heißt, ihr habt doch alles geschafft, die Mitarbeiter sehen entspannt aus, es läuft alles, also besteht keine Notwendigkeit, eine weitere Stelle zu schaffen. Was ich möchte ist, dass die Leistung der Mitarbeiter anerkannt und akzeptiert und auch mal nach außen getragen wird.

Zurückblickend auf Ihre erste Amtszeit, wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus?

Eines habe ich gerade angesprochen, wir haben im Haus unsere Aufgaben immer zuverlässig erfüllt, auch in personell angespannten Situationen. Ein Highlight war sicher, dass wir es geschafft haben, den Kindergarten Rolika zu erhalten. Eine Zeit lang hatten wir dort zu wenig Kinder und es sah nicht gut aus. Gott sei Dank kann ich heute sagen, gibt es die Kita noch. Inzwischen hat sich die Kinderzahl gesteigert, sogar so weit, dass wir in diesem Jahr die Einrichtung erweitern mussten. Interview Jörg Reuter

 

-Kommentar Seite 13

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