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Ausstellung und Café

Ausstellung und Café

Lange Zeit waren sie gleichermaßen unzufrieden - der Förderverein und die Stadtverwaltung. Denn der für 3,6 Millionen Euro aufwendig sanierte und im September 2012 wiedereröffnete Teehaus-Komplex konnte bislang nur fürs Teehaus eine sinnvolle Nutzung vorweisen, die Orangerie blieb verwaist.

Altenburg.

Seit gestern ist das anders. Im rechten Flügel ist eine Bergbau-Ausstellung eingerichtet worden, und vis-à-vis im linken Flügel eröffnet am 15. Mai ein Café.

 

 

 

Mehrfach hatte sich die Schlossverwaltung, in deren Zuständigkeit das Kleinod im Altenburger Schlosspark gehört, vergebens um einen Pächter für das Café bemüht. Weder ein Interessenbekundungsverfahren im Dezember 2012 noch eine Ausschreibung zu Beginn dieses Jahres waren von Erfolg gekrönt. "Das unternehmerische Risiko eines saisonalen Betriebs ist nicht gering. Niemand wollte sich langfristig binden", so der Chef der Schlossverwaltung Thomas Knechtel. Umso größer war seine Freude, als sich auf eine kurzfristig gestartete, erneute Ausschreibung nun doch ein Bewerber fand und natürlich den Zuschlag erhielt. Ab 15. Mai wird der Altenburger Ratskeller für ein passendes gastronomisches Angebot sorgen. Der Pachtvertrag ist vorerst bis zum 31. Oktober befristet.

 

Geöffnet ist das Café mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr. Bei schönem Wetter laden zudem Freisitze im Barockgarten zum Verweilen ein. Eine ständige Betreibung des Biergartens auf der anderen Seite sei hingegen erst einmal nicht vorgesehen, so Knechtel. "Wenn es sich e wirtschaftlich rechnet, ist die Sache aber bestimmt ausbaufähig." Vor allem mit Blick auf die neue Spalatin-Ausstellung im Schloss und dem damit erhofften Besucheransturm könnte gerade in dieser ersten Saison das Café auf Interesse stoßen.

 

Damit kehrt der Ratskeller nach sechs Jahren überraschend zu früheren Plänen zurück - wenn auch mit einer deutlich abgespeckten Variante. Damals hatte das renommierte Unternehmen in der Orangerie ein Restaurant mit mediterranem Flair eröffnen wollen, war aber 2008 als zweiter großer potenzieller Nutzer plötzlich wieder ausgestiegen.

 

Kurz zuvor hatte das Theater das Aus für seine Pläne, im rechten Flügel der Orangerie eine kleine Spielstätte für Boulevard-Theater einzurichten, verkündet. Doch aus hier ist der Leerstand jetzt beendet. Die Bergbrüderschaft des Meuselwitz-Rositzer Braunkohlenreviers zeigt in dem Mehrzweckraum die Sonderschau "Das schwarze Gold im Altenburger Land". Sie wurde gestern feierlich eröffnet und steht den Besuchern erstmals am Sonnabend von 11 bis 16 Uhr offen. Sie informiert in unzähligen interessanten Exponaten, zu denen beispielsweise die in Mitteldeutschland einmalige Brikettsammlung gehört, über die Geschichte des Braunkohlebergbaus im Landkreis.

 

"Die Bergbrüder hatten in Rositz nicht genug Platz für ihre zahlreichen Exponate, deshalb haben wir ihnen die bislang ungenutzte Orangerie angeboten", so Oberbürgermeister Michael Wolf. Das habe nichts mit Abwerbung zu tun, sondern sei ein Brückenschlag zwischen Altenburg und dem ländlichen Raum, so der SPD-Politiker. Er erhofft sich mit dieser Präsentation von Heimatgeschichte auch eine Aufwertung des "Museumsparks" mit Schloss, Lindenau-Museum und Mauritianum.

 

Und auch die Bergbrüderschaft ist über die neuen Präsentationsmöglichkeiten glücklich, hatte sie doch sogar Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) um Unterstützung für ihre aus allen Nähten platzende Ausstellung gebeten. Noch nie habe man bisher all diese Exponate auf einmal zeigen können, so Vereinsvorsitzender Detlef Schnittler.

 

Mit der Ausstellung, dem Café und dem von Anfang an gut genutzten Teehaus-Saal "erwecken wir das barocke Kleinod aus einem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf", zeigt sich Michael Wolf zufrieden.

 

iDie Bergbauschau ist jeden Sonnabend von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist für Kleinkinder und Schüler frei, Erwachsene zahlen einen Euro. Separate Gruppenführungen können unter % 03447 314274 oder 034498 41416 vereinbart werden.

Ellen Paul

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