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Altenburg Ausverkauf – Buchhandlung Herold schließt für immer die Ladentür
Region Altenburg Ausverkauf – Buchhandlung Herold schließt für immer die Ladentür
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08:00 05.04.2016
Die Buchhandlung Herold schließt die Ladentür für immer. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Es ist schon wieder passiert. Erneut schließt ein renommiertes Geschäft in der Altenburger Innenstadt für immer seine Pforten: die Buchhandlung Herold in der Johannisstraße. Was bisher nur gemunkelt wurde, ist seit Sonnabend durch entsprechende Zeitungsanzeigen Gewissheit und seit Montag für jedermann sichtbar. Denn die Schaufenster künden vom Räumungsverkauf vom 4. bis 15. April. Bis zu 70 Prozent auf alles, heißt es.

Über die Gründe möchte Inhaberin Ina Gnäupel-Herold eigentlich nicht reden. Sie bittet um Verständnis, die Sache gehe ihr einfach viel zu nah. „Nie hätte ich gedacht, je einmal vor solch einer Situation zu stehen“, sagt die Mittfünfzigerin. Selbst Stammkunden konnte sie in den letzten Tagen über das bevorstehende Aus nicht informieren. Sie habe es einfach nicht übers Herz gebracht. Sie müssten es nun aus der Zeitung erfahren, bedauert sie. „Aber es ging einfach nicht.“ Auf Nachfrage erklärt sie zumindest, dass sie im Gegensatz zu anderen Händlern nicht die schwierige Parkplatzsituation, die auch vor ihrem Geschäft herrscht, für die Schließung verantwortlich machen will. Ob eher das veränderte Kaufverhalten durch E-Reader oder das schnelle Bestellen im Internet vor allem durch die jüngeren und mittleren Jahrgänge schuld daran sei, lässt sie offen. „Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, anderen vorschreiben zu wollen, wie sie leben sollen.“

Ina-Gnäupel Herold ist seit 21 Jahren mit ihrem Geschäft selbstständig. Die ehemalige Mitarbeiterin der Schnuphase’schen Buchhandlung hat zuerst im ehemaligen Domizil von Schnuphase in der Johannisstraße 35/36 ihren eigenen Laden eröffnet, seit 2001 ist die Buchhändlerin in der Johannisstraße 1 zu finden.

In jüngster Zeit hat es vermehrt Geschäftsschließungen in der Altenburger Innenstadt gegeben. Betroffen davon waren aus unterschiedlichen Gründen unter anderem Betten-Kibisch am Kornmarkt, die Fleischerei Schulze sowie das Fachgeschäft für Rundfunk und Fernsehtechnik in der Sporenstraße, die Apotheke von Renate Hönig am Markt und das Modehaus Wessel in der Baderei, um nur einige zu nennen. Allesamt traditionsreiche, namhafte Geschäfte. Um dem Ladensterben Einhalt zu gebieten, hat der Oberbürgermeister erst kürzlich ein Fünf-Punkte-Programm zur Stärkung der Innenstadt aufgelegt. Für die Buchhandlung Herold kommt es zu spät.

Von Ellen Paul

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