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Altenburg Beginn einer neuen Geschichte. Nick Sense bewahrt das ehemalige Eisenbahnerheim in Rasephas vor dem Verfall
Region Altenburg Beginn einer neuen Geschichte. Nick Sense bewahrt das ehemalige Eisenbahnerheim in Rasephas vor dem Verfall
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21:07 31.10.2012

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Von Jenifer Hochhaus

"Ein bisschen blauäugig war ich", gibt Nick Sense zu. Denn als der damals 26-Jährige das ehemalige Eisenbahnerheim 2006 kaufte, hatte er vor allem die Möglichkeiten vor Augen, wie sich das Gebäude umgestalten lässt. "Aber wie viel Arbeit und Zeit ich reinstecken muss, war mir nicht bewusst." Der jugendliche Leichtsinn und die Ahnungslosigkeit vom Bauen, Fliesen, Malern sind in den sechs Jahren verschwunden, in denen er gemeinsam mit seinem Vater das Haus in Eigenleistung saniert. "Wie viele Stunden wir hier gearbeitet haben, kann ich nicht beziffern", sagt der Altenburger jetzt.

Aber wenn man das Gebäude ansieht, erkennt man die vielen Stunden Arbeit. Im oberen Stockwerk wurde eine Wohnung ausgebaut, in der Nick Sense mit seiner Familie lebt. In der ersten Etage gibt es helle Räume, in denen sich das "Zentrum für Bewegung" befindet, das der Sportwissenschaftler betreibt. "Wir hatten natürlich Glück: Die Grundsubstanz des Hauses war noch in Ordnung." Müll und Unrat habe man dennoch wegräumen müssen. Rund ein halbes Jahr hat er gemeinsam mit Helfern am Wochenende oder nach dem Studium aufgeräumt und entkernt, um das Gebäude wieder in einen Rohbau zu verwandeln.

Zuvor stand das Eisenbahnerheim jahrelang leer. Im Oktober 1997 musste es schließen, nachdem der damalige Pächter sich nicht in der Lage sah, die hohen finanziellen und technischen Auflagen für Großveranstaltungen zu erfüllen. Die lauten Diskoabende hatten damals die Anwohner gestört, das Haus verfiel danach immer mehr. 2006 wurde es zum Kauf angeboten. Sense schlug zu und hauchte dem Gebäude neues Leben ein. "Das Eisenbahnerheim hat seine traditionsreiche Geschichte, aber ich möchte eine eigene Geschichte damit beginnen", sagt Sense.

Noch ist in seinem Bewegungszentrum aber einiges zu tun. Im großen Saal fehlt Farbe an den Wänden, die Säulen sollen in Marmoroptik gestaltet werden. Erste Buchungen für das kommende Jahr gibt es bereits. "Dann soll es auch nicht mehr wie auf einer Baustelle aussehen", erklärt Sense. Für ihn ist der Fortschritt des Saales wichtig: "Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Der Saal hat einfach ein schönes Ambiente, die richtige Akustik."

Nach dem Saal will er sich den Baustellen im unteren Stockwerk widmen: Toiletten, vielleicht eine Praxis für Physiotherapie und eine Sauna sollen hier entstehen. "Aber das sind noch Zukunftsträume", so der Altenburger. Denn das Geld für die Sanierung stammt ausschließlich aus seiner eigenen Tasche, Kredite hat er nicht in Anspruch genommen. Wie viel er investiert hat, möchte er nicht sagen. Die vielen Eigenleistungen haben die Kosten verringert. "Aber das sieht man kaum", sagt Nick Sense stolz.

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