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Baby-Drama: Sandra F. hatte zwei Männer

Baby-Drama: Sandra F. hatte zwei Männer

Der zweite Verhandlungstag im Prozess gegen Sandra F. wegen Totschlags brachte am Freitag in Gera keine jähen Wendungen. Die Zuhörer in den proppevollen Besucherreihen erlebten keine Befangenheitsanträge und schon gar kein Geständnis der Angeklagten.

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Am Landgericht in Gera die 30-jährige Mutter Sandra F. wegen Totschlags vor Gericht. Ihr Baby wurde in Altenburg tot aufgefunden.

Quelle: Jens Rosenkranz

Gera/Altenburg. Wohl aber dafür einige Einblicke in das private Umfeld der 30-Jährigen. Und dabei stellte sich die Frage, wer nun eigentlich der Vater des am 8. März ertrunkenen Babys aus der Altenburger Käthe-Kollwitz-Straße ist.

Bislang wähnt sich Michael L., dies zu sein, der deswegen auch als Nebenkläger auftritt. Gestern nun stellte sich heraus, dass Sandra F. über Jahre zwei sexuelle Partnerschaften pflegte. Michael L. (41) lernte sie 2008 kennen. Die Trennung erfolgte etwa im Juli 2014. Seit 2010 war die Altenburgerin aber auch mit dem jetzt 28-jährigen Erik R. zusammen, der den eigenen Worten zufolge im Dezember 2014 Schluss machte, weil man sich auseinandergelebt habe. Beide Männer kommen demnach als Vater infrage, wobei Erik R. bereits der Vater des ersten Kindes der Angeklagten ist. Ein Sohn, der 2011 auf die Welt kam, jetzt vier Jahre alt ist und seit der Inhaftierung von Sandra F. bei seinen Großeltern lebt.

Von der zweiten Schwangerschaft will Erik R. allerdings nichts bemerkt haben, im Gegensatz zur ersten, die für ihn bereits im fünften oder sechsten Monat sichtbar war. Sogar wenige Tage vor der Geburt, als Erik. S mit seiner Ex zu Mittag aß, sei ihm rein gar nichts aufgefallen. Auch, dass er seit Jahren einen Nebenbuhler hatte, will der 28-Jährige nicht mitbekommen und erst nach dem Todesfall erfahren haben. Von den finanziellen Problemen seiner jahrelangen Partnerin habe er aber gewusst. Neben der von anderen Zeugen bekannten Abstellung des Stroms und der monatelang nicht vorhandenen Krankenversicherung sind seit gestern nun auch Mietschulden bekannt, die Sandra F. plagten. Hinzu kommt, dass sich Erik R. so gut wie nicht um seinen Sohn gekümmert und dies allein seiner Partnerin überlassen hat. "Das sind private Gründe", drückte sich der Zeuge vor einer klaren Antwort.

Kaum weiter kam das Gericht mit der Klärung der Frage, wie das Teppichmesser auf die Waschmaschine kam. Erik R. will so ein scharfes Werkzeug nicht im Bad aufgefallen sein. Als er es auf einem Foto sah, fiel ihm aber ein, dass er das Messer selbst einst mit in die Wohnung gebracht haben könnte, als er ein Aquarium aufbaute.

Nach den gestrigen Zeugenvernehmungen scheint klar, dass Sandra F. bei der Vertuschung ihrer Schwangerschaft ganze Arbeit geleistet hat. Drei jahrelange enge Freundinnen sagten aus, davon keine Ahnung gehabt zu haben. Die körperlichen Veränderungen führten sie auf eine für Sandra F. typische Gewichtsveränderung zurück. Verfestigt hat sich nach ihren Aussagen ebenso, dass die Angeklagte kein zweites Kind wollte. Auch das erste wäre bereits "ein Unfall" gewesen, wie Anja P. aussagte, die sich sehr darüber ärgerte, dass die Freundin ihre ernsten Sorgen mit niemandem teilte. "Wenn sie doch mal wenigsten die Gusche aufgemacht hätte."

Die 30-Jährige ist wegen Totschlags angeklagt. Sie soll im März zu Hause ein Mädchen geboren, es dann aber in ihrer Badewanne liegen gelassen haben, so dass es ertrank.

Aus der Osterländer Volkszeitung vom 19.09.2015

Jens Rosenkranz

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