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Altenburg ?Außerordentlich ungerecht?
Region Altenburg ?Außerordentlich ungerecht?
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20:47 29.05.2013

Die Fakten sind ernüchternd. Eine Kampagne "Werben in Leipzig" ist auch im vergangenen Jahr wieder nicht finanzierbar gewesen, schätzt der Jahresbericht Tourismus 2012 ein. Einen Vertrag zur weiteren Zusammenarbeit in der Thüringer Städtekette - deren Radweg dem Altenburger Land die meisten Radtouristen bringt - konnte vom Landratsamt nicht unterschrieben werden, weil der Kreistag die Gelder aus dem Etatentwurf gestrichen hatte. Es ging um 1450 Euro.

Ohne eine Vorfinanzierung durch den Fremdenverkehrsverband Altenburger Land und die Altenburger Tourismus-Information, die als Geschäftsbesorger des im Grunde ehrenamtlichen Vereins wirkt, hätte es fast bis Mitte vergangenen Jahres überhaupt kein Marketing für die Region gegeben. "Wir hätten die wichtigsten Kommunikationstermine versäumt", heißt es im Jahresbericht.

Und weiter: "Sicher ist, dass weder Fremdenverkehrsverband noch Altenburger Tourismus-Information ohne eine finanzielle Gegenleistung nicht mehr willens und in der Lage sind, für den Landkreis Leistungen werblicher, vor allem personeller Art kostenlos zu erbringen." Was nichts anderes heißt, als dass der Fremdenverkehrsverband schnellstens ein neues Finanzierungsmodell braucht. Wie das aussehen könnte, machte Landrätin Michale Sojka (50, Linke), die zugleich Verbandschefin ist, auf der jüngsten Mitgliederversammlung deutlich.

Entweder Verdopplung des Mitgliedsbeitrages des Kreises von 0,26 auf 0,55 Cent pro Einwohner und Beitritt der noch nicht mitarbeitenden Kommunen wie beispielsweise Gößnitz und Rositz. Oder aber komplette Finanzierung der Arbeit des Verbandes aus der Kreisumlage und dafür Senkung der Mitgliedsbeiträge. Die Aufgaben würden dann auf der Grundlage eines Vertrages an die Tourismus-Information abgegeben, so wie dies Altenburg schon praktiziert. Oder aber Reduzierung der Leistungen sogar für jene Partner, die jetzt noch bezahlen, Abwicklung aller Projekte, Ende der Vermarktung des Kreises und Konzentration auf Altenburg.

Sojka stellte klar, dass sie das gegenwärtige Modell für "außerordentlich ungerecht" hält und einen Vertrag des Landkreises mit den Tourismus-Experten bevorzugt. Doch momentan würde es im Kreishaushalt fast keine Mittel für den Tourismus geben.

Ein Ausweg könnte der Einsatz von Geldern aus dem Regionalbudget sein, die drei mal 300 000 Euro sind gerade wieder beim Land beantragt worden. Für diesen Fall legte sich die Landrätin allerdings fest: "Ich verspreche, dass daraus nichts finanziert wird, was nicht touristische Bedeutung hat oder was sich gegen die Interessen von Verbandsmitgliedern richtet." © Kommentar

Günter Neumann

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