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Barocker Glanz in der Brüderkirche

Barocker Glanz in der Brüderkirche

Nach wie vor ist das Publikumsinteresse ungebrochen, wenn eine Veranstaltung mit dem Startrompeter Ludwig Güttler angekündigt wird. Auch bei seinem jüngsten Konzert, das er zusammen mit dem Leipziger Bach-Collegium in Altenburg gab, war die Brüderkirche am Wochenende bis auf den letzten Platz gefüllt.

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Ludwig Güttler tritt gemeinsam mit dem Leipziger Bach-Collegium in der Brüderkirche auf.

Quelle: Jens Paul Taubert

Seit über 40 Jahren brilliert Güttler mit seiner Trompete auf nationalen und internationalen Konzertpodien. Er hat unzählige Aufnahmen eingespielt, zahlreiche bisher unbekannte Partituren aus den Archiven ausgegraben, ist gern gesehener Gast bei Talkshows und kann zu Recht als der maßgebliche Initiator bei dem Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche gelten. Insofern möchte es keiner seiner Verehrer versäumen, ein Konzert von ihm zu besuchen.

 

Ludwig Güttlers Programm hatte dieses Mal keineswegs überbordenden sinfonischen Charakter, sondern absolut kammermusikalischen Zuschnitt. Er brachte mit seinen sechs Musikern fast durchweg barocke Triosonaten, Quintette und sehr intime Concerti zur Aufführung. Neben den Namen bekannter und viel gespielter Barockkomponisten wie Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach oder Tomaso Albinoni konnten die Zuhörer auch Werke weniger bekannter Meister erleben und entdecken, wie zum Beispiel William Corbett oder Gottfried Finger. Das war vielleicht auch der Grund, weshalb im ersten Teil des Konzertes das Publikum mit dem Beifall etwas sparsam umging.Güttler hatte aber auch gebeten, nur am Ende einer Komposition zu applaudieren.

 

Der Startrompeter trat lediglich zu Beginn und vor der Pause als Solist in Erscheinung. Dafür hörte man sehr schön gestaltete Werke, bei denen der Flötist Karl-Heinz Passin und der Oboist Frank Sonnabend mit ihrem filigranen und gut aufeinander abgestimmten Spiel zur Geltung kamen. Sie wurden aber durch die straff aufspielende Continuo-Gruppe mit Friedrich Kircheis am Cembalo, Michael Pfaender und Slawomir Rozlach am Violoncello und Kontrabass klanglich ziemlich zugedeckt. Güttler selbst brillierte mit einem auf dem Corno da caccia, einem Blechblasinstrument, musizierten Concerto eines unbekannten Komponisten kurz vor der Pause.

 

Mit einer Sonate aus der Feder des frühbarocken Gottfried Finger wurde der zweite Teil des Konzertes eröffnet. Im Wechselspiel von konzertierender Violine mit Roland Straumer und der hohen Trompete kam dann endlich jener vom Publikum erwartete barocke Glanz. Mit stechend klaren, pointiert hingesetzten Trompetentönen und einem makellosen Ansatz faszinierte Güttler wie eh und je. Da fehlte dann natürlich auch das hohe dreigestrichene C nicht.

 

Nochmals einen schönen Ruhepunkt schuf Johann Sebastian Bachs viersätzige Triosonate in G-Dur für Flöte, Violine und Basso continuo, bevor Güttler zum strahlenden Finale mit Albinonis Trompetenkonzert in C-Dur ansetzte. Auch bei diesem Werk konnte man erleben, dass die Musiker des Leipziger Bach-Collegiums mit Routine im besten Sinne perfekt auf Ludwig Güttler eingespielt sind. Dieser hatte das musikalische Geschehen mit Mimik und diversen Dirigierbewegungen fest im Griff.

 

Bei so viel barocker Virtuosität und Musikalität gab es dann keine Zurückhaltung mehr beim Beifall des Publikums, das sich zu Standing Ovations und Trampeln hinreißen ließ. Mit zwei kurzen Zugaben ging der barock umglänzte Konzertabend zu Ende.

Felix Friedrich

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