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Autogramme und Bohnensuppe zum Kinostart von Bud-Spencer-Doku

Altenburg Autogramme und Bohnensuppe zum Kinostart von Bud-Spencer-Doku

Eine ungewöhnlich große Menschentraube hat sich am Donnerstagabend vor dem Altenburger Kino „Capitol“ gebildet, und das schon weit vor Vorstellungsbeginn. Es duftet nach deftiger Bohnensuppe, die gestandene Mannsbilder glückselig aus kleinen Blechnäpfchen löffeln. Kein Wunder, denn es war Kino-Start für die Bud-Spencer-Doku – mit seinem Leibgericht.

Regisseur Karl-Martin Pold (l.) undKino-Betreiber Sven Erfurth (r.) mit zahlreichen Spencer-Fans im Foyer des „Capitol“.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Eine ungewöhnlich große Menschentraube hat sich am Donnerstagabend vor dem Altenburger Kino „Capitol“ gebildet, und das schon weit vor Vorstellungsbeginn. Es duftet nach deftiger Bohnensuppe, die gestandene Mannsbilder glückselig aus kleinen Blechnäpfchen löffeln. Nebenbei testet manch einer seine Kräfte am Hau-den-Lukas, der größenmäßig aber allerdings eher etwas Kinder ist. Einige Familien(väter) sind ja mit ihren Sprösslingen gekommen. Was ist da eigentlich los?

Kein Reißer aus den Hollywood-Studios, kein Action-Film erlebt da seine Premiere, sondern ein Dokumentarfilm. Dass er trotzdem so viel Publikum zum Kinostart ins „Capitol“ zieht, hat einen Grund, besser einen Namen: Bud Spencer. Das ungewöhnliche Leben des Dampfhammers aus Italien hat der österreichische Regisseur Karl-Martin Pold in einen zweistündigen Streifen gepackt – und damit offensichtlich den Nerv einer noch immer riesigen Fangemeinde des im Vorjahr verstorbenen Schauspielers getroffen.

Kino-Mitarbeiterin Katrin Schinzl hat die Bohnensuppe gekocht

Kino-Mitarbeiterin Katrin Schinzl hat die Bohnensuppe gekocht.

Quelle: Mario Jahn

Weil es dem Altenburger Kinobetreiber Sven Erfurth gelungen ist, Pold zur Premiere in die Skatstadt zu lotsen, hat er sich gleich noch etwas fürs Publikum einfallen lassen. So gab es besagte Bohnensuppe mit Speck à la Bud Spencer und in Getränk – gern ein Budweiser – gratis zur Kinokarte dazu. Das Rezept für die legendäre Suppe hat Kino-Mitarbeiterin Katrin Schinzl im Internet gefunden und noch etwas verfeinert – mit Majoran, frischem Thymian und Pfefferschoten beispielsweise. Sieben Stunden hat sie dafür in der heimischen Küche gestanden und neun große Töpfe gekocht. „Ich habe zwar eine große Familie und bin entsprechende Rationen gewohnt, doch das war eine echte Herausforderung“, bekennt Katrin Schinzl, die erst seit wenigen Wochen als Servicekraft im Kino arbeitet.

„Echt lecker!“ Sven Eckelt ist bei weitem nicht der einzige, der der Hobbyköchin gute Arbeit assistiert. „Ich bin 40 und mit den Spencer-Filmen aufgewachsen“, erzählt der Skatstädter. Noch heute bleibe er beim Zappen durch die Fernsehkanäle immer wieder an diesen Streifen hängen. Auch der Altenburger CDU-Chef André Neumann ist ein bekennender Bud-Spencer-Fan. „Nach dem Kino ziehe ich mir zu Hause bestimmt noch einen seiner Filme rein“, lacht er. „Bud Spencer ist Kult“, ist auch Meeresbuffet-Betreiber Achim Dathe überzeugt.

Einer der größten Fans dürfte allerdings der Regisseur selbst sein. Denn immerhin hat er acht Jahre seines Lebens in den Dokumentarfilm „Sie nannten ihn Spencer“ investiert. Nach einem Uni-Projekt, bei dem er einen Trailer über eine fiktive Bud-Spencer-Doku ins Internet gestellt hatte, meldeten sich bei ihm elektrisierte Fans aus aller Welt und ermutigten ihn, den Film wirklich zu drehen. Doch lange hat der 35-Jährige keine Förderer gefunden,Geld vor allem durch Crowdfunding akquiriert.

„Möglich wurde die Umsetzung des Projekt nur, weil alle gratis mitgearbeitet haben, vom Kameramann über den Tontechniker bis hin zum Dolmetscher und Grafikdesigner“, erzählt er. „Sogar ein Automechaniker hat mein Auto kostenlos repariert, weil wir kein Geld hatten.“ Alle haben das für ihr Idol getan. Ihm dann leibhaftig zu begegnen, war für Karl-Martin Pold Entschädigung genug. „Ich bin vor Ehrfurcht fast erstarrt. Er war ein unglaublich sensibler Mensch, der eine große Dankbarkeit gegenüber seinen Fans in sich trug.“ Das Filmprojekt habe ihm sehr gefallen, so Pold, leider habe er den fertigen Streifen nicht mehr sehen können, doch zur Weltpremiere waren sein Sohn und seine Enkelkinder da und haben Rotz und Wasser geheult.

Nun reist Pold durch Deutschland, um seinen Erstling vorzustellen. Und die Reaktion der Fans ist bislang überwältigend. Allein zur Deutschland-Premiere am 23. Juni am Dresdner Elbufer kamen 3000 Buddianer. Weil der Regisseur am Donnerstag gleich noch in ein Leipziger Kino musste, hatte er leider nicht wie angekündigt Zeit, mit den Altenburgern ausführlich zu debattieren. Aber eine kleine Einführung und jede Menge Autogramme gab es trotzdem.

Von Ellen Paul

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