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Altenburg Bau-Pfusch im Altenburger Johannisgraben
Region Altenburg Bau-Pfusch im Altenburger Johannisgraben
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00:16 30.01.2018
Auf der linken Fahrbahnseite des Johannisgrabens in Altenburg wellt sich der Asphalt, obwohl er erst vor kurzem aufgebracht wurde. Der sogenannte Waschbretteffekt ist ein gravierender Mangel im Straßenbau. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

So manch einer rühmt sich gern mit einem Waschbrettbauch. Was – je nach ästhetischem Empfinden – bei menschlichen Körpern geradezu erstrebenswert oder gerade noch erwünscht ist, stellt sich im Straßenbau als gravierender Mangel dar. Wegen der äußerlichen Ähnlichkeit sprechen Fachleute hier vom Waschbretteffekt. Gemeint sind Unebenheiten in der Fahrbahn. Und die gibt es auch im Altenburger Johannisgraben.

Erst im November war die Straße am Rande der Innenstadt nach monatelanger Sanierung wieder für den Verkehr freigegeben worden. Fertig ist sie wegen fehlender Gehwegsteine und Borde freilich noch nicht (die OVZ berichtete). Gute 14 Tage nach der Freigabe stellten sich dann jedoch Wellen am linken Fahrbahnrand ein, die Autofahrer beim Darüberfahren durchschütteln wie bei einer Safari im Dschungel. Allerdings nur im Abschnitt zwischen Gerhard-Altenbourg-Straße und Johannisvorstadt. Das blieb auch der Altenburger Stadtverwaltung nicht verborgen.

„Zur Zustandsfeststellung vor der Freigabe gab es nur Mängel im Anbindungsbereich zur Schmöllnschen Vorstadt“, sagte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) auf OVZ-Nachfrage. Etwa zwei Wochen danach habe man zusätzlich ab Altenbourg-Straße Mängel im linken Teil der Fahrbahn bemerkt. „Beim sogenannten Waschbretteffekt handelt es sich um einen gravierenden Mangel.“ Den habe man sofort und vor der Endabnahme angemeldet. „Die Baufirma hat das auch anerkannt.“ Wahrscheinlich handele es sich um einen Einbaufehler durch ein von ihr beauftragtes Subunternehmen. „Das ist ärgerlich, aber ein Fall für die Gewährleistung, so dass auf die Stadt Altenburg keinerlei zusätzlichen Kosten zukommen.“

Ärgerlich ist es zum einen wegen des Ruckelns beim Darüberfahren – ähnlich wie bei der Bundesstraße 93 Richtung Altenburg am Ortseingang Zschaschelwitz. Zum anderen bedeutet der verpfuschte Bauabschnitt eine neuerliche Sperrung des Johannisgrabens im Frühjahr, um den Schaden zu beseitigen. Laut OB Wolf gibt es zwei Möglichkeiten, die Waschbrettfalten wegzubekommen. Die einfachere ist das Herausbügeln. Dabei werden die betreffenden Fahrbahnteile stark erhitzt. Anschließend gilt es, den Asphalt mit schwerem Gerät zu planieren.

Die andere Möglichkeit ist ungleich aufwendiger. Denn dabei muss die Oberfläche abgefräst und in der Folge die Deckschicht neu eingebaut werden. Wie tief das geht, hängt davon ab, wo sich genau das Problem befindet. Im schlimmsten Fall muss hier die gesamte Fahrbahn neu gemacht werden.

Um das Ausmaß des Pfuschs festzustellen und um zu entscheiden, wie repariert wird, werden nach Wolfs Aussagen demnächst Bohrungen stattfinden und Bohrkerne entnommen. „Damit haben wir ja bereits Erfahrung“, spottete der Rathauschef mit Bezug auf die Bohrungen, die wegen eines Rechtsstreits um Bau-Pfusch auf dem Markt m Sommer 2016 stattgefunden haben (die OVZ berichtete). Hier wie da kommt ein Ingenieurbüro zum Einsatz, untersucht die Proben, erstellt ein Gutachten und gibt eine Empfehlung ab.

„Die Sanierung findet ab Mitte April statt“, so Wolf weiter. „Bis dahin müssen wir mit dem Zustand leben.“ Es werde aber keine neuerliche Vollsperrung und auch keine zusätzliche Sperrung geben. „Wir werden nur die linke Spur sperren, aber das hätten wir ohnehin, weil die Gehwegplatten ja noch verlegt werden müssen.“ Also erledigt man beide Dinge in einem Abwasch.

Von Thomas Haegeler

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