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Altenburg Bei Drogen Ohren und Augen zu
Region Altenburg Bei Drogen Ohren und Augen zu
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20:35 07.05.2014
Quelle: Mario Jahn

Dabei hatte unter anderem Altenburgs Polizeichef Andreas Pöhler erstmals öffentlich eine Zunahme der Drogendelikte eingeräumt.

Von Thomas Haegeler

"Als Gast der Veranstaltung kann ich nur den Kopf schütteln und mir die Frage stellen, ob gerade die Herren Andreas Kriesche, Sven Schrade und Nikolaus Dorsch mit geschlossenen Augen und Ohren durch Altenburg gehen", sagte Susann Winkler, Mutter eines Crystalabhängigen, in Reaktion auf die Sondersitzung am 29. April. Sie sei fassungslos, dass einige Mitglieder davor warnten, das Problem zu dramatisieren.

In der Tat hatten Kriesche, der zum Vorstand des Kreisjugendrings gehört, und Dorsch, Geschäftsführer des hiesigen Bildungswerks Innova, in der Diskussion gesagt, dass man das Thema Drogen im Kreis "nicht dramatisieren" beziehungsweise "nicht überdramatisieren" solle. Das wiederum gipfelte darin, dass SPD-Kreistagsmitglied Schrade die Empfehlung, die Gelder für die Suchtprävention zu erhöhen, als "Schaufensterbeschluss" bezeichnete und der Ausschuss mit klarer Mehrheit ablehnte, überhaupt darüber abzustimmen (OVZ berichtete).

Dabei habe die Suchtberatungsstelle anhand von Zahlen deutlich gemacht, dass gerade die Droge Crystal in Altenburg extrem angestiegen (OVZ berichtete) und kein Ende in Sicht sei, so Winkler. "Der Polizeichef hat ebenso deutlich gemacht, dass die Beschaffungskriminalität erheblich zugenommen hat." In diesem Zusammenhang wies die zweifache Mutter darauf hin, dass junge Suchtkranke dieser Stadt nach erfolgreicher Therapie den Rücken kehrten, um nicht wieder durch alte "Freunde" zurückzufallen. "Wenn jetzt nichts unternommen wird und nicht Gelder für Suchtprävention fließen, können die genannten Herren irgendwann die Stadttore schließen, weil Altenburg ausgestorben ist."

Zwar wollte Pöhler keine Panik verbreiten, stellte aber fest: "Drogen spielen bei unserem Gegenüber vermehrt eine Rolle, vor allem der Crystalkonsum." Zu Beginn seiner Dienstzeit vor vier Jahren habe Cannabis noch einen Großteil der Fälle ausgemacht, nun seien es 80 Prozent Methamphetamin und teilweise ein Mischkonsum.

Er sei bisher immer zurückhaltend in Sachen Beschaffungskriminalität gewesen, müsse sich da aufgrund der Festnahmen in der vergangenen Monaten aber korrigieren, erklärte der Polizeichef. "Ein Großteil der Fahrraddiebstähle ist Leuten zuzuordnen, die Drogen nehmen und auch ein Großteil der PKW-Einbrüche wurde von Crystalkonsumenten begangen." Was ihn erschreckt habe, sei, dass sehr junge Leute mit der Droge in Berührung kommen. "Das sind keine 16-, sondern 13-Jährige."

Unterdessen zeichnet sich ab, dass die von Landrätin Michaele Sojka (Linke) im Sozialausschuss vor zwei Wochen angeregte Fachtagung zum Thema Drogen wahrscheinlich nächsten Monat stattfinden wird. Ein genauer Termin stehe aber noch nicht fest, hieß es gestern aus dem Landratsamt. An der Veranstaltung sollen neben Kreistagsmitgliedern, Bürgermeistern und Vertretern von Jugend- und Gesundheitsamt auch Suchtberater, Sozialarbeiter und Schulleiter teilnehmen, um Maßnahmen im Kampf gegen das Drogenproblem abzustimmen.

Thomas Haegeler

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