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Altenburg Bauarbeiter bergen 3,5 Tonnen schwere barocke Statue ohne Kopf
Region Altenburg Bauarbeiter bergen 3,5 Tonnen schwere barocke Statue ohne Kopf
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15:54 04.05.2017
Altenburgs Denkmalschützer Jürgen Fröhlich vermisst die Statue, die nun zunächst auf den Bauhof lagert. Quelle: Ronny Seyffarth
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Altenburg

Eine ungewöhnliche Entdeckung machten Bauarbeiter kürzlich auf einem Grundstück in der Erich-Mäder-Straße. Bei Tiefbauarbeiten stießen sie auf eine etwa zwei Meter hohe und 3,5 Tonnen schwere Skulptur. Der kopflose Frauenkörper wurde geborgen und befindet sich zunächst auf dem städtischen Bauhof. Altenburgs oberster Denkmalschützer Jürgen Fröhlich, der umgehend zur Baustelle eilte, schätzt, dass es sich um ein Werk aus dem Barock (etwa 1575 – 1770) handeln könnte. Völlig unklar ist allerdings, wie es dorthin gelangte. Ersten Recherchen zufolge befand sich auf einem Stadtplan von 1839 auf dem betreffenden Areal eine Grünanlage mit einem ominösen Quadrat. Dahinter stand das herzogliche Zeughaus.

Bei der Errichtung von Wohnlöcken 1964 waren außerdem Skelette entdeckt worden, die auf einen Pestfriedhof des frühen 18. Jahrhunderts hindeuten, sagte Fröhlich der OVZ. Es sei denkbar, aber nicht bewiesen, dass die Statue eine Grabanlage schmückte. Fröhlich geht nicht davon aus, dass das tonnenschwere Teil von weither zur jetzigen Fundstelle transportiert wurde, sondern eine Funktion auf dem Areal hatte. Er hofft nun auf Informationen von Zeitzeugen, die bei den Wohnhausbauten in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts dabei waren.

Nachdem feststand, dass in der Aufschüttung aus diversem Bauschutt keine weiteren Funde waren, wurde in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie festgelegt, dass auf eine gesonderte archäologische Untersuchung verzichtet werden kann. Die Tiefbauarbeiten waren von dem Fund nicht eingeschränkt.

Die Figur, bei der es sich um einen sogenannten Zufallsfund handelt, gehört zunächst dem Freistaat Thüringen. Zur Herkunft und Identität stellt die Denkmalschutzbehörde nun weitere Nachforschungen an.

Wer dazu etwas weiß, meldet sich bitte unter Tel. 03447 594 638.

Von Jens Rosenkranz

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