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Bald wird es auf den Feldern im Altenburger Land wieder müffeln

Gülle-Ausbringung Bald wird es auf den Feldern im Altenburger Land wieder müffeln

Lange wird es nicht mehr dauern, dann werden etliche Äcker und Wiesen wieder einen typischen landwirtschaftlichen Geruch verströmen, sprich, es wird ordentlich müffeln. Grund dafür ist, dass die Bauern damit beginnen, Gülle aus Viehställen oder Gärreste aus Biogasanlagen auszubringen.

Auch auf den Feldern im Altenburger Land wird demnächst wieder Gülle ausgebracht.

Quelle: dpa

Altenburg. Lange wird es nicht mehr dauern, dann werden etliche Äcker und Wiesen wieder einen typischen landwirtschaftlichen Geruch verströmen, sprich, es wird ordentlich müffeln. Grund dafür ist, dass die Bauern damit beginnen, Gülle aus Viehställen oder Gärreste aus Biogasanlagen auszubringen. Seitdem zum 1. Februar die vom Bund verhängte Sperrfrist beendet ist, dürfen sie das auch. Es sei denn, die betreffenden Schläge sind überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder schneebedeckt.

Nicht jeder freut sich über die „gute Landluft“. Im März 2014 gab es zuletzt sogar eine Protestkundgebung vor der Schweinemastanlage der Gutsverwaltung Altenburg im Ortsteil Mockzig. Die Teilnehmer demonstrierten dabei sowohl gegen die Gerüche aus dem Viehstall als auch gegen die gleichzeitig ausgebrachte Gülle.

Der Chef der Gutsverwaltung, Wolfgang Schleicher, wird dieser Tage wieder mit der Ausbringung beginnen. Allerdings sei das keine Gülle, sondern es würden Gärreste sein. Das sind tierische Exkremente, die zusammen mit Mais in einer Biogasanlage bei Nobitz verarbeitet wurden. Dieses Gemisch würde weniger riechen als Gülle und sei auch wertvoller für den Boden, weil es einen höheren Trockensubstanzgehalt habe, erklärt Schleicher gegenüber der OVZ. Und er hofft zumindest etwas auf das Verständnis jener Bürger, die sich immer wieder über die Ausbringung des natürlichen Düngers beschweren. Wollen die Bauern die für ihre Existenz nötigen Erträge jedoch erzielen, seien sie auf die Düngung der Felder sowohl mit organischen als auch mineralischen Stoffen, vor allem mit Stickstoff, angewiesen, wirbt Schleicher.

Heftig in der Kritik steht dabei stets die Verteilung der Flüssigkeiten mittels eines Pralltellers, der die müffelnden Stoffe durch die Luft wirbelt, wodurch sich der Geruch noch mehr entfaltet. Die Alternative dazu wäre die sofortige Einbringung in die Erde. Das aber sei technisch nicht immer machbar, erklärt Schleicher. Beispielsweise beim Winterweizen, der wegen seiner langen Vegetationsperiode einen hohen Bedarf an Stickstoff hat, aber nun eben bereits sprießt. In die Reihen zwischen den Pflänzchen ließen sich der Gärreste nun nicht mehr bodennah einarbeiten. Das gelinge nur mit jener umstrittenen Sprühtechnik.

Doch auch dort ist nicht mehr alles erlaubt. Seit vergangenem Jahr sind alte Prallteller verboten. Dies betrifft Drehstrahlregner sowie Prallverteiler, mit denen nach oben abgestrahlt wird. Zulässig dagegen sind Breitverteiltechniken, bei denen der Dünger nach unten oder zur Seite verteilt wird. Die Pflicht zum Einsatz ausschließlich bodennaher Technik, wie Schleppschlauch-, Schleppschuh- oder Schlitzverteiler, sieht der Gesetzgeber erst für die Jahre ab 2020 bis 2025 vor. Die Bauern sehen diesen Vorgaben mit Sorge entgegen, sind sie doch mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Allein in der Gutsverwaltung Altenburg rechnet man dafür mit Mehrausgaben in Höhe von 6000 Euro. Auf etwa der Hälfte der von ihr bewirtschaften 420 Hektar werden Gärreste ausgebracht.

Trotz der Werbung für seinen Berufsstand und die Wichtigkeit der Düngung rechnet Schleicher damit, dass es dennoch wieder Beschwerden wegen Belästigungen geben wird. Er verstehe das auch. „Aber wir leben nicht auf einer Insel.“ Landwirtschaft sei eben hin und wieder auch mit unangenehmen Gerüchen verbunden, sagt der Landwirt. Jeder möchte landwirtschaftliche Produkte verzehren. Doch diese gebe es nicht zum Nulltarif.

Von Jens Rosenkranz

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