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Altenburg Baufeld der Industriegebietserweiterung in Schmölln wird zur Fundgrube
Region Altenburg Baufeld der Industriegebietserweiterung in Schmölln wird zur Fundgrube
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15:16 14.04.2018
Neugierig schaute Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade (2.v.li.) auf eine uralte Keramikscherbe. Grabungsleiter Volker Neubeck (2.v.re.) beantwortete Bauamtsmitarbeiter Uwe Glück (re.) Fragen zu zwei gebrannten Sandsteinstücken. Links: Chefarchäologin Dr. Ines Spazier. Quelle: Wolfgang Riedel
Schmölln

Bevor am Industriestandort in Nähe der Crimmitschauer Straße und des Autozulieferers Voest Alpine in Schmölln weitere Industriebauten folgen werden, gedieh seit März ein 15 Hektar großes Baufeld zur Fundgrube für ein vorerst fünfköpfiges Archäologenteam unter Regie von Dr. Ines Spazier, Gebietsreferentin Ostthüringen des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie.

Erste Fundstücke waren Anlass genug, zwölf Schnitte von jeweils 100 Metern Länge und zehn Metern Breite freizulegen. „Wir gingen davon aus, dass es sich hier in Nähe zum Schreiberbach um ein ehemals sehr siedlungsgünstiges Gebiet handelt“, erläuterte Chefarchäologin Ines Spazier kürzlich den Besuchern aus dem Rathaus um Bürgermeister Sven Schrade (SPD) vor Ort das Grabungsgeschehen.

Grabungsleiter Volker Neubeck gab Bürgermeister Schrade eine Keramikscherbe und Bauamtsmitarbeiter Uwe Glück zwei gebrannte Sandsteinstücke schon mal in die Hände. „Diese Keramikscherbe ist typisch für die Ära der Linienbandkeramik von vor 5000 Jahren vor Christus“, erklärte Neubeck eben auch mit Sicht auf die damals in weichen Ton eingeritzten Verzierungslinien. Desweiteren zeugt eine gefundene Reibemühle von schlichtem Handwerkszeug, mit dem man zwischen zwei Sandsteinstücken das Korn zu Mehl rieb.

Während Mitarbeiter Jens Brumme und Matthias Rippin mittels Kratzer und Spachtel weiter akribisch den aufgebaggerten Boden nach Fundstücken absuchten sowie Geometer Thomas Meyer elektronisch punktgenau die Flächen vermaß, wies Grabungsleiter Neubeck auf die 24 Meter langen und acht Meter breiten Grundrisse eines Langhauses hin, das vor 7000 Jahren aus Holz erbaut wurde. Die Linienbandkeramische Kultur ist die älteste bäuerliche Kultur der Jungsteinzeit, des Neolithikums.

Die Zeit des archäologischen Erschließens nahe der Crimmitschauer Straße dauert noch vier Monate. „Das heißt für uns, weiterhin fleißig zu graben, aufzuzeichnen, zu fotografieren und zu dokumentieren“, resümierte Chefarchäologin Spazier, ehe sie mit ihrem Geländewagen ans andere Ende des Baufeldes düste.

Von Wolfgang Riedel

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