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Barbarossa kommt wieder nicht

Barbarossa kommt wieder nicht

Erst sollte nach dem fulminanten Finale des Prinzenraub-Spektakels 2011 lediglich ein Jahr pausiert werden. Der Termin für die neuen Barbarossa-Festspiele 2013 stand schon fest.

Altenburg.

Doch der wurde vom Oberbürgermeister nach seiner Wiederwahl gecancelt. Kein Geld, kein schlüssiges Konzept, keine Vision - so die Begründung. Der Stadtrat ließ sich überzeugen und vertagte den Neubeginn auf 2015. Doch selbst danach sieht es mittlerweile nicht mehr aus. Ob und wann Altenburg jemals wieder Festspiele haben wird, steht in den Sternen.

 

 

 

Zur Erinnerung: Nur wenige Wochen nach seinem Sieg in der Stichwahl hatte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) zur allgemeinen Überraschung die Katze aus dem Sack gelassen und verkündet, dass es 2013 doch keine Barbarossa-Festspiele geben werde. Allerdings brauchte er dafür die Zustimmung des Stadtrats. Der musste seinen eigenen, anderslautenden Beschluss aus dem Jahr 2011 aufheben und einen neuen fassen.

 

Doch die Entscheidung stand am 19. Juli 2012 auf Messers Schneide. Pro Altenburg wollte an einem Runden Tisch über Möglichkeiten beraten, spätestens 2014 zu spielen. Die Linke gar befand, am alten Plan festhalten zu wollen. Deshalb ließen sich Wolf und seine SPD auf einen Deal ein und befürworteten, wenn auch widerwillig, einen Änderungsantrag der Christdemokraten. Und der lautete wie folgt: "Der Oberbürgermeister wird beauftragt, dem Stadtrat bis spätestens Juli 2013 ein nachvollziehbares und schlüssiges Konzept für die Durchführung der Barbarossa-Festspiele im Jahr 2015 vorzulegen." Doch das ist bis zum heutigen Tag nicht geschehen.

 

Lediglich im Sozial- und Kulturausschuss hat es zu diesem Thema eine Information vonseiten der Stadtverwaltung gegeben, erklärte CDU-Fraktionschef André Neumann gegenüber unserer Zeitung. Da den Christdemokraten dies offensichtlich nicht reichte, haben sie im Sommer eine Anfrage an den OB geschickt und ein dreiseitiges Antwortschreiben erhalten. Dort verweist Wolf insbesondere darauf, dass die CDU-Forderung nicht losgelöst von den anderen Punkten des Stadtratsbeschlusses zu betrachten ist. Dort nämlich sei von einer belastbaren finanziellen Grundlage zur Realisierung von attraktiven Festspielen die Rede.

 

"Und genau die ist derzeit nicht gegeben", erklärte Michael Wolf auf OVZ-Nachfrage. Die Stadt befinde sich in einem absoluten Konsolidierungsprozess oder besser Überlebenskampf, um den von Erfurt herbeigeführten Kahlschlag bei den kommunalen Finanzen zu verkraften. Und wie diese im nächsten und übernächsten Jahr aussehen werden, wisse kein Mensch. Dass sich die Sache so dramatisch entwickelt, habe vor anderthalb Jahren niemand vorhersehen können. "Wer das behauptet, der schwindelt", so der OB.

 

Es sei aus diesem Grund derzeit unmöglich, neue Herausforderungen anzunehmen. "Ich gebe nicht andere Werte auf, nur um Barbarossa-Festspiele durchzuführen. Ich werde die Stadt durch solche Entscheidungen nicht in den Ruin führen. Das ist mit mir nicht zu machen", so der 51-jährige Politiker.

 

Gegenüber der CDU hatte Wolf erläutert, dass zwar bereits ein Regiekonzept - also Buch, Ausstattung, Musik, Spielzeit und Spielort - sowie ein Finanzierungsplan in zwei Varianten für neue Festspiele vorliege, aber bislang nicht lösbare Hinderungsgründe der Umsetzung entgegenstünden. Selbige sind im Detail aufgeführt und würden die ohnehin schon immensen Kosten der Festspiele weiter in die Höhe treiben. Der OB hatte die bisherigen Zuschüsse der Stadt für den Prinzenraub mit 246 000 bis 417 000 Euro jährlich beziffert.

 

"Unter diesen Umständen ist uns schon bewusst, dass wir uns mit den Barbarossa-Festspielen übernehmen würden", räumt inzwischen auch André Neumann ein. Die CDU-Fraktion werde deshalb nicht mit "Gewalt" um die Umsetzung ihrer Forderung von 2012 kämpfen. "Dies bedeutet aber nicht, dass wir das Projekt ganz aufgeben. Eine entsprechende Machbarkeit vorausgesetzt, halten wir schon an unserer Position fest."

 

Gegenüber unserer Zeitung erklärte Wolf, dass es erst im Sommer nächsten Jahres - also keinesfalls vor der Kommunalwahl - eine Entscheidung über die Zukunft des einstigen Altenburger Vorzeigeprojekts geben wird.

 

Zu spät für Festspiele 2015. © Kommentar

 

Seite 13

Ellen Paul

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