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Bagger fressen sich durch die alte Kinderkombination in Altenburg-Nord

Abriss Bagger fressen sich durch die alte Kinderkombination in Altenburg-Nord

Das Deutsche Rote Kreuz lässt die alte Kinderkombination in Altenburg-Nord abreißen. Seit einigen Tagen fressen sich die Bagger durch das Objekt. Statt das alte Gebäude zu nutzen, will das DRK nun einen Neubau für betreutes Wohnen errichten und hat damit seine ursprünglichen Pläne über den Haufen geworfen.

Verschwindet von der Bildfläche: Die alte Kindereinrichtung in Altenburg-Nord.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Vor gut einem Jahr hat der Kreisverband vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) die einstige und seit längerem leer stehende Kinderkombination in der Albert-Levy-Straße 59 in Altenburg-Nord von der Stadt gekauft. Der Plattenbaukomplex sollte grundhaft umgebaut und künftig für betreutes Wohnen genutzt werden, so der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, Ulf Müller, damals.

Doch seit einigen Tagen fressen sich nun Bagger durch das Objekt und machen den Komplex Stück für Stück platt. Hat sich das Rote Kreuz von seinem Vorhaben verabschiedet? In dem Stadtteil bereits kursierende Gerüchte scheinen dies zu bestätigen. So wird sogar gemunkelt, an dieser Stelle solle eine Moschee entstehen.

„Das sind aber durchweg nur Gerüchte. Wir halten an unserem Plan, an dieser Stelle als DRK betreutes Wohnen anzubieten, fest“, stellt Ulf Müller unmissverständlich klar. Dass dafür in Altenburgs größtem Stadtteil ein großer Bedarf bestehe, habe allein schon die große Zahl der Interessenten gezeigt, die sich seit dem Bekanntwerden der Pläne beim Roten Kreuz gemeldet haben. „Aber entsprechende Detailplanungen haben uns gezeigt, dass unsere ersten Pläne, die Bausubstanz des Gebäudes zu erhalten und für die Neunutzung umzugestalten, kostenseitig nicht refinanzierbar wäre. Die Kosten hätten sich von erst zwei Millionen auf dann bis zu 2,7 Millionen Euro hochgeschraubt, und möglich wären nur 27 Wohneinheiten gewesen“, erklärt Müller. Deshalb sei vor einem Vierteljahr die Entscheidung gefallen, den bestehenden Komplex komplett abzureißen und neu an gleicher Stelle einen Viergeschosser entstehen zu lassen. „Der kostet dann zwar um die drei Millionen Euro, beherbergt aber 32 Wohnungen“, so Müller. Konkret sollen in dem Neubau acht Wohnungen mit 38 Quadratmetern, 16 mit 42 Quadratmetern sowie jeweils vier mit 52 und 62 Quadratmetern entstehen.

Recht zügig soll das Vorhaben jetzt realisiert werden. „Anfang April soll der Bauantrag erfolgen und ab September der Rohbau wachsen. Ende 2017 soll alles fertig sein“, erklärt der Geschäftsführer.

Als nächsten Schritt werde man beim DRK mit all jenen Bürgern reden, die bereits Interesse an der mittlerweile verworfenen Sanierungsvariante gezeigt haben, um abzuprüfen, ob sie auch bei dieser Neubauvariante mitgehen würden. Dass die Rotkreuzler auf ihren barrierefreien Quartieren aber sitzenbleiben würden, befürchtet Müller nicht. „Gerade in Altenburg-Nord ist die Nachfrage nach solchen Wohnformen groß, weil viele Menschen in ihrem Stadtteil weiter leben wollen und solche Angebote suchen.“

Sämtliche Angebote zur Betreuung werde das Rote Kreuz künftig in der Levystraße selber übernehmen. „Dafür haben wir ja die entsprechenden kompetenten Einrichtungen, um das in der gewünschten Qualität abzusichern“, so Müller.

Übrigens: Nicht nur in Nord will das DRK beim betreuten Wohnen einsteigen. In der Käthe-Kollwitz-Straße soll in der Nähe der Gastwirtschaft „Graf de Cartonage“ ein ähnliches Neubauprojekt realisiert werden. „In Richtung Thümmelstraße soll es dort perspektivisch 33 Wohnungen in idealer Lage geben“, so Müller. Doch so weit gediehen wie im Fall Levystraße sei dieses Projekt noch nicht. „Da sind noch Detailfragen zu klären. Aber wir sind entschlossen, dies schnellstmöglich zu realisieren.“

Von Jörg Wolf

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