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Bauern fordern Ende der Versiegelung von Ackerland

Bauern fordern Ende der Versiegelung von Ackerland

Die Landwirte des Altenburger Landes blicken zufrieden auf das abgelaufene Jahr zurück. "2010 haben wir durch Wetterkapriolen an Ertrag und Qualität verloren, das war 2011 nicht so", sagte der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes (KBV), Berndt Apel, am Freitag in Altenburg.

Altenburg. Von Thomas Haegeler

Nach der langen Dürreperiode im Frühjahr hatten die Landwirte im Altenburger Land schon mit Ausfällen gerechnet (OVZ berichtete). "Die feuchten Monate Juni und Juli haben aber einiges kompensiert", erklärte KBV-Vize Volker Sievers, und sein Kollege Jörg Nitzsche ergänzte: "Obwohl wir etwa beim Weizen ein Problem mit der Qualität haben, aber die Preise sind gestiegen, weil die Nachfrage hoch ist." Auch deshalb sei es ein gutes Jahr gewesen.

Gestiegen sind zudem die Preise für Milch. Mit einem Durchschnittspreis von 35 Cent je Kilogramm bei vier Prozent Fettanteil gab es im Vergleich zum Vorjahr ein kräftiges Plus von über 16 Prozent. Damit knackte der Preis sogar das Rekordmarke aus dem Jahr 2008, als es 33,5 Cent je Kilogramm bei 3,7 Prozent Fettanteil für Milch gab.

Einen Schatten auf die positive Bilanz wirft neben den Sonderkulturen wie Kamille oder Pfefferminze und den zeitweisen Ehec-bedingten Umsatzeinbrüchen bei Obst und Gemüse allerdings der Markt für Schweinefleisch. "Die Kosten sind stärker gestiegen als die Preise", sagte Apel. Zwar habe man pro Kilo neun Cent mehr (1,48 Euro) als im Vorjahr bekommen, gleichzeitig seien aber die Futtermittelpreise enorm gestiegen. "Somit hatten und haben die Schweinehalter mit Verlusten zu kämpfen."

Immerhin gebe es aktuell weder größeres Krankheitsgeschehen noch Seuchensymptome. Großen Erfolg hatte man 2011 auf dem Sektor der erneuerbaren Energien. Allein im Bereich der Landwirtschaft sind mit Starkenberg, Kleintauschwitz, Göllnitz und Pöhla vier neue Biogasanlagen ans Netz gegangen. Zudem liefern Unternehmen für die Anlagen in Lehma und Nobitz Biomasse zu.

"Generell gilt jedoch, dass wir uns weiterhin zuallererst als Produzent hochwertiger Lebensmittel verstehen", so Apel weiter. "Unser wichtigster Auftrag ist es, die Nahrungskette zu sichern. Um das zu schaffen, sind wir gezwungen, die Produktion weiter zu steigern." Grund dafür ist neben dem steigenden Verbrauch von Lebensmitteln vor allem das durch zunehmenden Straßenbau und Ersatzmaßnahmen immer knapper werdende Ackerland. "Täglich verschwinden bundesweit über 100 Hektar wertvolles Ackerland durch Versiegelung beim Straßenbau oder es wird als Ersatz dafür begrünt. Das muss aufhören", forderte Apel im Namen der 38 Betriebe und 125 Personen, die derzeit im KBV organisiert sind. Im Kreis seien dadurch in den vergangenen Jahren 1000 bis 2000 Hektar verschwunden. "Die Politiker müssen da umdenken." Daher unterstütze man auch die Unterschriften-Aktion des Deutschen Bauernverbandes, mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an ihr auf dem Bauerntag gemachtes Versprechen erinnert werden soll.

Ansonsten liegt ein Hauptaugenmerk des KBV in diesem Jahr auf der Fortführung des Projektes "Praxisbetriebe Altenburger Energiefruchtfolge" (PAEF), das die Wettbewerbsfähigkeit im Energiepflanzenanbau verbessern und so die Wertschöpfung der Landwirtschaft im Kreis erhöhen soll. Als Vorteil erweist sich hierbei die neue Rolle als Akteur im Projekt "Bioenergieregion Thüringer Vogtland" (OVZ berichtete), das im August startet. "Dadurch haben wir drei weitere Jahre die Möglichkeit, unsere Arbeit in einer höheren Qualität fortzusetzen", sagte Apel. Belastbare Ergebnisse aus dem PAEF-Projekt gibt es aktuell aber noch keine. "Das dauert in der Landwirtschaft immer etwas länger", begründete der KBV-Chef. Bisher sei jedenfalls keine der angebauten Alternativ-Pflanzen für die Bioenergie wie Hirse oder Energierüben an den Mais herangekommen. "Von einer Vermaisung sind wir im Altenburger Land aber weit entfernt." Denn nur 13 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Gesamtfläche werde damit bebaut. "Bedenkt man, dass die Hälfte davon Körnermais ist, kommt man nur noch auf sieben Prozent, und davon geht noch einmal etwa die Hälfte als Futter in die Rinderzucht."

Neben der Projektarbeit intensiviert der KBV sein Engagement in Sachen Nachwuchsgewinnung und hat den im Februar 2011 herausgegebenen Ausbildungsatlas für Landwirtschaft und Gartenbau im Altenburger Land nun digitalisiert und online gestellt. Daneben unterstützt man die beiden Bauernmärkte in Altenburg sowie das Deutsche Trachtenfest. Bei Letzterem werde man sich als Berufsstand aber nicht nur an die Seite stellen, kündigte Apel an, sondern mitmachen.

www.kbv-altenburg.de

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