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Altenburg Ayana Rabenschwester - Begeisterungsstürme bei den jungen Zuschauern für das ungewöhnliche Weihnachtsmärchen
Region Altenburg Ayana Rabenschwester - Begeisterungsstürme bei den jungen Zuschauern für das ungewöhnliche Weihnachtsmärchen
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19:47 06.12.2012
Altenburg

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Von Tatjana Böhme-Mehner

Nikolaustag. Es beginnt gerade, so richtig zu schneien. Die idealen Bedingungen, um mit Kindern ins Theater zu gehen. Ins Weihnachtsmärchen. Und tatsächlich stapft ein mächtiger Strom kleiner buntbemützter, mehr oder minder eingemummelter Zuschauer aufs Landestheater zu. Verblüffend artig betreten sie in "Zweierreihen" das Foyer. Wie sich das gehört, steht da ein Weihnachtsbaum. Traditionell mit Schleifen, Kerzen, roten Kugeln.

Doch was ist das? Anders als mancher Erwachsene entdecken die meisten Kinder es auf Anhieb, das merkwürdige Gewächs. Ein Gewächs ist es eigentlich gar nicht. Doch ein Dekobaum - keine Frage. Alte Plastikflaschen machen seine Grundbestandteile aus. Seltsam? Gar nicht so seltsam eigentlich. Nehmen doch Plastikflaschen, -becher, -abfälle und und und einen bemerkenswerten Raum in unserer Umwelt ein. Man lebt mit ihnen und damit mit jener Industrie, die durch die Verarbeitung von Erdöl Summen verdient, die sich unser aller Vorstellungskraft entziehen. Sie durchziehen unser Leben wie die fantasievolle und poetische Ausstattung von Kristopher Kempf und Gesine Pitzer nach Birgit Remuss für das Weihnachtsmärchen 2012 des Landestheaters.

"Ayana Rabenschwester" heißt das Märchenspiel von Mona Becker und Bernhard Stengele, das der Schauspieldirektor auf die Altenburger Bühne brachte, und dessen Premiere gestern laute Begeisterungsstürme bei den jungen Zuschauern auslöste.

Unmittelbar spricht es die Kinder an, denen man die Spielregeln nicht erst erklären muss, die sofort mitklatschen zum Rhythmus der afrikanischen Instrumente, mitfiebern, mitsingen oder durch Anfeuern den Erzählfluss vorantreiben. Wie selbstverständlich steigen sie ein in eine Handlung, in der traditionelle Erzählformeln, verschiedene Sprachen und klassische Themen verschmelzen, kulturenübergreifend, schlüssig und von der ersten bis zur letzten Sekunde voller Spannung in einer absolut eigenen ästhetischen Sprache eine poetisch lehrreiche Geschichte entwickelt wird.

Rachelle Emmanuella Rasmata Ouedraogo, Ouelgo Téné und Mahamadou Tapsoba, die drei Erzählkünstler aus Burkina Faso, bringen mit ihrer Tradition, ihrer Offenheit und Intensität neue und frische Farben nach Thüringen: Theater nicht als die Herstellung einer perfekten Illusion, sondern Theater als Erzählform, die mit Wirklichkeit und Fantasie zu tun hat und verschiedene Künste verbindet. Gemeinsam mit Peter Prautsch, Mechthild Scrobanita, Ulrich Milde, Katharina Weithaler, Henning Bäcker und Philipp Reinheimer singen, tanzen, trommeln, erzählen und natürlich spielen sie eine Geschichte, die so einfach wie vielschichtig ist, und der Zuschauer mit einer ganz breiten Altersspanne für sich sehr viel abgewinnen können.

Mit genau dem richtigen Tempo und dem idealen Maß an Redundanz schickt Stengele das Mädchen Ayana mit dem Hahn Kashka auf eine lange märchenhafte Wanderung, während der es sich bewähren muss - durch Mut, Schläue, Gerechtigkeitsgefühl und Freigebigkeit, um am Ende die verwunschenen Brüder zu retten.

Besser kann man junge Zuschauer wahrscheinlich nicht an Theater heranführen, denn in der Authentizität dieser Produktion erleben sie etwas, das nur Theater kann.

Nächste Familien-Aufführungen: morgen um 16 Uhr, am 16. Dezember um 14.30 Uhr, am 23. Dezember um 16 Uhr und am 29. Dezember um 18 Uhr. Karten für alle Vorstellungen an der Theaterkasse (☎ 03447 585160) und in der OVZ-Geschäftsstelle (☎ 03447 574942) - Abonnenten erhalten an beiden Kassen zehn Prozent Rabatt.

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