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Altenburg "Beat It"
Region Altenburg "Beat It"
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21:07 26.03.2014
Michael Jackson, wie er leibt und lebt(e) - eine Szene aus der Show. Quelle: Agentur

Um es vorweg zu nehmen: Für die etwa 300 eingefleischten Fans im Goldenen Pflug, die sich vornehmlich aus jüngeren und jung gebliebenen Damen zusammensetzten und die teils von ihren zunächst durchaus mürrisch dreinschauenden Gatten begleitet wurden, war es ein toller Erfolg und eine zeitweise mitreißende Live-Show.

Altenburgs Mehrzweckhalle präsentierte sich dazu am Sonntagabend allerdings etwas schlicht und düster, merkwürdigerweise mit recht wenigen Stuhlreihen, gerade so viele, dass sie im weiten Rund des Saales verloren wirkten. Die Gäste schielten vor Beginn des nicht ganz billigen Abends, die Tickets kosteten immerhin bis zu 53 Euro, zweifelnd in den fast leeren Saal. Die nicht allzu große Bühne an der richtigen Stelle, aber die Seiten nur halbherzig zur Hälfte abgehängt. Das wirkte schon sehr bieder auf die eigentlich sehr froh gestimmten Gäste.

Die Ansage, nun die perfekte Michael-Jackson-Tribute-Show nicht mehr fotografieren oder aufzeichnen zu dürfen, wirkte aufgrund des schüchternen Aufflackerns eines Handys gezwungen lustig. "Michael, wir lieben Dich", sagte einer in die Stille des Abends.

Aber dann. Ein tolles Intro, Nebel. Mit durchweg knackigem bass-lastigen, sehr gut gemixten Discosound der 80er-Jahre ging die Show ohne zu zögern aufs Ganze. Auf Ohren, Augen und Kreislauf. Spätestens während "Wanna Be Starting Something" riss es die Muttis, Töchter und Enkelinnen von den Stuhlreihen und es wurde frenetisch geklatscht. Sascha Pazdera, der vorzügliche MJ-Imitator, spielte sein Vorbild mit allen Klischees, die man vom großen Meister kannte. Das sehr gute Ballett sprühte vor Energie und tanzte perfekt mit ihm zusammen. Das wirkte und ließ eine wenig vom Hauch der berühmten Shows und Musikvideos aufblitzen.

Die ausgezeichnete vierköpfige Live-Band, mit bürgerlichen Namen "The Rightstaffband" geheißen, dazu ein Backroundsänger, eine Sängerin und ein Sänger mit Saxophon-Aufgaben, bewältigten die schwierigen Songs mit Leichtigkeit und sehr gutem Handwerk. Der Chor übernahm wie selbstverständlich auch die Jackson-5-Songs. Anna Minges, Dominik Dlask und Mirco Leingang bewältigten ihre Parts mehr als souverän. Sehr schön das Duett der Kerle in "I'll Be There", einer der Hits der ehemaligen Familien-Kapelle.

Und immer wieder Sascha Pazdera inmitten des Balletts und den Choreografien, die keine der berühmten Jackson-Posen ausließ. Die typischen Ausfallschritte, zuckende Glieder, blitzartige Drehungen, der Griff ins Gemächt. Als in "Billie Jean" der Moonwalk-Dance perfekt über die Bühne ging, gab es bei den Damen kein Halten mehr und die Rufe nach Zugaben wurden in der Show von den Akteuren sofort in die Tat umgesetzt. Und natürlich "Beat It", "Bad" und "Black or Withe", bei dem das Refrain-Singen mit dem Publikum kräftig und erfolgreich geübt wurde.

Einer der Höhepunkte natürlich die Gesangs-, Licht- und Dance-Show bei "Thriller". Das war moderne glänzend umgesetzte Performance und tatsächlich großes Kino. Auch die begleitenden Ehemänner hatten längst die Sitzplätze verlassen, zuckten, klatschten und waren sichtlich begeistert. Viselka Ivanowa, eine junge atemberaubende Silk-Artistin aus Bulgarien, zeigte akrobatische Höchstleistungen am laufenden Band - im wahrsten Sinne des Wortes. In höchster Ästhetik und Eleganz wand sie sich in fließenden Darstellungen wunderbar zu Michael Jacksons Musik und war schöner Bestandteil einer mitreißenden Show, die nach zwei Stunden mit dem legendären "Man In The Mirror" zu Ende ging und die Gäste zufrieden und mit glänzenden Augen zurückließ.

Pazdera hielt selbstverständlich das obligate Michael-Jackson-Schlusswort, wies die Weltbevölkerung auf ihre künftigen Aufgaben hin, gab das Victory-Zeichen, und ging mit einem halblauten "Peace for All". Selbstverständlich. Insgesamt war er dann doch eine Überraschung, dieser Abend. Eine richtig gute und nahezu perfekte Live-Show, mit großer künstlerischer und technischer Mühe inszeniert, der man nur eines wünschte: mehr Zuschauer.

Stefan Müller

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