Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Bauern warten bei Groß-Investitionen seit Jahren auf Entscheidungen
Region Altenburg Bauern warten bei Groß-Investitionen seit Jahren auf Entscheidungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:33 23.02.2018
Die Schweinemastanlage Mockzig soll erweitert werden. Quelle: Jens Rosenkranz
Anzeige
Altenburg/Nobitz

Es dauert. Diese beiden Worte passen wohl am Besten zu zwei landwirtschaftlichen Großinvestitionen, für die immer noch nicht feststeht, ob sie stattfinden oder nicht. Im März 2016, also vor fast zwei Jahren, hatte das Landesverwaltungsamt Weimar den Antrag der Gutsverwaltung Altenburg auf eine Erweiterung der Schweinemast-Anlage bei Mockzig von 1500 auf 4500 Tiere abgelehnt. Der Antrag war Ende 2015 gestellt worden.

Der Grund: Errichtung und Betrieb würden ohne eine Abluftreinigungsanlage erfolgen. Durch den Einsatz der Abluftfilter könnten Staub, Ammoniakaustritt und Gerüche erheblich reduziert werden. Das wäre auch im Sinne vieler Bürger in den umliegenden Ortsteilen, die sich in den vergangenen Jahren immer wieder wegen des Gestanks beschwert hatten.

Oberverwaltungsgericht lässt Berufung zu

Der Investor klagte gegen diese Entscheidung vor dem Verwaltungsgericht Gera und bekam im März 2017 Recht. Mit diesem Urteil wiederum zeigte sich die Weimarer Behörde nicht einverstanden und legte Berufung ein, die das Oberverwaltungsgericht auch zuließ. Eine schriftliche Begründung für das Rechtsmittel fehlte allerdings bislang. Nun, seit Montag, liegt sie nun endlich vor. Das erfuhr die OVZ von einer Sprecherin des Landesverwaltungsamtes. Der Grund für die Verzögerung lag offenbar in einem weiteren Gutachten. Details nannte die Sprecherin nicht.

OVZ-Informationen zufolge geht es dabei unter anderem um die Frage, ob der Einbau von Geruchsfiltern dem Investor wirtschaftlich zumutbar ist. Dieser will trotz der jahrelangen Wartezeit weiter an seinem Vorhaben festhalten. Geplant ist die Erweiterung auf nunmehr 4300 Tiere, die in zwei neuen Stallgebäuden untergebracht werden. Kosten: 1,2 Millionen Euro.

Geduldsprobe auch für Hähnchenmastanlage

Auf eine ebenso harte Geduldsprobe wird Richard Wermuth gestellt, der bei Gleina für 3,4 Millionen Euro eine Hähnchenmastanlage für 207 000 Tiere bauen will. Es wäre der zweitgrößte Betrieb in Thüringen. Der Antrag datierte von Herbst 2015. Im Mai 2016 gab’s eine öffentliche Anhörung. Mit einer Entscheidung ließ sich das Landesverwaltungsamt jedoch Zeit. Wermuth verklagte die Behörde deshalb wegen Untätigkeit.

Im September 2017 lehnte Weimar den Bauantrag ab. Der Grund: Der vorgesehene Standort befindet sich in unmittelbarer Nähe zu einem Trinkwasserhochbehälter der Energie- und Wasserversorgung Altenburg. Es sei nicht auszuschließen, dass es zu Verunreinigungen des Trinkwassers durch den Eintrag von Mikroorganismen aus der Mastanlage komme, hieß es. Wermuth klagte gegen die Ablehnung. Der Streit liegt beim Verwaltungsgericht Gera. Wann dort erstmals öffentlich verhandelt wird, steht frühestens nächsten Monat fest.

Kritik von Chef des Kreisbauernverbandes

Berndt Apel, der Chef des Kreisbauernverbandes, bezeichnet es als eine Schweinerei, wie die beiden Investitionen verschleppt werden. Die Hinhaltetaktik des Landesverwaltungsamtes sei nicht nachzuvollziehen, sagte er der OVZ. Es sei offensichtlich, dass die Politik beide Tieranlagen nicht wolle. Doch hier gehe es nicht um „wünsch dir was“, sondern um Betriebe, die wirtschaften müssen und die Bauanträge nicht aus Jux und Tollerei stellen.

Von Jens Rosenkranz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf einen Schlag konnte ein großer Abschnitt des geplanten Radweges auf der ehemaligen Bahnstrecke Kotteritz–Narsdorf von Sträuchern freigeschnitten werden. Dazu waren am Wochenende Bürger zu einem Arbeitseinsatz aufgerufen. Von der Resonanz darauf waren die Organisatoren positiv überrascht. Am Sonnabend soll es mit den Arbeiten weitergehen.

22.02.2018

Geballte Informationen und Eindrücke konnten Jugendliche am Wochenende in der Altenburger Platanenstraße sammeln. Denn die staatliche Berufsbildende Schule für Wirtschaft und Soziales veranstaltete einen Tag der offenen Tür. Auch einige Unternehmen beteiligten sich daran.

21.02.2018

Zu einem Informationstag hatte am Sonnabend die Johann-Friedrich-Pierer-Schule in Altenburg eingeladen. Dabei konnten sich Interessenten ausgiebig vor Ort über die vielfältigen Möglichkeiten der Berufsausbildung an der traditionsreichen Einrichtung informieren.

21.02.2018
Anzeige