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Altenburg Aus Stämmen sind Kunstwerke entstanden: Finissage im Quellenhof
Region Altenburg Aus Stämmen sind Kunstwerke entstanden: Finissage im Quellenhof
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10:03 24.05.2016
Letzter Schliff: Der Altenburger Künstler Thomas Suchomel entfernt an einem seiner Werke mit dem Pinsel Holzspäne. Quelle: Nicole Rathge-Scholz
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Garbisdorf

„Ich stehe sozusagen im Zentrum meiner Kunstwerke“, erzählte Thomas Suchomel, der regelmäßig an dem Pleinair im Quellenhof in Garbisdorf teilnimmt. Jeder Künstler hatte auf der Streuobstwiese einen großen Holzstamm zur Verfügung, aus dem er Kunstwerke erschaffen konnte – so viele er wollte. Suchomel kreierte insgesamt zehn Stück. „Ich nehme mir nicht vor, dass ich jetzt zum Beispiel eine Figur entwerfe. Ich rede sozusagen mit dem Holz, hab’ eigentlich überhaupt keinen Plan, was es mal werden soll. Ich setze die Kettensäge an und beginne zu arbeiten. Zunächst entferne ich morsches Holz und vieles mehr, und wenn ich denke, dass ich fertig bin, trete ich vom Objekt zurück und bin meist selber erstaunt, was daraus geworden ist“, erklärte der Altenburger seine Arbeitsweise. Keiner seiner Werke trage einen Titel. „Diejenigen, die eine meiner Skulpturen erwerben, können selber entscheiden, wie sie sie nennen wollen, je nachdem, was sie in dem Werk sehen.“

Letzter Schliff: Der Altenburger Künstler Thomas Suchomel entfernt an einem seiner Werke mit dem Pinsel Holzspäne. Quelle: Nicole Rathge-Scholz

Bei so einer Arbeitsweise müsse man ein Grundvertrauen in sich selbst haben, so Suchomel. „Viele staunen, wenn ich einfach anfange zu sägen und am Ende wirklich was Anschaubares heraus kommt.“ Suchomel schätzt das gemeinschaftliche Arbeiten mit anderen Künstler an einem Ort. „Viele Sachen beeinflussen einen in seiner Arbeit, aber meistens kann man gar nicht mehr genau sagen, was es war – ob die Umgebung, die Gespräche oder anderes“, verriet er.

Zwei Wochen lang kreierten 15 Künstler aus ganz Deutschland auf dem Quellenhof Kunstwerke verschiedenster Stilrichtungen. „Ich glaube, so eine Vielfalt von Werken hatten wir noch nie. Da trifft Surreales auf Abstraktes, Figürliches, Konzeptionelles und dergleichen“, führte Mitorganisator Günter Lichtenstein vom Heimatverein Göpfersdorf aus.

Die gebürtige Engländerin Jess Fuller war zum dritten Mal beim Pleinair dabei und stellte sich dem Thema Meereslandschaften. „Ich wohne seit 16 Jahren in Rudolstadt, und Thüringen lag ja vor Millionen von Jahren im Wasser. Dies ist ein Grund, warum ich mich dem Thema widme, aber ebenso, weil Wasser für uns alle wichtig ist“, erklärte sie und fotografierte ihre Holzwellen. Als Profikünstlerin nimmt sie an vielen Symposien teil, doch Garbisdorf hat es ihr besonders angetan. „Das Ambiente hier ist einfach so harmonisch, die Kollegen alle super nett, und alles ist spitze organisiert“, schwärmte die Wahlthüringerin. Vor allem die abendlichen Gespräche am Lagerfeuer, bei denen man über die Kunst mit Gleichgesinnten reden kann, seien ihr sehr wichtig. „Ich arbeite hauptsächlich alleine in meinem Atelier, da ist es toll wenn man sich mal mehrere Tage mit anderen Künstlern austauschen kann, seinen eigenen Horizont erweitert und neue, andere Techniken kennen lernt.“

In diesem Jahr nahmen drei neue Künstler an der Veranstaltung teil. „Wir geben nie ein Thema vor, die Künstler sollen sich frei entfalten“, so Lichtenstein, der die Idee hinter dem Pleinair erklärt. „Künstler sind immer alleine mit sich und ihren Selbstzweifeln. Bei so einem Zusammenkommen haben sie die Gelegenheit, sich Kritik zu stellen, Anregungen zu holen und Hinweise zu bekommen, aber auch die Arbeit der Kollegen zu begutachten. Sie haben Spaß, in der Gemeinschaft und ohne Zwang ihre Kreativität auszuleben“, fügte er hinzu und freute sich auf den Höhepunkt des Abends, die Versteigerung der „Guten Geister“. Der Erlös kommt zur Hälfte den Künstlern zugute, die andere Hälfte wird fürs nächste Pleinair investiert. Bei der Versteigerung können Kunstfreunde wahre Schnäppchen ergattern, weshalb es auch immer zahlreiche Interessenten und Besucher in den Quellenhof zieht.

Der Abend klang mit Musik des Quartetts „Das blaue Pony“ am Lagerfeuer aus.

Von Nicole Rathge-Scholz

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