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Ausgetutet: Immer mehr Telefonzellen verschwinden

Ausgetutet: Immer mehr Telefonzellen verschwinden

Wer konnte denn ahnen, dass die Worte des deutschen Physikers Philipp Reis als ein Meilenstein in die Geschichte eingehen werden. Nachdem 1860 der erste Fernsprecher in New York installiert wurde, hielt die neue Technik auch in Deutschland Einzug.

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Quelle: Mario Jahn

Die Entwicklung nimmt vor allem in den 20er-Jahren rasant an Fahrt auf, wobei nunmehr die ersten Telefonzellen das Stadtbild mehr und mehr prägen.

 

Aber die klassischen Fernsprecher verschwinden aus den Straßen. Nicht selten finden sich die gelben Zellen als Sammlerstücke in Wohnzimmern, Hobbykellern oder Fluren wieder.

 

Auch in der Skatstadt hat es sich in Sachen öffentlicher Anschlüsse fast ausgetutet. Ganze zehn zumeist modernere Nachfolger der klassischen gelben Häuschen finden sich noch in Altenburg: In der Bach-, Burg-, Erich-Mäder-, Fabrik-, Liebermann-, Lindenau-, Pappel-, und Wettinerstraße sowie im Steinweg und auf dem Markt hat man noch Anschluss - so die Geräte funktionieren. Sonderlich rosig sehen deren Zeiten jedoch nicht aus, arbeiten sie doch recht unwirtschaftlich und weisen Einnahmen von weniger als 100 Euro pro Monat auf, teilt Georg von Wagner, Pressesprecher des Betreibers Deutsche Telekom, mit. Gemäß einer Übereinkunft der Bundesnetzagentur und der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände darf die Telekom seit 2012 unrentable Standorte in Städten und Gemeinden abbauen. Sofern ein Fernsprecher weniger als 50 Euro im Monat erwirtschaftet, kann das Unternehmen die Kommune um die Zustimmung zur Demontage des Apparates bitten. Sollte die verweigert werden, besteht auch die Möglichkeit, eine kostengünstigere Variante statt des alten Gerätes zu installieren. In Altenburg würde die Telekom gerne fünf der Zellen verschwinden lassen. Das letzte Wort dafür ist von Seiten der Stadt aber noch nicht gesprochen.

 

Rathaussprecher Christian Bettels betont auf Nachfrage, dass auch im Zeitalter von Handys eine Grundversorgung an öffentlichen Telefonzellen gesichert sein soll: "Deswegen haben wir lediglich den Rückbau von zwei Telefonzellen akzeptiert." Konkret sollen die öffentlichen Telefone in der Erich-Mäder- und in der Lindenaustraße verschwinden. Für diese Standorte konnte die Telekom die Unwirtschaftlichkeit nachweisen. "Hätte die Stadt dennoch ein Veto gegen den Abbau eingelegt, müsste sie sich künftig an den Kosten für den Betrieb beteiligen", teilt Christian Bettels mit.

 

Die Anzahl der öffentlichen Telefonstellen ist somit zwar recht gering, dennoch wird weiterhin eine bedarfsgerechte Versorgung angestrebt und vielleicht kann sich die Stadt Altenburg irgendwann sogar als eine der letzten Städte mit klassischen Telefonzellen rühmen.

Stephanie Klapper

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