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Altenburg Bäume des Leinawaldes nach Dürre geschwächt
Region Altenburg Bäume des Leinawaldes nach Dürre geschwächt
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04:08 25.09.2018
Nach dem heißen Sommer breitet sich im Leinawald der Borkenkäfer aus. Mit Hochdruck wird derzeit an der Beseitigung befallenen Holzes gearbeitet. Quelle: dpa
Altenburg

Der Leiter des Forstamtes Weida, Karsten Schröder, ist besorgt um den Baumbestand im Altenburger Land. Im einzigen Staatsforst der Region, dem Leinawald, habe die Trockenheit den Bäumen nachhaltig Schaden zugefügt. Am stärksten betroffen seien die Fichten. Durch ihr Flachwurzelsystem kann diese Baumart nicht das Wasser in der Tiefe der Erde erreichen. Aber auch Baumarten wie Kiefer, Linde, Buche und sogar Eiche mit Tiefenwurzeln, die normalerweise in feuchtere Bodenschichten eindringen, leiden unter Wassermangel. An südgeneigten Waldrändern sterben sie sogar ab. Schröder fürchtet, dass die Waldbäume über mehrere Jahre geschwächt bleiben.

Ein weiteres großes Problem ist der Befall des Baumbestandes durch Borkenkäfer. „Ähnlich wie ein geschwächter menschlicher Körper leichter von Viren und Bakterien befallen wird, kann auch ein geschwächter Baum Schädlingen nur wenig entgegen setzen“, erklärt Schröder. Die betroffenen Fichten und Lärchen können wegen Wassermangels keinen abwehrenden Harzfluss gegen die kleinen Insekten mehr produzieren. Derzeit arbeiten Förster, Waldarbeiter und Waldbesitzer mit Hochdruck an der Beseitigung von Borkenkäferholz, das laut Schröder „in einer nie da gewesenen Menge“ auftritt.

Borkenkäfer und Sturmschäden schwächen Wald nachhaltig

Im Juli und August haben die Förster im Forstamtsbereich Weida, der den Landkreis Altenburger Land, die Stadt Gera und 90 Prozent des Landkreises Greiz umfasst, 543 Borkenkäferherde bei zahlreichen Waldbesitzern identifiziert – so viele wie noch nie. Die Experten des Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrums in Gotha erwarten bis zum Jahresende noch einmal eine so hohe Menge, da die Insekten bei diesen Temperaturen auch im Herbst noch aktiv sind.

Waldbesitzer sollten die befallenen Bäume unbedingt im Laufe des Herbstes beräumen, um nicht mit noch höheren Schäden in 2019 rechnen zu müssen, rät Schröder. Im Leinawald wurden bereits 90 Prozent des befallenen Fichten- und Lärchenholzes durch die ThüringenForst-Mitarbeiter und forstliche Unternehmen gefällt und zum Verkauf an die Holzindustrie abgelagert. Das anfallende Schadholz zu tragbaren Preisen zu verkaufen, ist allerdings für alle Waldbesitzer zum Problem geworden. Bereits seit dem Januar-Sturm Friederike gibt es deutschlandweit ein Überangebot an Sturm- und Schadholz. In den kommenden Jahren müssen Waldbesitzer außerdem mit einem verringerten Holzzuwachs rechnen, da die Bäume dauerhaft geschwächt seien.

Sturmschäden vom Januar noch nicht ganz behoben

Zusätzlich werden zusammen mit den Kahlflächen, die durch Orkan Friederike entstanden sind, im Altenburger Land 40 bis 50 Hektar wieder aufgeforstet. Die Folgen all dieser Schäden summieren sich mittlerweile auf Millionenbeträge allein im Forstamtsterritorium von Weida. Karsten Schröder befürchtet, dass Hilfszahlungen des Bundes oder des Landes an die Waldeigentümer nötig sein werden, um neben der Erhaltung des Waldes auch Waldwegenetze zu pflegen oder das Angebot an waldpädagogischen Leistungen der Förster zu erhalten.

Eine Gefahr durch herabfallende, morsche Äste für Spaziergänger sieht Forstamtleiter Schröder indes nicht. „Das sollte auch nach dem trockenen Sommer nicht häufiger vorkommen als sonst“, erklärt er. Lediglich bei stärkerem Wind empfiehlt Schröder, sich besser nicht in alten Waldbeständen aufzuhalten. Insgesamt seien die Unfälle im Wald jedoch wesentlich seltener als im Siedlungsbereich, so dass sich jeder in der gesunden Waldluft wohl fühlen dürfe.

Von Pia Siemer

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