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Ausstellung und Medaille für Altenburger Künstler Peter Schnürpel zum 75.

Vernissage mit Überraschungen Ausstellung und Medaille für Altenburger Künstler Peter Schnürpel zum 75.

Aus Anlass seines 75. Geburtstages wurde am Sonntag im Altenburger Lindenau-Museum zu Ehren von Peter Schnürpel eine Ausstellung eröffnet, die neben Werken des Jubilars auch das seiner Freunde zeigt. Dem Altenburger Maler und Grafiker wurde zur Vernissage vor über 200 Gästen die „Medaille für besondere Verdienste“ des Landkreises verliehen.

Hahn im Korb – Peter Schnürpel nach der Ehrung gerahmt von Ministerin Birgit Klaubert (l.) und Landrätin Michaele Sojka.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Was wäre ein Geburtstag ohne Überraschungen?! Das 75. Wiegenfest von Peter Schnürpel liegt zwar schon einige Monate zurück, doch an diesem Sonntag wurde dem Altenburger Maler und Grafiker aus diesem Anlass eine ganz besondere Ehre zuteil – eine Ausstellung im Altenburger Lindenau-Museum. Und zu dieser nachträglichen Feier der besonderen Art gab es selbstverständlich auch Überraschungen. Die eine war die Verleihung der „Medaille für besondere Verdienste“ des Landkreises Altenburger Land durch Landrätin Michaele Sojka und die zweite das unangekündigte Kommen der außerordentlich kulturaffinen Thüringer Bildungsministerin Birgit Klaubert (beide Linke).

Statt Sojka allein teilten sich deshalb die beiden Politikerinnen die Laudatio zur Preisverleihung, in der es weniger um die aktuelle Ausstellung und den Künstler als vielmehr den Menschen Peter Schnürpel ging, der seit über 40 Jahren Spuren in der Skatstadt und weit darüber hinaus hinterlassen hat.

Heute arbeitet der gebürtige Leipziger – seit 1973 in Altenburg zu Hause – noch immer als Dozent im Bereich Malerei/Grafik im Studio Bildende Kunst des Lindenau-Museums mit der Gruppe der Erwachsenen, so Klaubert. Als Bildungsministerin wünsche sie sich, dass Wissen in Thüringen, ob schulisch oder außerschulisch, von solch engagierten Persönlichkeiten vermittelt werde wie von Peter Schnürpel. Michaele Sojka verbindet mit dem Jubilar sogar ganz profane Erinnerungen, denn lange Zeit wohnten beide im gleichen Haus in der Heinrich-Zille-Straße. „Ich schätze Sie als herzlichen, feinsinnigen, kunstsinnigen und unterhaltsamen Menschen“, so Sojka. Schnürpel vermittele Haltung, sei es als Streiter für Kunst und Kultur oder als kritischer, manchmal auch ungeduldiger Berater.

Für die ehemalige, langjährige Museumschefin Jutta Penndorf, die die Eröffnungsrede zur Ausstellung hielt, ist Schnürpel der bedeutendste Altenburger Künstler der Gegenwart von überregionaler Bedeutung. Aufgrund des Personalmangels im Museum hat sie gemeinsam mit Schnürpel, mit dem sie seit Jahrzehnten auch eine private Freundschaft verbindet, die insgesamt 140 Werke von ihm und acht anderen Künstlers gehängt. „Das war eine sehr schöne und vergnügliche Arbeit“, so Penndorf.

Für seine Jubiläumsausstellung entschied sich Schnürpel nämlich gegen das klassische Format einer Personalschau und lud einige befreundete Künstler dazu ein, dieses Vorhaben gemeinsam mit ihm zu gestalten.Über den Rahmen des eigenen Wirkens hinaus hat er damit den Anstoß zu einer Ausstellung gegeben, die neun bekannte Gegenwartskünstler in einer besonderen Konstellation präsentiert. Sie gewährt nicht nur einen schlaglichtartigen Blick auf das Schnürpelsche Werk, sondern auch auf das Schaffen von Michael Morgner, Gerhard Kurt Müller, Rolf Münzner, Walek Neumann, Thomas Ranft, Gil Schlesinger, Reiner Schwarz und Dietmar Vettermann. Gezeigt werden Druckgrafiken der letzten Jahrzehnte.

Mit dieser Ausstellung nimmt das Lindenau-Museum einen Aspekt seiner Arbeit wieder auf, die herausragenden Sammlungen alter Kunst in einen spannungsvollen Bezug zur Kunst der Gegenwart zu setzen“, so Museumsmitarbeiterin Angelika Wodzicki. Nicht zuletzt auch aus diesem Grund füllten über 200 und damit ungewöhnlich viele Gäste – anfangs waren 80 Stühle bereitgestellt – den Ausstellungsraum am Sonntag. „Von der wunderbaren, offenen und fröhlichen Atmosphäre waren alle begeistert, obwohl wir wie in einer Sauna saßen“, lacht Wodzicki.

Für den musikalischen Part der Vernissage zeichnete kein Geringerer als der bekannte Posaunist Conny Bauer verantwortlich, der Schnürpel 1982 bei dessen Ausstellung im Kreiskulturhaus Pankow kennengelernt hatte und dort spontan aufspielte – so sehr sollen ihm damals die Werke des Skatstädters fasziniert haben.

Die Ausstellung „Mit meinen Freunden – Peter Schnürpel“ ist bis zum 20. November im Altenburger Lindenau-Museum zu sehen. Dazu gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm. So gibt es beispielsweise am
18. September, 16. Oktober und 12. November jeweils 15 Uhr Führungen, und am
6. November sind Schnürpel und Freunde mit dem Kurator Erik Stephan im Gespräch. Am 13. November ist eine Familiensonntag rund ums Drucken geplant.

Von Ellen Paul

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