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Bachs Weihnachtsoratorium füllt die Brüderkirche bis zum letzten Platz

Bachs Weihnachtsoratorium füllt die Brüderkirche bis zum letzten Platz

Nach wie vor ungebrochen ist der Zuspruch, wenn Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium auf dem Konzertplan steht. Das hat die jüngste Altenburger Aufführung dieses schon populär zu nennenden Werkes bewiesen.

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Überzeugen mit Bachs Weihnachtsoratorium: die Altenburger Kantorei, der Chor des Spalatin-Gymnasiums und das Leipziger Barockensemble.

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. Die Brüderkirche war bis zum letzten Platz inklusive einiger noch eilig herbeigeschaffter Klappstühle am Eingangsbereich gefüllt.

Trotz weiterer hochkarätiger Konkurrenz-Veranstaltungen, die zeitgleich - unter anderem mit Gerhard Schöne - stattfanden, erwies sich das Oratorium als Publikum-Garant. Ein solches Ereignis nimmt der Klassikfan natürlich gern zur Kenntnis, denn welches weitere Werk aus diesem Musikbereich kann sich daran messen, am ehesten noch Beethovens neunte Sinfonie.

Im Gegensatz zum letzten Jahr hatte Kantor Philipp Göbel dieses Mal die Kantaten I bis III ausgewählt und traf damit zu hundert Prozent den Geschmack und die Erwartung des Publikums. Die ausgesuchten Kantaten sind die bekanntesten Teile dieses Oratoriums, wenngleich die Teile IV bis VI viele musikalische Kostbarkeiten aufweisen. Natürlich möchte jeder zur Adventszeit "Jauchzet, frohlocket" oder die meditative und zuweilen fast schmerzlich dahinwiegende Sinfonia oder die wundervollen Choräle hören. Und das ist auch gut so.

Die Altenburger Kantorei, unterstützt vom Chor des Christlichen Spalatin-Gymnasiums, war wie alle Jahre bestens motiviert, dem Bachschen Werk die festliche Aussage und Botschaft zu geben. Dazu gesellte sich das fast kammermusikalisch anmutende Neue Leipziger Barockensemble, das sehr fein und intim musizierte, aber dennoch dem großen Chor manchmal kaum Paroli bieten konnte, sodass minimale Rhythmusverschiebungen nicht ganz zu vermeiden waren.

Philipp Göbel hielt aber allezeit die Zügel fest in der Hand. Wunderschön gestaltete er mit seiner Kantorei und den Kinderstimmen die Bachschen Choralsätze mit feinen dynamischen Abstufungen. Und gerade an diesen feingliedrigen Sätzen kann man erkennen, wie gut oder schlecht ein derartiges Ensemble aufgestellt ist.

Die üppigen Chorsätze in der zweiten und dritten Kantate sind durch ihren Bekanntheitsgrad fast Selbstläufer. Sie wollen aber ebenso vor allem gesangstechnisch bewältigt werden. Auch in diesem Punkt gab es in der Aufführung keinerlei Abstriche. Die solistischen Instrumental-Leistungen von den Oboen und Flöten bis hin zu den Trompeten und den donnernden Pauken waren insgesamt perfekt vorgetragen - wunderschön und voller Innigkeit das Violinsolo, das die Altarie des dritten Teils wahrlich zu dem Höhepunkt des Konzertes werden ließ.

Das Solistenquartett war bestens besetzt, allen voran mit Gesine Adler und ihrem strahlenden Sopran, mit dem sie das heikle Engelsrezitativ souverän in die Kirche schmetterte. Cornelia Diebschlag stand mit ihrer warmen Altstimme und wohldosiertem Vibrato nicht nach und bot eine schlüssige Interpretation in den drei musikalisch anspruchsvollen Arien. Tenor Matthias Schubotz tat sich im einleitenden Rezitativ noch etwas schwer mit der Intonation, gewann aber zusehends an Profil, wenngleich er in der Hirtenarie hinsichtlich des Tempos an seine Grenzen gelangte. Dirk Schmidt rundete das Ganze mit seinem markigen Bass ab und gab der Königsarie zusammen mit der hohen Trompete den royalen Gestus, so wie es sein muss.

Am Schluss hochverdienter und langanhaltender Beifall für eine großartige Aufführung. Er erzwang eine Zugabe, die jedoch leider von der Unruhe, verursacht von den stets eiligen Konzertbesuchern, die nicht schnell genug zum Auto oder zum Weihnachtsmarkt kommen konnten, überdeckt wurde.

Felix Friedrich

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