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Altenburg Bahn greift in Naturdenkmal ein
Region Altenburg Bahn greift in Naturdenkmal ein
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19:35 18.02.2015
Die Porphyrit-Felsen des Naturdenkmals Paditzer Schanzen: Der Bewuchs soll nun weg. Quelle: Mario Jahn

Denn wenige Meter neben der Bahnstrecke Altenburg - Lehndorf, zwischen dem fast verwaisten Bahnhof und der Schranke, sollen im zum Altenburger Ortsteil Ehrenberg gehörenden Paditz großflächig Bäume und Sträucher verschwinden.

"Das Naturschutzgebiet soll im Zuge der Erneuerung der Bahnstrecke offenbar als Lagerfläche genutzt werden", sagt Ernst Goldbach im Namen besorgter Anwohner und bezieht sich dabei auf den Planfeststellungsbeschluss. Dort, wo jetzt ein Trampelpfad zwischen den Felsen bis zu einem Tümpel führe, sei eine Baustraße geplant. "Da kann ich nur den Kopf schütteln. Ich bin der Letzte, der notwendige Baumaßnahmen wegen eines Frosches verhindern will. Doch das schlägt dem Fass den Boden aus."

Ganz so arg, wie die Anwohner befürchten, wird es wohl nicht. "Dass das Gebiet als Lagerfläche genutzt wird, ist nicht so, aber die Wiederherstellung der Paditzer Schanzen gehört zu den Ausgleichsmaßnahmen für die neue Bahnstrecke und ist eine angeordnete Naturschutzmaßnahme", erklärt die Fachdienstleiterin Umwelt und Naturschutz im Landratsamt, Birgit Seiler auf OVZ-Nachfrage. Dazu müsse man wissen, dass das Flächennaturdenkmal weniger Bäume und Sträucher, sondern vielmehr die Felsformation schütze. "Es geht darum, den geologischen Aufschluss wieder zu Tage treten zu lassen, damit Blindschleichen, Spinnen, Schnecken, Libellen und Würmer ihren Lebensraum zurückbekommen, die wiederum Nahrungsgrundlage für unsere Vögel sind", erklärt Seiler. Dafür werde es zu Baumfällungen kommen, für die die Bahn auch eine Straße brauche. "Das Feuchtbiotop wird aber bleiben." Insgesamt sei man froh, dass man der Bahn dies im Gegenzug für Flächenverbrauch bei der Streckensanierung auferlegen konnte. "Denn Baumfällungen kosten richtig viel Geld", sagt Seiler.

Schaut man sich das inzwischen dicht bewachsene Gebiet an, wird schnell klar, dass es viele Bäume und Sträucher treffen wird. Und diese müssen vor dem Abtransport auch irgendwo gelagert werden. Daher befriedigt Seilers Erklärung Ernst Goldbach nur bedingt. "Am Schild steht doch, dass auch die Pflanzen und Tiere geschützt sind", bemängelt der 62-Jährige und bezweifelt, dass sich das so klar trennen lässt. Zudem sei mit keinem Anwohner vorher geredet worden. Damit trifft er den wunden Punkt der Fachdienstleiterin des Landratsamtes: "Wir hätten das im Vorfeld besser kommunizieren müssen."

Thomas Haegeler

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