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Altenburg Baustart für Radstrecke Altenburg–Penig
Region Altenburg Baustart für Radstrecke Altenburg–Penig
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11:42 19.02.2018
Der geplante Viaduktradweg führt von Kotteritz und Paditz über Ehrenhain und das Wieratal gen Penig in Sachsen. Quelle: Patrick Moye
Göpfersdorf/Altenburg

Jetzt geht es los mit dem Bau des Viaduktradwegs. Am kommenden Samstag rufen die drei beteiligten Vereine – der Viaduktradwegverein, der Naturschutzbund (Nabu) Altenburger Land sowie die Naturforschende Gesellschaft Altenburg – zum ersten Arbeitseinsatz auf. An diesem Tag soll der Bahndamm zwischen Klausa und Ehrenhain von Gestrüpp befreit werden, teilen die Verantwortlichen mit. Helfer sind eingeladen, sich zu beteiligen. Treff ist um 9 Uhr am Ex-Haltepunkt Klausa, Werkzeuge wie Hacken und Astscheren sind nach Möglichkeit mitzubringen.

„Wir möchten nicht mehr warten, wir müssen endlich anfangen“, sagt Günter Lichtenstein, Vorsitzender des Viaduktradwegvereins. Und es lohne sich auch nicht mehr, den Start zu verschieben, denn Fördermittel werden für das Projekt vorerst nicht fließen. „Man sollte es so deutlich sagen: Die Verantwortlichen in Erfurt wollen uns kein Geld geben“, stellt Lichtenstein ernüchtert fest. Was sich bereits seit Monaten angedeutet hat, wurde bei einem Vor-Ort-Termin mit den Entscheidungsträgern aus dem Wirtschafts- und Tourismus-Ministerium kurz vorm Jahreswechsel einmal mehr deutlich, berichtet auch Thüringens Nabu-Chef Mike Jessat. Die von den Amtsleitern aufgestellten Bedingungen für Fördermittel seien einfach nicht annehmbar gewesen. „Deshalb haben wir uns entschlossen, das Vorhaben jetzt ohne Fördermittel zu realisieren“, sagt Jessat der OVZ.

Vor allem an zwei Knackpunkten machen Jessat und Lichtenstein das Ausbleiben der Landeszuschüsse und die Differenzen fest. Zum einen verlange der Fördermittelgeber eine Schwarzdecke, doch eine Asphaltpiste entspricht nicht den Vorstellungen des Nabu, der eine naturnahe Strecke möchte. „Andernfalls wären wir vertragsbrüchig“, argumentiert Jessat. Außerdem stößt sich das Ministerium daran, dass keine Kommune beteiligt ist. „Es wird behauptet, als Vereine könnten wir weder den Wegebau schaffen noch den Unterhalt der Strecke gewährleisten“, zählt Lichtenstein auf. Argumente, die er definitiv für vorgeschoben hält.

Mit einer Kommune im Boot wären Fördermittel aber kein Problem, berichtet Lichtenstein von der Antwort aus Erfurt auf eine entsprechende Frage zur Vor-Ort-Visite. Was Lichtenstein und seine Mitstreiter letztlich als „nicht wollen“ verstehen. Denn mit der Deutschen Bahn und dem Nabu hat der Viaduktradweg Partner, deren Finanzkraft größer ist als die der hiesigen Gemeinden. Und es gebe auch keinen praktikablen Weg, eine Kommune mit einzubinden, fügt der Vereinsvorsitzende hinzu. Ganz abgesehen davon, dass Kommunen vor Jahren bewusst abgesprungen sind, würde die Federführung einer Gemeinde eben auch jene ungewollte Schwarzdecke bedeuten. Und die bürokratischen Verfahren, an die sich eine Gemeinde halten muss, würden das Projekt um Jahre verzögern.

Andererseits wurde dem Verein von den Ministerialbeamten zu verstehen gegeben, dass unter den gegebenen Umständen wenig Hoffnung auf Fördermittel bestehe. „Deshalb haben wir jetzt einen Schlussstrich gezogen“, sagt Jessat. Und Lichtenstein ergänzt: Fördermittel seien auch nicht unbedingt nötig. Natürlich könne ohne Zuschuss kein Hightech-Weg angelegt werden, doch der werde auch nicht benötigt. Der Plan ist nun, auf den Bahnschotter, der als Tragschicht hervorragend funktioniere, Sand aufzutragen und diesen zu glätten. Entsprechende Zusagen, dieses Vorhaben mit Material und Technik zu unterstützen, liegen etwa von der Firma Heim vor.

Jessat und Lichtenstein sind sich einig, der so geschaffene Untergrund reiche zum Wandern und Radfahren völlig aus. Begonnen wird auf dem Stück von Ehrenhain nach Klausa, weil es dort keine Brücken gibt. Ob der Abschnitt in diesem Jahr oder erst im kommenden fertig wird, könne noch nicht abgeschätzt werden. Wohl aber, dass die Mittel des Vereins für diese Art von Weg auch ohne Fördermittel reichen werden, so Lichtenstein.

Von Jörg Reuter

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