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Altenburg Ausstellung gengen Rechtsextremismus im Altenburger Lerchenberggymnasium eröffnet
Region Altenburg Ausstellung gengen Rechtsextremismus im Altenburger Lerchenberggymnasium eröffnet
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17:50 14.09.2011
Auf 13 Schaufeln wird seit gestern in einer Ausstellung am Lerchenberggymnasium die Verbreitung rechtsextremistischer Aktivitäten in Thüringen gezeigt. Sie wendet sich insbesondere an Schüler. Quelle: Mario Jahn

Im Vergleich zu früheren Jahren sei es in Altenburg bei Neonazis derzeit recht ruhig geworden, meinte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) gestern. "Verschwunden sind sie und deren Gedankengut nicht." Deshalb sei es nach wie vor von großer Bedeutung, besonders junge Menschen über das Wesen des Rechtsextremismus aufzuklären. Gestern wurde im Altenburger Lerchenberggymnasium eine Ausstellung eröffnet, die unter dem Motto "Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen" genau diese Machenschaften auf Schautafeln erhellt und die wahren Motive der Demokratiefeinde entlarvt.

"Diese Ausstellung mit ihren 13 Schautafeln soll nicht nur für die Schüler unseres Gymnasiums offenstehen", betonte Schulleiter Jürgen Münch bei der Eröffnung. Vielmehr seien alle anderen interessierten Schulen herzlich zu einer Besichtigung eingeladen. "Präventiv kann man gegen solche Auswüchse nie genug tun. Und diese Aufklärung muss schon eher ansetzen, als bei entsprechenden Aufmärschen der Neonazis Gegenveranstaltungen zu organisieren. Denn nur, wer deren Strategien durchschaut, der merkt schnell, dass allein das pure Wegschauen nicht ausreicht", sagte der Schulleiter.

In der Stadt Altenburg selber habe es in der jüngeren Vergangenheit leider eine ganze Reihe von Aktivitäten der Rechtsextremen gegeben, die sich schamlos solcher alle bewegenden Themen wie Existenzangst oder Kinderarmut bedienen, um ihre tumbe Ideologie zu verbreiten. "Und manchmal hatte ich dabei das Gefühl, dass die Mehrheit der Altenburger solche braunen Aktionen still und heimlich erträgt, statt dagegen lautstark zu demonstrieren", sagte Wolf. So eine Ausstellung, wie sie jetzt von der Friedrich-Ebert-Stiftung ans Lerchenberggymnasium gebracht wurde, leiste die nötige Aufklärungsarbeit.

Das Interesse an den Tafeln hielt sich gestern noch in Grenzen. Sicher ließ auch der dicht gedrängte Stundenplan nur wenig Zeit. Dabei hätte sich ein genauerer Blick vor allem auf jene Thüringenkarte der Ausstellung gelohnt, auf der die regionalen Umtriebe der Neonazis aufgelistet sind. Da ist konkret die Stadt Altenburg als Heimat gleich dreier rechtsextremer Musikbands aufgeführt. Bei den letzten Landtags-Wahlen hatte die NPD im Altenburger Land mit 5,1 Prozent eine entscheidende Hürde genommen.

Schulleiter Münch ist zuversichtlich, dass die Ausstellung auf großes Interesse stößt: "Vor ungefähr fünf Jahren haben sich etliche Schüler unseres Gymnasiums sehr im Aktionsbündnis gegen Rechts der Stadt engagiert und hier an der Schule sozusagen ein Minibündnis aufgebaut", erinnerte er sich. Sicher sei das im Laufe der Zeit ein wenig eingeschlafen. "Aber diese Ausstellung soll das Interesse wieder wecken und zur Auseinandersetzung mit dem Thema animieren."

Jörg Wolf

Die Ausstellung ist bis zum 23. September zu sehen. Klassen anderer Schulen können sich unter % 500021 anmelden.

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