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Automobil-Zulieferer Fräger setzt Expansionskurs fort

Automobil-Zulieferer Fräger setzt Expansionskurs fort

Es ist ein Sechser im Lotto: Die Fräger Antriebstechnik GmbH baut die Produktionskapazitäten am Standort Altenburg aus. Dazu hat Geschäftsführer Dirk Fräger gestern mit Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) eine Reservierungsvereinbarung für ein 4,5 Hektar großes Areal im Gewerbegebiet Nordost III unterzeichnet.

Altenburg.

 

 

 

 

Von Thomas Haegeler

"Mit Fräger setzt ein mittelständischer Automobilzulieferer bei der Entwicklung moderner Antriebstechnologien auf den Grünen Motor Thüringen", sagte Machnig gestern auf einer Pressekonferenz in Altenburg. Die Unterzeichnung sei der erste Schritt zu einer Investition, bei der zunächst rund 50 bis 60 neue Arbeitsplätze entstehen sollen. Mittelfristig könne sich die Zahl der derzeit rund 160 Arbeitsplätze auf bis zu 300 nahezu verdoppeln.

Land und Stadt Altenburg unterstützen das Vorhaben nach Kräften. Laut Machnig prüft die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG), die die Flächen im Gewerbegebiet Nordost entwickelt hat, derzeit, ob hier die Errichtung einer Mietfabrik infrage kommt, in die sich Fräger später einmieten könnte. "Das soll bis zum Spätsommer geklärt sein", sagte der Wirtschaftsminister. Sei dies nicht möglich, werde man durch die Technologie-Förderung helfen, "damit die Investition auf den Weg kommt". Die unabhängig davon geplante Erweiterung des Unternehmens, die vor allem der Erschließung internationaler Märkte in Osteuropa und Asien dient, soll mit dem Baustart Mitte 2013 beginnen.

An den LEG-Plänen zum Bau einer mietbaren Werkhalle hängt das Investitionsvolumen Frägers. Kann sich der Automobilzulieferer die Kosten eines eigenen Neubaus sparen, sollen etwa 15 Millionen Euro in einen hochmodernen Maschinenpark gesteckt werden. "Müssen wir Eigentum errichten, können es bis zu zehn Millionen mehr werden", sagte Firmenchef Dirk Fräger.

Hintergrund der enormen Investition ist laut dem Unternehmer ein hohes Auftragsvolumen. "Uns ist es gelungen, für die nächsten Jahre mehrere größere Aufträge zu akquirieren", so Fräger. "Bei allen Kunden, vor allem aber beim VW-Konzern." Zudem orientiere sich auch Volkswagen zunehmend Richtung Russland und China. "Da liegen große Potenziale für uns." So sollen in den kommenden Jahren unter anderem moderne Baugruppen für Audi-, VW- und Porsche-Motoren in Altenburg gefertigt werden, die helfen, Sprit und Kohlendioxid einzusparen. Auch ein komplettes Getriebe für ein Elektro-Fahrzeug steht auf dem Plan fürs neue Fräger-Werk.

Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf freut sich über die Entwicklung. "Das ist neben den Armaturenwerken die größte Investition in der Stadt und zugleich ein Riesen-Schritt in Richtung Automobil-Standort", sagte der SPD-Politiker. "Altenburg hat die Chance verdient, im Wirtschaftsraum Leipzig, Chemnitz, Zwickau ein zukunftsträchtiger Brückenpfeiler und Standortfaktor Thüringer Wirtschaftspolitik zu sein." Zugleich zeige der Expansionskurs Frägers, dass sich "unsere Bemühungen und unser ständiges Begleiten auszahlen". Deshalb lohne es sich, innovativ weiterzumachen.

Die Fräger-Gruppe ist seit 2004 in Altenburg ansässig und war zunächst auf dem Gelände der ehemaligen Textima beheimatet. Anno 2006 folgte der Umzug an den heutigen Standort an der Leipziger Straße. Seitdem erfolgten hier zwei Expansionsstufen. Insgesamt hat das Unternehmen bisher rund 26 Millionen Euro in der Skatstadt investiert. Heute ist Altenburg das Hauptwerk der Fräger-Gruppe im Bereich Antriebstechnik und umfasst eine Fläche von 3,27 Hektar. Das Unternehmen, das mittlerweile auch verstärkt auf Elektromobilität setzt, fertigt unter anderem Getriebegehäuse, Zahnräder sowie Antriebs- und Triebwellen.

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