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Automaten-Sprenger von Schmölln: Trotz DNA-Spuren bleiben Zweifel

Endspurt im Prozess Automaten-Sprenger von Schmölln: Trotz DNA-Spuren bleiben Zweifel

Langsam neigt sich der Prozess gegen die Automaten-Sprenger von Schmölln dem Ende entgegen. Am Freitag rücken noch einmal Details einer gefährlichen Körperverletzung in den Fokus am Landgericht Gera. Neben dieser standen zuletzt Feuerwerkskörper und DNA-Spuren im Zentrum des Interesses. Eindeutige Beweise blieben aber auch diese schuldig.

Langsam, aber sicher neigt sich der Prozess gegen die Automaten-Sprenger von Schmölln am Landgericht Gera dem Ende entgegen.

Quelle: Thomas Haegeler

Schmölln/Gera. Langsam, aber sicher neigt sich der Prozess gegen die Automaten-Sprenger von Schmölln dem Ende entgegen. So rücken am neunten von insgesamt zwölf Verhandlungstagen noch einmal Details der gefährlichen Körperverletzung in den Fokus der 11. Strafkammer des Landgerichts Gera, die dem Angeklagten Andreas H. zur Last gelegt wird. Neben dieser standen zuletzt Feuerwerkskörper und DNA-Spuren im Zentrum des Interesses.

Eindeutige Beweise blieben aber auch diese schuldig. Obwohl sie sich bemühte, konnte Andrea Höfs ihre Enttäuschung nicht ganz verbergen. Grund für die Mimik der Vorsitzenden Richterin waren die Aussagen von Katrin Tanzhaus, Gutachterin des Landeskriminalamts. Zwar erklärte die Sachverständige für Gerichtsbiologie, dass sich auf einem Klebebandrest der Rohrbombe, die im Februar 2015 im Zigaretten-Automaten nahe des Brückenplatzes in Schmölln explodiert war, DNA des Angeklagten Sascha E. befand. Allerdings konnte sie nicht sagen, ob er das Klebeband angebracht oder es nur in der Hand gehabt hat. „Beides ist denkbar“, sagte Tanzhaus. Ebenso, dass die Spur schon auf dem Rohr gewesen oder erst nach der Explosion an die Bombe gelangt sei. Somit wackelt der Beweis. Denn der 29-jährige Selkaer bestreitet die Tat und schiebt dem Mitangeklagte H., mit dem er  in Untersuchungshaft sitzt, alles in die Schuhe. Der wiederum ist geständig, will aber alles mit E. gemeinsam geplant und durchgezogen haben.

Doch selbst diese Version wollte die Sachverständige im Hinblick auf eine andere Rohrbombe, die in H.s Waschmaschine mit seiner DNA gefunden wurde, nicht bestätigen. „Wenn beide die Bombe zusammen gebaut hätten, wäre mit großer Wahrscheinlichkeit auch von beiden DNA nachweisbar“, so Tanzhaus. Den Umkehrschluss, dass nur H. die Bombe gebaut habe, lehnte sie jedoch ebenso ab. „Auf dieses Eis würde ich nicht gehen.“

Nur mit der Explosion in Vollmershain will keiner der insgesamt drei Angeklagten etwas zu tun haben, obwohl dort H.s Sonnenbrille mit seiner DNA gefunden wurde. „Ich würde dieses Muster vom Träger der Brille erwarten“, sagte die Sachverständige angesichts einer starken Genspur. Dieselbe Spur könne es aber auch geben, wenn ein Dritter die Brille dorthin gebracht habe. Das würde den 26-jährigen Schmöllner im Zweifel entlasten.

Anders sieht es bei der gefährlichen Körperverletzung aus. Denn das Opfer Marco D. belastete H. schwer. Mit einer Luftpumpe soll der Angeklagte auf ihn eingeschlagen und dabei schwer verletzt haben. „Sein Gesicht war ganz schön demoliert“, bestätigte seine Mutter. „Das war ein Schock für mich!“ Laut ihrer Aussage hatte ihr Sohn seinerzeit ein Drogenproblem. Hintergrund soll ein Kauf von Crystal für 800 Euro gewesen sein, das sich aber später als Salz entpuppte.
Nicht bestätigt hat sich dagegen E.s Behauptung, zwei Kisten Feuerwerkskörper von einem Bekannten aus Meerane für 150 Euro gekauft zu haben. Dieser sagte – wie ein weitere Zeuge –, dass man damit nichts zu tun gehabt habe.

Von Thomas Haegeler

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