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Barbarossa nun doch auf dem Schloss / Neues Betreibermodell angekündigt

Barbarossa nun doch auf dem Schloss / Neues Betreibermodell angekündigt

Die Barbarossa-Festspiele sollen einer Betreibergesellschaft übertragen werden und möglicherweise doch im Schloss stattfinden. Diesen Vorschlag hat Oberbürgermeister Michael Wolf am Mittwochabend völlig überraschend der zuständigen Arbeitsgruppe des Stadtrates unterbreitet.

Altenburg. Von Ellen Paul

Als Grund für dieses radikale Umdenken nannte der SPD-Politiker gestern auch gegenüber der Presse die im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verschlechterte Haushaltssituation der Stadt. Zur Erinnerung: Noch vor drei Jahren war in einem eigens vom Rathaus in Auftrag gegebenen Gutachten die Betreibung der Festspiele durch die Stadt als das beste aller Modelle ausgewiesen worden.

Jetzt aber stehen durch die Sparmaßnahmen der Landesregierung drei Millionen Euro im Haushalt jährlich weniger zur Verfügung, rechnete Wolf vor. Zudem gebe es schlechte Signale aus der Agentur für Arbeit. Vom zweiten Arbeitsmarkt würden neuen Richtlinien zufolge keine Kräfte mehr zur Verfügung gestellt werden können. Bislang waren allein in der Nähstube sowie im Technikbereich bis zu zehn Leute über das Arbeitsamt beschäftigt. Hinzu kamen Mitarbeiter in Fundus und Requisite, in der Öffentlichkeitsarbeit und der Mitspielerbetreuung sowie Produktionsassistenten. Eine Gesamtzahl und die dadurch gesparte Summe wurde nicht genannt.

"Das alte Betreibermodell ist also nicht mehr das Optimale", so der OB und schlägt deshalb vor, die Festspiele in die Trägerschaft der Stadtwerke zu geben. "Wir wollen eine Mutter bitten, eine weitere Tochter zu bekommen." Denn die Stadtwerke sind schon jetzt eine Beteiligungsgesellschaft, unter deren Fittichen die Energie- und Wasserversorgung und die Kommuna stecken. Wolf könnte sich vorstellen, dass sich zu diesen zwei Tochtergesellschaften mit einer Kultur GmbH bald eine dritte gesellt. Dorthin, so die nächste Überraschung, sollte gleich das gesamte Kulturamt ausgelagert werden."Wir müssen aus ausgefahrenen Gleisen heraus und neue Wege beschreiten", argumentiert Wolf.

Was den Spielort betrifft, so scheint allerdings genau das Gegenteil der Fall zu sein. Die Schlossverwaltung ist beauftragt, ein brandschutztechnisches Gutachten zu erstellen und eine konkrete Aussage darüber zu treffen, wie viele Menschen sich maximal in diesem Areal gleichzeitig aufhalten können. "Vielleicht müssen wir eben kleinere Brötchen backen und aus Vernunft und Finanznot zurück aufs Schloss. Lieber kleinere Festspiele als gar keine", so Wolf. Dennoch sei das Areal hinter dem Marstall noch nicht aus dem Rennen, es gebe aber noch Klärungsbedarf.

Diesen Argumenten konnte sich die 15-köpfige Arbeitsgruppe, in der Vertreter aller Stadtratsfraktionen und -gruppierungen regelmäßig zusammenkommen, nicht verschließen. "Aufgrund der besorgniserregenden Finanzsituation sind wir einfach noch nicht in der Lage, einen Spielort zu benennen", so deren Leiter, der Fernseh-Journalist Marian Riedel. "Alle Mitglieder aber haben übereinstimmend gesagt, dass es die Festspiele weiter geben soll. Und wenn es irgend machbar ist, ab 2013", erklärte Riedel.

Voraussetzung, um mit den Stadtwerken einen entsprechenden Vertrag abzuschließen, ist allerdings ein genehmigter Haushalt. Der muss nach Aussagen des OB in der Sitzung des Stadtrates Ende März beschlossen werden. Dort muss auch die Entscheidung über den Spielort fallen, wenn es überhaupt realistisch bleiben soll, 2013 Barbarossa zu spielen. "Wir sind jetzt dabei, noch einmal alles zu überrechnen, ob wir das schultern können."

Wolf appellierte an die Öffentlichkeit, trotz aller Schwierigkeiten die Festspiele nicht kaputt zu reden. "Das Thema ist nicht geeignet für einen aggressiven OB-Wahlkampf."

-Kommentar Seite 13

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