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"Aufs Knöpfe-Rollen bin ich gespannt"

"Aufs Knöpfe-Rollen bin ich gespannt"

Mit Frank Busemann gastiert am Donnerstag der Silbermedaillen-Gewinner der Olympischen Spiele von 1996 bei der Sportabzeichen-Tour in Schmölln (8.30 Uhr, Pfefferberg).

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Leichtathletik-Idol Frank Busemann gibt Annabel Könnecke bei der Sportabzeichentour in Magdeburg Tipps zur Verbesserung ihrer Technik beim Schlagballweitwurf. Am Donnerstag ist Busemann auch in Schmölln.

Quelle: dpa

Warum der einstige Zehnkämpfer sich als Botschafter für den Fitness-Orden des Deutschen Olympischen Sportbundes einsetzt, was noch immer seinen Ehrgeiz kitzelt und wie insbesondere Kinder zu Bewegung angehalten werden können, erklärt der 38-Jährige im OVZ-Interview.

 

OVZ: Welches war beim Zehnkampf Ihre Lieblingsdisziplin, sofern es eine gab?

 

Frank Busemann: Im Grunde genommen alles, was funktioniert hat. 1500 Meter eingeschlossen, das war ja immer die Hass-Disziplin der Zehnkämpfer, aber ich habe es nachher gemocht, weil's dazugehörte und weil nur so Helden geboren werden. (lacht)

 

Ist das auch der Grund, warum Sie die Sportabzeichen-Tour unterstützen?

 

Es gibt einige Parallelen zwischen dem Zehnkampf und dem Deutschen Sportabzeichen. Der Fitnessorden ist ebenfalls ein Mehrkampf, auch wenn es dort nicht zehn, sondern nur fünf Disziplinen abzulegen gilt, die ganz unterschiedlich sind. Weder beim Zehnkampf noch beim Sportabzeichen sind Fachidioten gefragt. Man muss eben alles können. Außerdem kommt nie Langeweile auf. Wenn jemand gut im Sprint ist, aber, salopp gesagt, mit seinen Storchenarmen die Kugel auf seine Füße fallen lässt, muss er sich diese Leistung aneignen.

 

Ihr leistungssportliches Karriereende ist jetzt ziemlich genau zehn Jahre her. Wie sieht denn derzeit ihr Pensum aus?

 

Wenn ich Ziele habe, sprich einen Zehn-Kilometer-Lauf, den ich vor zwei Wochen gemacht habe, oder den Halbmarathon vor sechs Wochen, dann trainiere ich auch viermal die Woche im Ausdauerbereich. Wenn ich keine Ziele habe, so wie jetzt, dann beschränkt sich das auf ein- oder zweimal die Woche ein bisschen Joggen gehen und fertig.

 

Bei der Tour sind Sie auch für die Erwärmung zuständig, in deren Rahmen es den Gangnam-Style gibt. Haben Sie das schon mal ausprobiert?

 

Nee! (lacht) Ich kann mit Fug und Recht behaupten, ich tanze noch nicht mal für Geld. Selbst Let's Dance konnte mich nicht dazu bewegen. Man sagt zwar immer, Sportler hätten ein gutes Rhythmus-Gefühl. Aber ich glaube nur, wenn sie den Takt selbst vorgeben.

 

Das heißt, Sie halten auch insgesamt nicht viel von Bewegung zu Musik?

 

Doch klar, wer da Spaß dran hat, für den ist's super. Meins ist es nicht. Ich bin aber nicht dagegen, nur weil ich es nicht kann.

 

Glauben Sie, dass es dadurch auch einfacher ist, Kindern einen Zugang zu Sport zu schaffen oder gar Hemmungen abzubauen?

 

Ja, ich habe das jetzt in Lehrte erleben dürfen, wie die Kinder auf den Gangnam-Style abfahren, wie viele das auch wirklich können und was für eine Freude da entsteht. Von daher ist das eine Schiene, dass man bestimmte Kinder über die Musik und den Tanz erreicht. Und es gibt andere Kinder, die man über den Wettkampf erreicht, und wieder andere über die Neugier, über das Ausprobieren und die grenzwertige Erfahrung. Wenn wir da so eine Schnittmenge finden, wo wir wirklich viele kriegen, dann ist das genau der Punkt.

 

Der hiesige Kreissportbund plant mit Danny Ecker einen Stabweitsprung-Wettbewerb. Wäre das auch etwas für Sie?

 

Immer, wenn da ein Wettbewerb dabei ist. Ich probiere gern etwas aus und Stabweitsprung ist bei mir schon lange her. Aber wenn Danny dabei ist, kann da nichts anbrennen.

 

Apropos Wettbewerb: Kitzelt das Knöpfe-Rollen in Schmölln Ihren Ehrgeiz?

 

Aufs Knöpfe-Rollen bin ich sehr gespannt, wie das genau abläuft. Wenn ich den Startschuss nicht höre oder er nicht in Reichweite ist, sage ich immer: Alles locker, ruhig Blut, ist ja nur ein Spiel. Aber wenn ich ihn höre, dann kommt das alte Athleten-Dasein wieder zurück.

 

Da sind Sie mir sicher nicht böse, wenn ich dem Kreissportbund den Hinweis gebe, dass Sie einen Startschuss einbauen sollen?

 

(lacht) Sonst funktioniere ich nicht.

 

Gibt es aus Ihrer Erfahrung einen speziellen Rat, den Sie Kindern, Jugendlichen und Familien in Bezug auf den Sportabzeichen-Tag geben würden? So etwas wie "Volle Pulle kann schädlich sein"?

 

Der Satz ist eher auf Erwachsene gemünzt, die zum Beispiel im Job überdrehen, oder übertreiben, wenn sie mit Sport anfangen wollen. Bei Kindern ist es so, dass sie sich nur sehr schwer verletzen können, auch wenn sie unaufgewärmt in Übungen gehen. Die Kinder sollen einfach mit Neugier ausprobieren, was es da zu erleben gibt und keine Angst vor Nichts haben. Sie können frei auftreten und diesen Tag mit allen Sinnen erleben und genießen. Das wird ein großartiges Event, Sport in einer ganz anderen Form, in einem riesengroßen Rahmen.

 

Darauf freuen Sie sich auch ...

 

Ja, und darauf, viele begeisterte Kinder in Bewegung zu sehen. Das erwartet man in der heutigen Zeit ja auch nicht unbedingt, dass Kinder Lust auf Sport und Bewegung haben. Das ist auch der Hintergedanken der Sportabzeichen-Tour und mein Engagement: An die Hand nehmen und zusammen Sport machen und vielleicht eine Nachhaltigkeit zu erzielen, dass Bewegung normal wird.

 

Ist das eine Erfahrung aus Ihren fünf Jahren Sportabzeichen-Tour, dass Kinder zu Sport motiviert werden müssen oder tut man Ihnen da Unrecht?

 

Eigentlich müssen Sie nicht motiviert werden. Das Problem in unserer Gesellschaft ist, dass sie eher gehemmt und gebremst werden und das irgendwann verlernen. Aber die Sportabzeichen-Tour lädt dazu ein, sich auszuprobieren. Und ich habe ganz, ganz wenige Kinder gesehen, die das nicht wollen, nicht mitmachen oder Angst davor haben. Die meisten sind mit Feuer und Flamme dabei, und das ist großartig. Interview: Thomas Haegeler

Thomas Haegeler

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