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Altenburg Bärenfell erweitert neue Dauerausstellung im Altenburger Schloss
Region Altenburg Bärenfell erweitert neue Dauerausstellung im Altenburger Schloss
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05:00 14.07.2017
Restaurator Mario Gawlik präsentiert das neue Bärenfell im Raucher- und Jagdzimmer des Residenzschlosses. Quelle: Foto: Residenzschloss
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Altenburg

Das Altenburger Residenzschloss ist seit kurzem um eine neue Attraktion reicher – und die ist durchaus anders, als man vielleicht erwartet hätte. Statt feinen Pinselstrichen oder filigraner Handwerkskunst sind breite Pranken, weiches Fell und ein Konterfei wie aus den Steifftier-Katalog zu sehen: Eine einst in den Karpaten erlegte Braunbärin hat ihren Weg in die Skatstadt gefunden. Ab dem 23. September wird das pelzige Exponat im neuen Dauerausstellungsbereich der Jüngeren herzoglichen Linie der Öffentlichkeit präsentiert.

Indes sind Bären im Residenzschluss, zumindest historisch betrachtet, nichts Außergewöhnliches. Noch heute geht die Geschichte von einem verkohlten Exponat, das nach dem Brand des Kirchensaales im Jahr 1905 über den Schlosshof hinausgetragen wurde. Auch soll das Gebäude einst über einen Bären verfügt haben, der eine Laterne in seiner Pranke trug.

Das neue Exemplar ist nun unter Beachtung der strengen Artenschutzauflagen und ausgestattet mit allen notwendigen Zertifikaten in Altenburg eingetroffen. Dass das Exponat auf eine durchaus bewegte Geschichte zurückblicken kann, zeigt sich schon daran, wie es in die Hände des bisherigen Besitzers, eines Lebensmittelhändlers aus Süddeutschland, gelangte. Tiefgekühlt traf die in Osteuropa erlegte Bärin in den 70er-Jahren in Frankfurt ein, wo sie vor dem Lebensmittelgeschäft als Attraktion angebunden wurde – während der Tauprozess einsetzte. Das Fleisch selbst wurde teuer verkauft, Fell und Kopf dagegen zum Präparator gegeben. „Präpariert wurde sie von Experten, die auch für den Zoo Frankfurt arbeiten“, betont der Besitzer die Qualität des Exponats.

Im Altenburger Residenzschloss soll das Tier nun dazu dienen, die frühere Ausstattung der herzoglichen Gemächer in der ersten Etage wieder herzustellen. Teil des künftigen Ausstellungsbereiches ist das Raucher- und Jagdzimmer. Hier zogen sich einst der letzte regierende Herzog Ernst II. und seine Gäste zurück. „Das ist ein Schaufenster in die Kulturlandschaft Altenburgs“, unterstreicht auch Schloss- und Kulturdirektor Christian Horn.

Dass in dem betreffenden Zimmer bereits vor über hundert Jahren ein Bärenfell vor dem Kamin lag, belegt auch die einzig überlieferte Fotografie des Raumes. Nach ihrem Vorbild, auf Basis von Recherchen in alten Dokumenten und mittels historischer Befunde wird derzeit die Rekonstruktion des Raumes vorgenommen. Das originale Intarsienparkett ist inzwischen aufbereitet, historische Farbbefunde liegen vor und die Wände sind entsprechend gestrichen. Dabei freigelegte Bohrungen weisen auf die historische Hängung von Geweihen und anderer Jagdtrophäen hin.

Zur Wiederherstellung der sind darüber hinaus weitere über die Jahre abhanden gekommene Exponate neu zu erwerben oder als Leihgaben einzuholen. „Die Eröffnung des neuen Dauerausstellungsbereichs“, so Museumsleiterin Uta Künzl, „ist auch eine Reise in die Geschichte unserer Sammlungen und der Schlossausstattungen.“ Man stehe in engem Dialog mit weiteren Kultureinrichtungen und wolle im Vorfeld der Eröffnung über weitere Zugänge von Exponaten informieren.

Von OVZ

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