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Altenburg Ausstellung und Film erinnern an denkwürdiges Jubiläum
Region Altenburg Ausstellung und Film erinnern an denkwürdiges Jubiläum
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15:18 19.06.2017
Erneut großes Interesse an der Ausstellung über die Altenburger 1000-Jahr-Feier im Jahr 1976. Quelle: Foto: Mario Jahn
Altenburg

Viele Neugierige bevölkerten am Mittwochnachmittag die Altenburger Orangerie. Kein Wunder, ging es doch wieder einmal um skatstädtische Geschichte: die 1000-Jahr-Feier 1976. In einem Flügel des historischen Gebäudes wurde dazu ein Film gezeigt, im anderen eine Ausstellung.

In letzterem war das Stimmengewirr besonders groß. „Solche Massen, unglaublich. Wir waren damals im Urlaub und haben es verpasst. Deshalb müssen wir es uns jetzt anschauen“, sagt eine Dame. Eine andere konstatiert: „Da war wirklich was los“, und blickt gleichzeitig mit einigem Entsetzen auf den damals bereits deutlich zu sehenden Verfall der Bausubstanz. Viele suchen auf den Fotos Bekannte und Verwandte zu entdecken, oder gar sich selbst.

Die Expositionen mit vielen Fotos, Zeitungsausschnitten und anderen Dokumenten war schon einmal im Juni im Zusammenhang mit den Jazzklub-Veranstaltung zur Erinnerung an die Feier vor genau 40 Jahren präsentiert worden und war dann noch eine Woche lang zu sehen. Zu kurz, fanden viele Altenburg. „Deshalb haben wir uns entschieden, sie noch einmal aufzubauen“, sagt der Vorsitzende des Teehaus-Fördervereins Frank Hammerschmidt. Passend zu den Veranstaltungen „Altenburg im Film“, zu denen der Verein am Mittwoch eingeladen hat, und es gleich am morgigen Sonnabend noch einmal tut.

Bevor „Der Mond und andere Liebhaber“ läuft, der 2008 vorwiegend in Altenburg gedreht wurde, wird zuerst der 40-Minuten-Streifen „Eine Stadt feiert Geburtstag“ gezeigt. Er wurde damals vom Amateurfilmstudio des Klubhauses der Gewerkschaften Altenburg im Auftrag des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes gedreht und von TV Altenburg in das moderne Medium DVD umgewandelt. Schon rund 200 Stück sind davon verkauft, eine genaue Zahl liegt aufgrund verschiedener Verkaufsstellen noch nicht vor. Und auch am Mittwoch war das Interesse groß, sich den Film nicht nur anzuschauen, sondern auch als Erinnerung mit nach Hause zu nehmen.

Allerdings findet man darin die viele Besucher besonders interessierende Gammler-Szene kaum – verständlicherweise bei einem Auftragswerk der DDR-Gewerkschaft. Umso mehr wird man zu diesem Thema in der Ausstellung fündig. Denn unter den Besuchern an den drei tollen Tagen in Altenburg waren rund 2500 junge Leute, die als Gammler bezeichnet, für Aufsehen sorgten und für Altenburg zum ersten Mal das Zentralkomitee der SED auf den Plan rief.

Die Erinnerung an die Rock-Randale, vor allem dem Auftritt solcher Idole wie Karat, Babylon, Veronika Fischer, Kreis, Modern Soul und Nova For geschuldet, hatte den Jazzklub Altenburg veranlasst, an das Ereignis vor vier Jahrzehnten zu erinnern und die Bürger um die Einsendung von Fotos und Dokumenten zu bitten. Bei den Recherchen stieß man aber gemeinsam mit dem städtischen Kulturmanagement auf hunderte Schwarz-Weiß-Fotos der 1000-Jahr-Feier des freischaffenden Bildreporters Gerhard Grauert. Dankenswerterweise erteilte Ursula Grauert, Ehefrau des 2013 verstorbenen Fotografen, die Erlaubnis, die Fotos in der Ausstellung zu zeigen. Hinzu kamen zahlreiche Farbfotos, damals als Dias aufgenommen.

So besteht also jetzt noch einmal die Möglichkeit, die Stimmung in der Stadt im Jahr 1976 einzufangen, Ausschnitte vom Festumzug mit den noch allzu bekannten Losungen des allzeit siegenden Sozialismus, aber auch den erschreckenden Zustand der Stadt zu sehen.

Die Ausstellung ist vom 11. bis 13. November und 16. bis 20. November wochentags von
14 bis 17 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 10 bis 17 Uhr zugänglich. Der Eintritt kostet drei Euro. „Altenburg im Film“ gibt es nochmals am 12. November, 15 und um 19.30 Uhr. Karten in der OVZ-Geschäftsstelle in Altenburg, Baderei 1, (Tel. 03447 574942) und an der Tages- oder Abendkasse. Hier ist der Ausstellungsbesuch inklusive.

Von Ellen Paul

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