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Aufsteiger Ehrenhain belehrt Kritiker eines Besseren

Aufsteiger Ehrenhain belehrt Kritiker eines Besseren

Die ersten 15 Spiele in der höchsten Spielklasse Thüringens hat der SV Ehrenhain geschafft und das Team von Trainer Frank Weidner steht auf einem Nichtabstiegsplatz.

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So wie hier gegen Weimar wollen Trainer Frank Weidner (r.) und die Verbandsliga-Fußballer des SV Ehrenhain in der Rückrunde noch öfter jubeln.

Quelle: Mario Jahn

Das hätte dem Aufsteiger nach den nervenaufreibenden Sommerwochen mit Wechselgerüchten und anderen Störfeuern sowie ohne nennenswerte Zugänge kaum jemand zugetraut. Bislang zahlte es sich jedoch aus, dass der Verein kontinuierlich weitergearbeitet hat, was auch in der Rückrunde so bleiben soll.

 

So souverän, wie das Team den Aufstieg und den damit größten Erfolg der Vereinsgeschichte geschafft hatte, so holprig begann auch das Abenteuer Verbandsliga im August. Noch vor dem Punktspielstart blamierte man sich in der ersten Runde des Landespokals und schied gegen den zwei Klassen tiefer spielenden SV Rositz sang- und klanglos aus. Auch zum Auftakt im Derby gegen die SG Motor/Lok Altenburg sah das Team, das seine Leistungsträger in David Syhre und den Tschechen Ales Terynek, Tomas Trojan und Martin Sigmund hat, nicht gut aus. 0:3 verlor man vor der Rekordkulisse von 520 Zuschauern.

 

Auch in der folgenden Partie bei Oberliga-Absteiger Gotha (1:3) war nicht viel zu holen und promt schwante vielen Schlimmes. Doch weit gefehlt. Denn bereits gegen Weimar holte man mit einem 3:2-Erfolg die ersten Punkte. Trojan, Syhre und Terynek schossen diesen Heimsieg heraus. Das stärkte die Moral und gab Selbstvertrauen. In Heiligenstadt wurde Ehrenhain aber schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt (1:3).

 

Erwartungsvoll ging es ins nächste Heimspiel gegen Wismut Gera. Doch Ehrenhain war zu passiv, was die routinierten Gäste voll nutzten (1:4). Gut Paroli bot die Weidner-Elf dagegen beim Tabellenführer Eisenach, wo nur 1:2 verloren wurde. Zuvor hatte Ehrenhain noch sensationell in Dachwig mit 4:1 gewonnen. Syhre (2), Funke und Döring sorgten für die Treffer. Ein dramatisches Spiel gab es daheim gegen den Aufstiegskandidaten Union Mühlhausen beim 3:3 (3:0). Mit einer Klasseleistung führte Ehrenhain den Favoriten in der ersten Halbzeit vor, lag mit 3:0 in Front. Doch dann brach man ein. Ein Problem, was man öfter in der ersten Hälfte der Premieren-Saison in der Verbandsliga hatte.

 

So etwa in Sondershausen und gegen Leinefelde, als Ehrenhain jeweils 1:4-Pleiten quittieren musste. Nur eine Woche später sorgte man bei Geratal für eine positive Überraschung. Mit 3:1 entführte man die Punkte. Schwer taten sich Syhre, Terynek und Co. im Heimspiel gegen Arnstadt (1:1). In Neustadt, wo man Punkte erhofft hatte, ging Ehrenhain nach schwacher Leistung leer aus (0:2). Geschockt waren Fans und Spieler nach dem 0:3-Pausenrückstand gegen Stadtroda, den bisherigen Punktelieferant der Liga. Entsprechend sauer war Weidner. Sein Team berappelte sich aber wieder, holte auf und kam kurz vor Ende sogar noch zum Siegtreffer. Im letzten Spiel vor der Winterpause, in Martinroda, musste Ehrenhain noch ein vermeidbares 2:4 hinnehmen.

 

Trotzdem steht der SV als 13. auf einem Nichtabstiegsplatz, feierte das bei einem gemeinsamen Koch-Event in der Senfonie in Altenburg. Bei gemütlicher Stimmung und bester Laune bereitete man gemeinsam unter fachlicher Anleitung ein Fünf-Gänge-Menü zu und verbrachte danach ein paar ausgelassene Stunden. Aus vier Siegen, zwei Remis und neun Niederlagen errechnen sich 14 Punkte. Das Torverhältnis von 26:40 Treffern zeigt bereits, dass es Abwehrschwächen gibt, die sich aber oft schon im Mittelfeld andeuten. Hinzu kommen individuelle Fehler und es fehlen manchmal noch die Cleverness und das abgezockte Verhalten. Hier hatten andere gestandene Verbandsligisten Beispiele gegeben. Auch die Konzentration muss konstanter werden, um Einbrüche zu vermeiden. Einsatz und Moral dagegen stimmten in vielen Spielen, jedoch fehlte ab und an noch das homogene Wirken aller Mannschaftsteile.

 

Unglücklich waren auch die vielen Ausfälle. Torwart André Sittel verletzte sich schwer, fällt länger aus. Auch Christian Köhler, Martin Sigmund und Tobias Bethke fehlten mehrfach. "Der Kader ist dünn, Verletzungen sind schwer zu kompensieren", sagte Trainer Weidner. Der Zugang von Petr Homola stabilisierte den Defensivbereich sichtlich.

 

Erfolgreichste Torschützen waren Syhre und Terynek mit sieben Toren, Sigmund (4), Döring (2), Homola (2), Funke und Killemann trafen ebenfalls. In die Rückrunde sollte Ehrenhain mit Zuversicht gehen. Das Team hat Moral und auch das Rüstzeug, den Klassenerhalt zu schaffen. Trainer Weidner wünscht sich fünf bis sechs Siege, die zu diesem Ziel reichen könnten: "Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können, müssen aber in jedem Spiel 100 Prozent Leistung abrufen." Im Umfeld stimmt es bei Ehrenhain jedenfalls. Denn den Ausfall von Sponsor Walraven konnte der Vorstand inzwischen mehr als kompensieren.

Reinhard Weber

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