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Bärenstarke Weihnachtsausstellung im Altenburger Schloss eröffnet

Witzig und hintersinnig Bärenstarke Weihnachtsausstellung im Altenburger Schloss eröffnet

Am Nachmittag des ersten Advents wurde auf dem Altenburger Schloss die traditionelle Weihnachtsausstellung eröffnet. Es ist in diesem Jahr eine bärenstarke Ausstellung. Denn in den ehemaligen herzoglichen Gemächern ist eine Teddyparade zu bestaunen. Zu Hunderten posieren sie. Wer Historisches erwartet, der liegt richtig und auch falsch.

Der Dresdner Striezelmarkt im Altenburger Schlossmuseum. Er gleicht einem erzgebirgischen Weihnachtsberg, und es gibt viel zu entdecken.

Quelle: Klaus Peschel

Altenburg. Am Nachmittag des ersten Advents wurde auf dem Altenburger Schloss die traditionelle Weihnachtsausstellung eröffnet. Es ist in diesem Jahr eine bärenstarke Ausstellung. Denn in den ehemaligen herzoglichen Gemächern ist eine Teddyparade zu bestaunen. Zu Hunderten posieren sie. Wer Historisches erwartet, der liegt richtig und auch falsch. Die Teddybären sind alle erst nach 1997 entstanden. Sind also noch jung an Jahren. Das Licht der Welt erblickten sie in Dresden. Geburtshelferin war Brigitte Sprenger. Diese sprach am Sonntag zur Ausstellungseröffnung im Bachsaal ausgesprochen locker über ihr Steckenpferd und gab Auskunft, wie sie zur Teddymacherin geworden ist.

Jede Menge Stoffreste hätten in den 1990er-Jahren bei ihr herumgelegen, so dass sie sich für einen Patchworkkurs angemeldet habe. Dann habe sie sich eine Bastelpackung für einen Teddy gekauft. Ein Wochenende habe es gedauert, da sei ihr erster Plüschbär fertig gewesen. „In der Zeit war ich für keinen ansprechbar“, erzählte Brigitte Sprenger. Es dauerte nicht lange, da habe sie schon drei Knuddelbären gehabt und die ganze Sache wurde für sie langweilig. Sie wollte von den Teddys aber nicht lassen. Von früher Kindheit an waren Teddybären ihre Begleiter. Puppen interessierten sie weniger. Da fielen ihr die Diafilme mit den Teddys ein, die sie als kleines Mädchen bewunderte. „Das war der Auslöser“, sagte Brigitte Sprenger zur Ausstellungseröffnung, „die Teddys müssen etwas tun und nicht nur auf dem Sofa herumsitzen“.

So lässt die Dresdnerin seit knapp 20 Jahren ihre Puppen in Rollen schlüpfen. Lässt sie zur Schule gehen, über den Weihnachtsmarkt flanieren, durch die Wüste wandern und sogar kriminell werden. Aber auf die heitere Art. Wenn das Egon Olsen wüsste. Er, Benny und Kjeld marschieren durch die einst herzoglichen Gemächer des Residenzschlosses als Teddybären in einer Vitrine. Schauen den Besucher listig an, ihre Knopfaugen leuchten. Kennen die etwa jemanden, der einen Plan hat, wie man sie hier rausholen könnte? Teddydesignerin Sprenger ist in das Detail verliebt. Auch die schwedische Rockgruppe Abba spielt im Altenburger Schloss zu einem Ständchen auf. Waterloo. „In einem der ersten Videos habe ich auf dem Klavier eine Napoleonbüste gesehen, die darf bei den Teddys doch nicht fehlen“, erklärte sie den neugierigen Besuchern. Auch Cindy aus Marzahn taucht als Teddybärin auf. Es sei nicht einfach gewesen als Hintergrundbild ein gutes Plattenbaufoto zu finden. Musikalisch treibt es auch das „Zwingbärtrio“. In den 1980er-Jahren wurde das „Zwinger Trio“ von Tom Pauls gemeinsam mit Kommilitonen als Kabarettgruppe in Elbflorenz gegründet. Die Stadt, in der die Sprenger-Teddys das Licht der Welt erblicken, taucht mehrfach in der Weihnachtsausstellung auf. So marschieren die Plüschtiere über den schneebedeckten Dresdener Striezelmarkt. Eine Installation, die an einen erzgebirgischen Weihnachtsberg erinnert. Und der ganz starke Dresdener, der August der Strake und seine Mätresse Gräfin Cosel dürfen nicht fehlen.

Wer von der Weihnachtsausstellung Geschichtliches erwartet, liegt bei diesen Figuren genau richtig. Auch bei der Gestaltung eines Ensembles vor einem Canaletto-Gemälde des Dresdener Neumarktes. Da kommt eine Kutsche vorbeigefahren und Volk tummelt sich. Brigitte Sprenger plauderte über das Entstehen eines Teddybären. „Wenn Nase und Mund angenäht sind, dann bekommt er seine Seele, dann darf man ihm mit Schere oder Nadel nicht mehr zu nahe kommen“, sagte die Designerin. 400 solcher Kuscheltiere hat sie zu Hause. „Wenn es mir schlecht geht, kann ich mit meinen Teddys reden“, gestand sie ein. Schlecht ging es ihr am Sonntag in Altenburg auf keinen Fall. Das Interesse an der Ausstellung war sehr groß. Erstaunlich, die Anzahl der Erwachsenen war wesentlich üppiger als die der Kinder. Für die musikalische Umrahmung sorgten im Bachsaal der Pianist Torsten Kahle und der Sänger Mike Körner. Zu hören waren Weihnachtslieder. Und als man aufbrach, um sich die Ausstellung anzuschauen erklang eine sehr passende Melodie: Kam ein kleiner Teddybär aus dem Spielzeuglande her …

Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Februar 2016 dienstags bis sonntags von 9.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Für die Sonderausstellung gibt es einen gesonderten Eintrittspreis von drei Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder, wenn nicht das gesamte Museum besucht werden möchte.

Von Klaus Peschel

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