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Altenburg Bahn rückt Tauben zu Leibe – Tiere reagieren mit Umzug
Region Altenburg Bahn rückt Tauben zu Leibe – Tiere reagieren mit Umzug
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00:31 06.04.2018
Besonders an den Treppen zu den Gleisen machen sich die Tauben am Altenburger Bahnhof breit – und sorgen für unschöne Anblicke. Quelle: Thomas Haegeler
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Altenburg

Der Altenburger Bahnhof leidet unter einer Taubenplage. Auch wenn sich nach einem OVZ-Bericht Anfang 2017 etwas getan hat, flammt das Problem immer wieder auf. Leser, wie die Pendlerin Regina Scherling, beschweren sich, Stadträte und Verwaltung schalten sich ein und auch die Bahn bekämpft die Ratten der Lüfte. Doch die anpassungsfähigen Vögel finden immer wieder eine Nische, schlagen nun sogar zurück.

Treppen wirken wie monatelang nicht gereinige Volieren

Inzwischen brüten die Tauben in den Streben der Bahnsteigüberdachungen. Mit der Folge, dass die Treppen zu den Gleisen und deren direkte Umgebung aussehen wie monatelang ungereinigte Volieren. Ein äußerst unappetitlicher Anblick. Dabei wird der Bahnhof seit 2016 wöchentlich gereinigt, wie Bahn-Sprecher Jörg Bönisch auf OVZ-Nachfrage versichert. Dafür zuständig sei die Deutsche-Bahn-Tochter DB Services. Aber genau dort hat etwa Regina Scherling schon mehrfach nachgefragt. Bislang ohne Ergebnis. Auch gehört der Bahnhof Altenburg nicht zu jenen, für die man seit kurzem der Bahn über WhatsApp Reinigungsbedarf anzeigen kann.

Getan hat die Bahn dennoch einiges. „Wir haben in die Taubenvergrämung seit 2017 15 000 Euro eingesetzt, die Netze am Bahnsteig 1 wurden neu gespannt“, erklärt Bönisch. „Doch die Tauben haben ein neues Schlupfloch gefunden und somit wieder Platz am Bahnsteig 1.“ Daher konnten am beschriebenen Bild auch „zwei intensive Grundreinigungen“ der Station im Vorjahr nichts ändern.

Bis Mai will Bahn Löcher schließen

Angesichts dessen und wegen der anhaltenden Beschwerden verspricht die Bahn nun, erneut aktiv zu werden. „Die Taubenvergrämung wird bis Ende Mai 2018 am Bahnsteig 1 erweitert über den Treppenaufgang“, verkündet Bönisch. „Gleiches erfolgt am Bahnsteig 2/3, anschließend ist nochmals eine intensive Grundreinigung geplant.“

Nachdem sie von den Bahnsteigen weitestgehend vertrieben wurden, suchen sich einige Tauben im Inneren der Empfangshalle des Altenburger Bahnhofs ein neues Zuhause. Quelle: Thomas Haegeler

Ob und bis wann die Reisenden bezüglich der Taubenplage mit einem sicht- und spürbaren Effekt rechnen können, weiß aber auch Bönisch nicht. „Tauben wird es an den Verkehrsstationen immer geben“, sagt der Bahn-Sprecher. „Die Tiere nutzen den Wetterschutz durch die Dächer aus und werden auch von den Essensresten angelockt.“ Das Problem lasse sich teilweise eindämmen, „wenn Tauben nicht gefüttert werden und Speisereste in Abfallbehälter gelangen und nicht auf den Fußboden“.

Tauben offenbar noch cleverer als gedacht

Doch die Tiere scheinen längst zu ahnen, dass sie vollends vertrieben werden sollen. Anders ist es kaum zu erklären, dass einige Tauben nun versuchen, ins Innere der Empfangshalle umzuziehen. Davon zeugen Beobachtungen im Zusammenhang mit den jüngst abgestürzten Lampenschirmen des dortigen Kronleuchters (die OVZ berichtete). Offenbar tragen die Vögel daran wenigstens eine Mitschuld. Damit verkomplizieren sie zugleich Ihre Vertreibung. Denn die Bahn hat das Haus erst vor einigen Monaten verkauft und ist dort somit nicht mehr zuständig. Sollten die Tauben das mitbekommen haben, wären sie noch intelligenter als bisher schon bekannt.

Von Thomas Haegeler

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