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Altenburg Ausstellung archäologischer Raritäten wird in Altenburg eröffnet
Region Altenburg Ausstellung archäologischer Raritäten wird in Altenburg eröffnet
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17:06 09.10.2018
Dieser Terrakottakopf aus dem 4. Jahrhundert vor Christus wurde in Sizilien gefunden und ist Teil der „Schenkung Sinn“. Quelle: Lindenau-Museum
Altenburg

Im Frühjahr dieses Jahres hat Ulrich Sinn dem Lindenau-Museum eine Reihe archäologischer Objekte geschenkt, die das Lindenau-Museum nun erstmals in einer Kabinettausstellung präsentiert. Die Schau wird am Donnerstag um 18.30 Uhr eröffnet und ist bis zum 27. Januar 2019 zu sehen.

Die antiken Objekte der „Schenkung Sinn“ stammen ursprünglich aus der Privatsammlung des 1980 verstorbenen Berliner Lebensmittelchemikers Curt Luckow, der sich scherzhaft auch als „Schnapspapst von Deutschland“ bezeichnete. Zusammen mit seiner Frau Hildegard, die sich sehr für die Antike begeisterte, baute er die Sammlung in den 1930er Jahren auf. In beratender Funktion stand dem Ehepaar die Archäologin Gerda Bruns zur Seite.

1970 nahm Luckow in Erinnerung an seine im Vorjahr verstorbenen Ehefrau an einer Studienreise nach Griechenland teil, die von Ulrich Sinn, damals Student der Klassischen Archäologie an der Universität Freiburg im Breisgau, geleitet wurde. Zwischen Luckow und Sinn entwickelte sich während der Reise ein Verhältnis der Wertschätzung, das bis zu Luckows Tod andauern sollte. In seinem Testament setzte er schließlich Sinn als Erben seiner verbliebenen antiken Sammlungsobjekte ein.

Museum übernahm wertvolle Stücke im April

Sinn, der an der Universität Bonn habilitiert wurde, verlieh die Objekte bis 1992 an das Akademische Kunstmuseum der Universität. Danach blieben sie in privater Obhut, die nur von einigen Auftritten im Rahmen von Sonderausstellungen des Martin von Wagner Museums der Universität Würzburg unterbrochen wurde. Hier war der Professor Inhaber des Lehrstuhls für Klassische Archäologie bis 2011. Seit dem 11. April 2018 befinden sich die Objekte nun im Besitz des Lindenau-Museums.

2500 Jahre Altersunterschied

Bei den Objekten handelt es sich um antike Kunst- und Gebrauchsgegenstände der unterschiedlichsten Art aus verschiedenen Regionen und Zeiten. Fast 2500 Jahre liegen zwischen der Entstehung des ältesten und des jüngsten Exponats. Dabei ist die kyprische Schnabelkanne nicht nur das älteste Objekt der Schenkung, sondern auch des ganzen Museums. Da die Antikensammlung des Lindenau-Museums weder Keramik dieser frühen Zeit noch aus Zypern beinhaltete und auch Funde aus der Römischen Kaiserzeit nur einen geringen Bestand ausmachen, stellen die Neuzugänge laut dem Lindenau-Museum eine „wahre Bereicherung“ für die Sammlung dar. Zudem ergänzen einige der Objekte wie die beiden Terrakottastatuetten und die apulische Hydria den Lindenau’schen Bestand.

Zur Eröffnung der Kabinettausstellung am Donnerstag werden Roland Krischke, Direktor des Lindenau-Museums Altenburg, und Professor Ulrich Sinn selbst, emeritierter Lehrstuhlinhaber für Klassische Archäologie der Universität Würzburg, sprechen.

Von OVZ

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