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Altenburg Ausstellung gegen häusliche Gewalt im Altenburger Rathaus eröffnet - Jede vierte Frau wird Opfer
Region Altenburg Ausstellung gegen häusliche Gewalt im Altenburger Rathaus eröffnet - Jede vierte Frau wird Opfer
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12:03 23.11.2011
Keine Schwäche zeigen: Angehende Erzieher demonstrieren mit aufgesetztem Lachen, wie Opfer nach außen eine heile Welt spielen. Quelle: Mario Jahn

Im Rahmen der Ausstellung führten angehende Erzieher der Euro-Schule Altenburg nur mit Hilfe von Mimik und Gestik ein Theaterstück auf, das Gewalttaten im sozialen Umfeld nachstellte. Abgeschlossen wurde die Eröffnung mit einem Dokumentarfilm über ein dreijähriges Mädchen, das vom Stiefvater zu Tode geprügelt wurde.

534 Frauen und 528 Kinder nahmen im Jahr 2010 Hilfe in Thüringer Frauenhäusern in Anspruch. In Altenburg wurden 17 Frauen mit insgesamt neun Kindern in den Frauenschutzwohnungen der Stadtverwaltung aufgenommen, 217 Fälle waren zur ambulanten Beratung bei der zuständigen Sozialarbeiterin, 98 Notrufe wurden entgegengenommen. Die Zahl der Aufenthalte sei weniger, die der ambulanten Betreuung unterdessen mehr geworden, teilte Ines Quart mit. Das sei Resultat der Prävention, Aufklärung und Vernetzung. Die Anzahl der Fälle hat sich nach Aussage der Gleichstellungsbeauftragten allerdings nicht wesentlich geändert.

"Am häufigsten richtet sich häusliche Gewalt gegen Frauen, sie wird aber gleichermaßen von Kindern der Familien erlebt", so die Referatsleiterin. Die Folgen sind erheblich. Mädchen ziehen sich zurück und entwickeln ein geringes Selbstwertgefühl, Jungen greifen nicht selten zu Alkohol und Drogen oder nehmen sich im schlimmsten Fall das Leben. "Wenn Opfer an den Lasten zerbrechen, ist das Umfeld geschockt. Erst dann wird vielen bewusst, wie allgegenwärtig häusliche Gewalt ist", so Quart.

Aber nicht immer sind nur Frauen und Kinder Opfer. Auch Männer werden von ihren Frauen unterdrückt, gedemütigt oder geschlagen. Allerdings ist Bärbel Viertel, Mitarbeiterin im Referat für Soziales und zuständig für die Frauenberatung, noch kein Fall untergekommen, indem ein Mann in Altenburg Hilfe aufgesucht hätte. "Das hat viel mit Scham zu tun. Welcher Mann gibt schon zu, dass er von seiner Frau geschlagen wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass es eine Dunkelziffer gibt", meint sie.

Übermorgen, am letzten Tag der Ausstellung, wird es eine Fahnenaktion am Rathaus geben. Ziel ist es, ein Zeichen gegen häusliche Gewalt zu setzen. Der Tag ist nicht zufällig gewählt: Der 25. November ist ein von den Vereinten Nationen anerkannter, internationaler Gedenktag. Mit Fahnenaktion und Ausstellung möchten die Akteure des Altenburger Netzwerks die Öffentlichkeit sensibilisieren.

Frauke Sievers

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