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Behindertengerechter Garten in Altenburg in finanziellen Nöten

Vor 20 Jahren eröffnet Behindertengerechter Garten in Altenburg in finanziellen Nöten

Im Jahr 1996 wurde der behindertengerechte Garten in der Altenburger Sparte „Weißer Berg“ feierlich eröffnet. Er besteht bis heute und wird von der Selbsthilfegruppe der Rollstuhlfahrer Altenburger Land genutzt. Aber die finanziellen Sorgen werden nicht kleiner. Jetzt will der Regionalverband Hilfe prüfen.

Michael Bremer, Andreas Schmidt und Lutz Jentsch (v.l.) sind auf den Rollstuhl angewiesen und regelmäßig im behindertengerechten Garten zu finden. Derzeit steht die Bohnenernte an.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Die Kleingartenanlage „Weißer Berg“ an der Leipziger Straße in der Skatstadt hat etwas Besonderes zu bieten: Einer der 73 dort existierenden Kleingärten ist behindertengerecht und wird seit seiner feierlichen Übergabe im Jahr 1996 von der Selbsthilfegruppe der Rollstuhlfahrer Altenburger Land bewirtschaftet und als Treff genutzt.

Das war am Sonnabend natürlich ein Grund zum Feiern, liegen doch zwischen der Einweihung und dem Heute mittlerweile glatt 20 Jahre. „Wir haben uns in gemütlicher Runde mit Freunden und Sponsoren getroffen. Dabei waren unter den rund 30 Gästen auch maßgebliche Förderer von einst, beispielsweise der Chef des Regionalverbandes der Kleingärtner, Wolfgang Preuß, und natürlich auch Spartenchef Matthias Busch“, berichtet Andreas Schmidt, der auf den Rollstuhl angewiesen ist und der Selbsthilfegruppe seit 23 Jahren vorsteht.

Nur feierliche Sonntagsreden und gegenseitiges Schulterklopfen gab es bei dieser Jubiläumsfeier mit einem Bierchen und Gegrilltem freilich nicht. Denn dafür gibt es genügend Probleme um den Erhalt und die künftige Bewirtschaftung dieses speziellen Kleingartens, der übrigens im Jahr 1996 im Rahmen des Altenburger Projekts Stadtökologie als einer von insgesamt acht Mustergärten eröffnet wurde und damals bundesweit ein Unikum darstellte. „Bei der Bewirtschaftung sowie Werterhaltung stoßen wir als Anlage an unsere Grenzen“, sagt Matthias Busch offen. Werterhaltungs- und Pflegearbeiten im Rahmen der in Sparten üblichen Pflichtstunden durch andere Kleingärtner zu erledigen, werde immer schwieriger. Und auch für notwendige Bauarbeiten fehlt derzeit einfach das nötige Geld.

„Das Problem ist, dass wir eine reine Selbsthilfegruppe sind und kein eingetragener Verein, der entsprechende Fördermittelanträge stellen kann“, sagt Andreas Schmidt. Und so mancher Kleingärtner winkt bei zu absolvierenden Pflichtstunden auch ab, wenn die im Behindertengarten absolviert werden sollen, sei der doch mittlerweile privat an den Selbsthilfegruppenchef verpachtet. „Und Arbeitsstunden sollen ja nur in Bereichen geschehen, die von der Allgemeinheit genutzt werden“, erklärt Busch das Dilemma. Denn im Jahr 2006, also zehn Jahre nach der feierlichen Einweihung, fiel der behindertengerechte Garten wie alle anderen Musterobjekte aus der Trägerschaft des Regionalverbandes in die Hoheit der jeweiligen Anlagen zurück, die seither auch die Verantwortung für den Erhalt tragen. Oder, wie im Falle „Weißer Berg“ in die Verantwortung von Pächter Andreas Schmidt, der aber wie seine Mitstreiter in der Selbsthilfegruppe aufgrund seine Handycaps nur sehr beschränkt die anstehenden Arbeiten ausführen können.

Bei Regionalverbandschef Wolfgang Preuß ist dieses Problem nicht erst bei der Feier zum 20. angekommen. Und der sieht durchaus seinen Verband da weiter in der Pflicht. „Wir als Regionalverband bleiben im konkreten Fall weiter in der Pflicht, dieses Projekt finanziell zu bezuschussen. Da müssen wir im Vorstand einfach eine Lösung finden“, versicherte Preuß. So bedürfen derzeit beispielsweise die Wege dringend einer Sanierung.

Von Jörg Wolf

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