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Altenburg Begegnung mit Iphigenie im Museum
Region Altenburg Begegnung mit Iphigenie im Museum
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18:17 15.04.2013
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Das Museum mit seinem reichen Fundus an Gipsfiguren und Reliefs aus der griechischen Mythologie sowie der Vasensammlung mit ähnlicher Motivgestaltung ist der geeignete Partner für dieses Theaterprojekt. Es gibt auch mit der Ausstellung "Dionysos: Gott des Weines - Hüter des Theaters" eine erweiterte Sicht auf das alte Griechenland, seine Geschichte, seine Mythologie, seine Kunst und das damalige Theater. Dieser Euripides-Zyklus wird erweitert zu der Reihe "Der Weg der Heldin" und bringt noch in dieser Spielzeit "Kassandra" nach dem Roman von Christa Wolf (Premiere am 1. Juni im Heizhaus in Altenburg) und "Medea" (Premiere am 25. Mai im Puppentheater in Gera).

Die Einführung in "Iphigenie in Aulis" am Sonntag war getragen vom Theater, vom Lindenau-Museum, von den beiden Theaterfördervereinen in Altenburg und Gera und von der Altenburger Tourismus-Gesellschaft. Diese konzertierte Aktion zeigte ihre Wirkung in einem starken Publikumsbesuch, der fast an die Grenzen des Museums stieß. Der Freude darüber gab nicht nur die Direktorin des Museums, Julia M. Nauhaus, Ausdruck, sondern auch die Dramaturgin des Theaters, Geeske Otten, die die Veranstaltung moderierte.

Das Podium war kompetent besetzt: Regisseur Dieter Nelle, die Schauspielerinnen Katharina Weithaler und Vanessa Rose, die Schauspieler Manuel Kressin und Henning Bäcker sowie Prof. Dr. Ulrich Sinn, der das ganze Projekt wissenschaftlich begleitet und für die genannte Ausstellung verantwortlich zeichnet.

Die Handlung des 405 v. Christi in Athen uraufgeführten Stückes spielt unmittelbar vor dem trojanischen Krieg. Im Hafen von Aulis warten seit Wochen rund 8000 griechische Soldaten auf günstigen Wind für ihre Fahrt nach Troja.Von dort wollen sie Helena, die entführte Frau des Menelaos, zurückholen. Der Seher verkündet: Nur wenn Agamemnon, Menelaos' Bruder, seine Tochter Iphigenie opfert, werden die Götter die Fahrt begünstigen. Nun beginnt ein Spiel, in dem Euripides das Geschehen nicht nur aus einer ganzen Reihe von verschiedenartigen Charakteren entwickelt. Er führt uns auch deren Entwicklung vor Augen, zeigt uns, wie die Menschen aneinander wachsen und wie sie sich vor neuen Situationen in neuer Art verhalten. Damit wurde er zum ersten großen Realisten der Theatergeschichte. Er zeichnet die Personen, wie sie sind, nicht wie sie nach dem Willen der Götter oder des blind waltenden Schicksals sein oder handeln sollten. Damit setzt er die Götter bis zu einem gewissen Grade außer Kraft.

Diesen im Gegensatz zu den anderen beiden großen griechischen Dramatikern Äschylos und Sophokles veränderten Ansatz wird die Inszenierung zeigen, für die der Regisseur Dieter Nelle und Prof. Ulrich Sinn eine neue Übersetzung geschaffen haben.

Die beteiligten Schauspieler konnten eigene sprachliche Gestaltungsmöglichkeiten anbieten. Katharina Weithaler und Manuel Kressin gaben zwei Kostproben. Für beide sei es eine große Herausforderung, sich diesen ungewohnten und umfangreichen Text einzuverleiben, sagten sie. Nach Regisseur Dieter Nelle ist dieses Stück ein bühnenwirksamer Thriller, in dem die Fragen des Krieges abgehandelt werden. Wie verhalten wir uns, wenn ein Krieg ansteht und wir daran beteiligt sind? Es handelt sich dabei auch weitestgehend um menschliche Grundsätze und Rechtsfragen, und es zeigt sich, dass diese über Jahrtausende hinweg die gleichen geblieben sind. Das Problem war nun, sie aktuell auf die Bühne zu bringen.

iDas Ergebnis ist ab 26. April in Gera und am 9. Juni in Altenburg zu sehen.

Hainich, Manfred

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