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Automaten-Sprenger von Schmölln: Teilgeständnisse im Prozess wackeln

Weitere Verhandlungstage Automaten-Sprenger von Schmölln: Teilgeständnisse im Prozess wackeln

Der Prozess gegen die mutmaßlichen Automaten-Sprenger von Schmölln und Vollmershain am Landgericht Gera wächst sich aus. So verkündete die 11. Strafkammer, dass sie sechs zusätzliche Verhandlungstage für nötig hält. Nach einigen Zeugen wackeln zudem Teile der Aussagen der drei Angeklagten.

Am Amtsplatz in Schmölln explodierte Anfang Februar dieses Jahres einer von insgesamt drei Zigaretten-Automaten
 

Quelle: Thomas Haegeler

Gera/Schmölln.  Dass Höfs und ihre Beisitzer keine Chance sehen, das Verfahren – wie ursprünglich geplant – bis Jahresende abzuschließen und nun bis 18. Februar weiterverhandeln, hat handfeste Gründe. Zum einen sind da die 35 Anklagepunkte, die zum Teil aus mehreren Einzeltaten bestehen und vom Bombenbasteln- und legen über Betäubungsmitteldelikte, Diebstähle, Körperverletzung bis zur Urkundenfälschung reichen. Das Ganze nicht einfacher machen drei Angeklagte, die in unterschiedlichen Konstellationen an verschiedenen Taten beteiligt gewesen sein sollen. Erschwerend kommt hinzu, dass Andreas H. und Marcel K. weitgehend geständig sind, Sascha E. aber fast alles bestreitet.

Am Amtsplatz in Schmölln explodierte Anfang Februar dieses Jahres einer von insgesamt drei Zigaretten-Automaten

Am Amtsplatz in Schmölln explodierte Anfang Februar dieses Jahres einer von insgesamt drei Zigaretten-Automaten.

Quelle: Bodo Schackow

Folglich muss die 11. Strafkammer bis in die letzte Verästelung einzelner Tatkomplexe eintauchen. Und das ist aufwendig, weil dadurch nicht nur unzählige Zeugen zu hören sind, sondern auch zusätzliche Gutachter zu DNA-Spuren zu Wort kommen sollen. Einen Eindruck davon, wie mühselig die Beweisaufnahme ist, vermittelten bereits die Verhandlungstage zwei und drei, an denen allein mehr als zehn Polizisten aussagten.

Durch ihre Angaben geraten allerdings Teile der Version des Geständnisses von H. ins Wanken. Denn als sie seine Wohnung durchsuchten, stießen sie neben angekokelten Zigarettenschachteln und Drogen in der Waschmaschine im Keller auf eine der Rohrbomben. Hinzu kam in der Mülltonne „eine große Anzahl geleerter Böller“, wie ein Beamter sagte. Zum Auftakt hatte der 26-Jährige zwar den Bomben-Bau und das Sprengen zweier Zigaretten-Automaten in Schmölln Anfang Februar eingeräumt, wollte die Sprengsätze aber mit dem 29-jährigen E. in der Werkstatt in dessen Elternhaus gebaut haben. Dieser stritt das jedoch ab und schob seinerseits H., mit dem er in Gera in Untersuchungshaft sitzt, alles in die Schuhe. Von der Explosion in Vollmershain wollte hingegen niemand etwas wissen.

Alles in allem beschrieben die Beamten das Trio übereinstimmend als kooperativ und aufgrund seiner jahrelangen Polizeierfahrung als „relativ entspannt“ – bei Durchsuchungen wie Festnahmen. Auch auf Nachfragen von Richterin Höfs konnten sie nichts von Verhaltensauffälligkeiten oder anderen Anzeichen für akuten Drogenkonsum oder -entzug berichten. Das hatten die Angeklagten jedoch als entschuldigenden Grund für ihre Taten angegeben.

Unklar blieb ebenso, wie Weihnachten 2014 ein Überseecontainer an einem Einkaufsmarkt in Schmölln geknackt wurde, ohne dass der Alarm auslöste. Aus diesem wurden Feuerwerkskörper im Wert von fast 7000 Euro gestohlen, aus denen dann die Bomben gebaut worden sein sollen. Der Schaden, den das Trio allein an den gesprengten Automaten hinterlassen haben soll, beläuft sich laut Anklage auf knapp 11.000 Euro. Hinzu kommen noch rund 700 Euro Beute in bar und weit über 100 Schachteln Zigaretten.

Wer genau wann was getan hat, müssen die nun noch folgenden neun Verhandlungstage zeigen. Der nächste steht bereits am Montag an.

Von Thomas Haegeler

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