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Bald weniger Gestank und Lärm?

Bald weniger Gestank und Lärm?

Die Südost-Fleisch GmbH hat Investitionen angekündigt, um Lärm und Gerüche im Altenburger Schlachthof zu mindern. Das gab die Firmenleitung anlässlich eines Besuchs von Kommunalpolitikern in dem Betrieb bekannt.

Wie aber der Gestank aus dem Kanalsystem, beispielsweise in der Brunnenstraße, reduziert werden kann, ist dagegen weiter offen.

 

Wegen der sich häufenden Beschwerden von Bürgern im Zuge der Kapazitätserweiterung hatte der Schlachtbetrieb einigen Altenburger Stadträten, einschließlich Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD, kürzlich Zugang zu seinen Produktionsanlagen gewährt. CDU-Kreistagsfraktionschef Uwe Melzer vertrat dabei Landrätin Michale Sojka (Linke). Beim Rundgang wurden einige Quellen in Augenschein genommen, die für die Geruchs- und Lärmbelästigungen infrage kommen. So kündigte Geschäftsführer Volker Schöchert die Einhausung des Platzes an, auf dem die Viehtransporter gesäubert werden, nachdem die Tiere abgeladen wurden. Im Moment werden die Laster im Freien gereinigt. Durch die Errichtung einer Halle in Leichtbauweise sollen "weniger Geräusche und Gerüche nach außen dringen", sagte Schöchert. Die mit Deckeln verschlossenen Container mit Schlachtnebenprodukten, beispielsweise jener Schmutz von den Viehlastern, sollen ebenfalls in der neuen Halle untergebracht werden. Die Kühlung der wartenden Transportfahrzeuge erfolgt in Zukunft nicht mehr mit Dieselmotoren. Für sie wird ein Stromanschluss installiert. Investiert wird ebenso in die Betäubungsanlage für Schweine, um die Tiergeräusche zu reduzieren. Moderner sollen ebenso Kamine und Abluftanlagen werden. Außerdem kündigte Schöchert eine Kanalsanierung auf dem Grundstück des Betriebes an. Des Weiteren sollen Keilriemen der Entlüftungsanlage häufiger ausgewechselt werden, wenn sie quietschen.

 

Keinen Einfluss hat Südost-Fleisch allerdings auf das Kanalssystem, das vom Schlachtbetrieb durch die Stadt bis zum Klärwerk führt. Als Geruchsquelle spielen diese Abwasserleitungen im Genehmigungverfahren für die Kapazitäterweiterung auch keine Rolle. Das erklärte Thomas Krauß, ein von Südost-Fleisch beauftragter Sachverständiger für Luftreinhaltung. Bei den austretenden Gerüchen gelten lediglich Quellen im Gebäude sowie die Container. Hierbei habe das Unternehmen durch die angekündigten Investitionen Minderungsvorschläge unterbreitet und im Genehmigungsverfahren eingearbeitet, sagte Krauß. Bereits jetzt könne die Unterschreitung der Grenzwerte gutachterlich nachgewiesen werden.

 

Für Harald Stegmann (Linke), dem Vorsitzenden des Stadtratsausschusses für Wirtschaft und Finanzen, konzentriert sich der Gestank auf den Kanal, insbesondere im Bereich der Brunnenstraße. Diese Belästigung, forderte er, "muss ausgeschlossen werden". Dem stimmte ebenso Peter Müller (Pro Altenburg) zu, der Vorsitzende des Bauausschusses.

 

Im Moment ist allerdings unklar, wie das gelingen soll. Die optimale Variante sei eine direkte Abwasser-Druckleitung vom Betrieb bis zum Klärkwerk bei Primmelwitz, machte Oberbürgermeister Wolf deutlich. Allerdings müsse diese rund sechs Kilometer lange Leitung auch finanzierbar sein, wies Wolf indirekt auf ein bislang ungeklärte Problem hin. Daneben lässt er auch andere Varianten prüfen, damit so wenig wie möglich Schmutzfracht aus dem Schlachthof in den Verästelungen des Kanalsystems der Stadt landet. Aufschluss verspricht man sich im Rathaus auch von Messgeräten, die das Abwasser des Schlachthofs analysieren. OVZ-Informationen zufolge sollen die Ergebnisse im Februar vorliegen. Wolf forderte die Geschäftsführer auf zu erklären, ob die angestrebte Kapazitätserweiterung die Endstufe oder nur eine Zwischenstation hin zu noch weiteren Produktionssteigerungen ist, damit man sich darauf einstellen könne.

 

Ebenso wie andere Stadträte machte der OB deutlich, dass der Schlachthof trotz der Probleme nicht infrage gestellt wird. "Wir sind nicht in der Situation, auf eines der größten Unternehmen zu verzichten", sagte der Rathauschef.

 

Nach Firmenangaben arbeiten im Betrieb rund 600 Menschen. Der Betrieb will sich die bereits praktizierte Kapazitätserweiterung von täglich 440 auf 660 Tonnen genehmigen lassen. Das Verfahren dazu ruht im Moment. Wegen der Abwasserproblematik war ein Anhörungstermin abgesagt worden.

Jens Rosenkranz

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