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Altenburg Befreiendes Maskenspiel in Altenburg
Region Altenburg Befreiendes Maskenspiel in Altenburg
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10:00 07.07.2018
Jule Klink (rechts) ist Maskenbauerin und Regisseurin. In einem zweitägigen Ferien-Workshop ging es um Masken und ihren Einsatz auf der Theaterbühne. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Unter einem großen Laubbaum am Lindenau-Museum liegen verschiedene Masken. Die 11-jährige Laura schnappt sich eine davon und zieht sie über den Kopf. Die Altenburgerin betritt den sogenannten „Catwalk“ – hier präsentiert heute jedes Kind eine Maske, Laura imitiert einen Hund. Sie läuft wild umher, putzt sich. Nach ihrer Darbietung klatschen die Teilnehmer, sie verschwindet wieder hinter dem Baum.

Eine neue Identität annehmen, in eine Rolle schlüpfen – das ist für viele Maskenspieler befreiend. Am Donnerstag und Freitag erkunden (?) verschiedene Kinder aus Altenburg und Umgebung in einem Ferienkurs im Studio Bildende Kunst mit Regisseurin und Maskenbauerin Jule Klink spielerisch das Lindenau-Museum und den umgebenden Park. „Das Maskenspiel ist ein körperorientiertes Theater, das beim Spieler eine starke Konzentration auf sich selbst schafft und durch das Versteckspiel mit fremden Identitäten Bewegung und Präsentation leicht macht. Es wird nicht gesprochen, nur gestikuliert“, erklärt Jule Klink.

Masken geben Raum für eigene Interpretationen

Die Leipzigerin hat Theaterwissenschaften und Medienpädagogik studiert und arbeitet freiberuflich. Sie setzt verschiedene theaterpädagogische Projekte in Schulen oder in Einrichtungen wie dem Lindenau-Museum um. In den Herbstferien folgt im Studio Bildende Kunst ein Maskenbaukurs. Doch heute geht es um das Spiel mit den Maskeraden: Zu Beginn lernen die Kinder zehn verschiedene Masken spielerisch kennen. Darunter Hund, Katze und verschiedene Fratzen – es ist Interpretationssache, was sie darstellen. „Guck mal – der dort sieht aus wie Lord Voldemort von Harry Potter“, sagt eine Teilnehmerin. Die Masken haben eines gemeinsam: Sie geben Raum für individuelle Deutungen.

Mit der Voldemort-Maske beginnt das erste kleine Maskentheater im Park: Drei Workshop-Teilnehmer bekommen von Regisseurin Jule Klink die Aufgabe, einen kleinen Masken-Sketch zu inszenieren. Justin greift sich die Voldemort-Maske und humpelt los. Teilnehmerin Annika spaziert gebrechlich mit ähnlicher Maske und zotteligen Haaren hinterher. Sie wollen augenscheinlich ein altes Ehepaar darstellen. Auf einer Bank machen sie es sich gemütlich. Sophia kommt mit anderer Maskerade dazu. Doch die beiden machen keinen Platz. Es kommt zum Streit zwischen den Charakteren – nur durch Bewegungen der Hände und mit ihrer Körpersprache bringen die jungen Maskenspieler das Publikum zum Lachen. Durch ein Ablenkungsmanöver erhascht Sophia ihren Platz auf der Parkbank. Die beiden ziehen ab. Sie streckt sich glücklich auf der Bank aus und legt die Füße hoch.

Die Teilnehmer erprobten ihre schauspielerischen Fähigkeiten bei einem kleinen Sketch im Park. Quelle: Maria Sandig

„Super Ende, Sophia“, lobt die Regisseurin. Alle applaudieren. Die Kinder haben sichtlich Spaß. „Meine Mutter hat mich angemeldet. Erst war ich unsicher, aber jetzt finde ich es richtig cool“, gibt der 13-jährige Justin zu. Dem Altenburger gefallen die Improvisationsmöglichkeiten, die das Maskenspiel bietet. „Es ist lustig, in eine andere Rolle zu schlüpfen. Ohne stur einen Text zu lernen oder viel zu reden.“

Für den Ferienkurs „Klappwunder“ am 9. und 10. Juli von 10 bis 14 Uhr sind noch Plätze frei. Während des Workshops werden mit einer Grafikerin dreidimensionale Karten gebastelt. Die Teilnehmergebühr beträgt fünf Euro pro Tag.

Das Spiel mit der Maskerade: Am Donnerstag und Freitag schlüpften Kinder aus Altenburg und Umgebung in neue Rollen. Regisseurin Jule Klink stand den Teilnehmern mit selbstgebauten Masken zur Seite. In kleinen Sketchen lernten sie das Maskentheater kennen.

Von Maria Sandig

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